5 (nicht ganz ernstgemeinte) Dinge, die Eltern in spe beachten sollten

DRUM PRÜFE, WER SICH EWIG BINDET

5 (nicht ganz ernstgemeinte) Dinge, die Eltern in spe beachten sollten

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Kinder: Eine Sekunde nicht achtgegeben und schon kommt die nächste Katastrophe ins Rollen. (FOTO: fotolia.com © anoushkatoronto)

Kinder – Quell des Glücks und der Freude und nur die wenigsten Eltern bereuen ihre Entscheidung. Aber Kinder können einem das Leben auch ganz gehörig umkrempeln.

„Wir wollen Nachwuchs.“ Für viele Paare ist das an irgendeinem Punkt eine logische Entscheidung. Doch sobald dieser Wunsch formuliert wurde, legt sich bei vielen eine Art rosarote Brille vors Blickfeld. Da träumt der angehende Papa davon, im Sommer mit Kind und Cabrio durch Wien zu cruisen (und vergisst, dass die dachlose Zugluft höchst schädlich fürs Baby wäre). Da stellt sich die baldige Mama vor, wie sie sich ganz der Kindererziehung widmen kann (und vergisst, dass manche Babys eigentlich zwei Vollzeitbetreuer benötigen). Kurzum: Vor dem Kinderkriegen sind viele Eltern ein klein wenig blauäugig. Der folgende Artikel will diesen fehlgeleiteten Kompass augenzwinkernd wieder ein wenig einnorden.

1. Vergiss Schlaf
Die paar Monate, in denen das Kleine nicht durchschläft, die bekommen wir doch locker hin – denken sich viele Eltern und sehen einfach auf die Statistiken. Die sagen, dass Babys unter Umständen schon mit drei, spätestens aber sechs Monaten durchschlafen.

Das stimmt zwar, aber: Das mit dem Durchschlafen können sich die Mamis meist schon ab Mitte der Schwangerschaft abschminken. Denn spätestens wenn das Ungeborene die Größe einer Getränkedose überschritten hat, braucht es Platz im Mutterleib. Und darunter leiden all die Organe, die sonst in der schlanken Mama-Taille Platz haben. Da drückt es unten auf die Blase (dreimal pro Nacht zur Toilette), hinten gegen die Wirbelsäule (irgendwann schläft man nur noch auf der Seite) und spätestens wenn das Baby durch die Ruhe der schlafenden Mama erwacht und anfängt, kräftig auszutreten, ist mal wieder eine Nacht vorzeitig beendet.

In der Realität haben also zumindest die Mamas mit etwas Pech ein Jahr Schlafstörungen vor sich. Und das geht richtig aufs Gemüt.

Irgendwann bleibt Mama nur noch die „stabile Seitenlage“. Babys und erholsamer Eltern-Schlaf schließen sich meist gegenseitig aus. (FOTO: fotolia.com © ambrozinio)

2. Kids – der ungewünschte Mittelpunkt
Die besten Freunde heiraten und das zu dem Zeitpunkt, an dem die zweijährige Tochter endlich ein Kleidchen tragen kann – freut sich Mama und sieht ihr Töchterlein schon als heimlichen Star der Veranstaltung. Beachtet wird die Kleine sicherlich, aber mit Pech nicht, weil sie so süß ist. Nein, denn selbst wenn das Brautpaar wirklich alles richtig macht, um die Hochzeit auch nach kindgerechten Gesichtspunkten vorzuplanen, wird der kleine Schatz wahrscheinlich:
• Das ungewohnte Stillsitzen bei der Zeremonie hassen und zu quengeln oder gar zu schreien anfangen. Papa oder Mama dürfen dann die Kirche verlassen und draußen das Ja-Wort verpassen.
• Auf der Feier müde werden und weil es keine Schlafgelegenheit gibt, auf Mamas Schoß einschlafen. Wahrscheinlich genau dann, wenn das Büffet eröffnet wird.
• Bei Tisch gegen die aus Kindesaugen ziemlich langweiligen Unterhaltungen und Spiele protestieren. Statt mit den besten Freundinnen zu reden, darf Mama Slobodanka dann das Töchterchen bespaßen.
• Genau dann ins Bett müssen, wenn die Party so richtig in Fahrt kommt. Mal wieder mit Papa tanzen wie früher? Eher nicht.

Selbst diese Punkte sind noch harmlos. Denn wenn das Kind einen richtig schlechten Tag erwischt hat, kommt sein Bauch auch nicht mit dem Partyessen zurecht – und Papas Sakko ist in solchen Fällen eine beliebte Zielscheibe. Dass so manche Balkan-Frau gegen ein solches Leben rebelliert, verwundert da nicht.

So goldig, so klein – mit dem Potenzial, die ganze Feier zu sprengen, wenn Mama und Papa nicht höllisch aufpassen. (FOTO: fotolia.com © JorgeAlejandro)

3. Haushalt hoch fünf
Ein modernes Ehepaar, beide berufstätig und beide erledigen den Haushalt gemeinsam. Also so, wie die große Mehrheit der österreichischen Paare. Und das klappt auch hervorragend. Denn selbst wenn er auch nach vielen Beziehungsjahren immer noch ein wenig klassischer Balkan-Macho sein sollte, handelt es sich doch um zwei Erwachsene, die kontrolliert essen, nicht alles umkippen, Dinge auch wegräumen können.

Dann kommt das erste Kind. Selbst wenn es in den ersten Wochen und Monaten wenig mehr tut, als zu schlafen, wird es wahre Unmengen an dreckiger Wäsche produzieren. Bei manchen Eltern läuft die Waschmaschine nach der Geburt fast ununterbrochen. Später, wenn gefüttert wird, kommen heruntergeworfene Trinkbecher (natürlich mit Inhalt), mit Babybrei bekleckerte Kids (und Eltern) hinzu. Man sollte nicht glauben, mit welcher Kraft ein Baby einen vollen Teller, dessen Inhalt es nicht mag, durch die Gegend werfen kann. Gut 40 Prozent aller Paare leben kinderlos. Vielleicht liegt es auch daran, dass Mütter lernen müssen, den nun um 400% angestiegenen Haushaltsaufwand nun einarmig zu erledigen: Denn solange die Kids noch nicht krabbeln können, wollen sie den Körperkontakt zur Mutter. Will man keine Schreiorgie provozieren, muss man das Kind in den Arm nehmen.

Unter dem Strich wird die Haushaltsarbeit also nicht nur umfangreicher sein, sondern wird auch immer wieder unterbrochen werden, weil Baby seine Zuwendung will.

Mal in Ruhe irgendeine Haushaltstätigkeit erledigen und sei es nur das Führen des Haushaltsbuchs? Nicht mit Baby. (FOTO: fotolia.com © Maria Sbytova)

4. Hilfe, es krabbelt
Das ewige Herumtragen macht zwar Elternarme lahm, aber wenigstens hat man so noch die volle Kontrolle darüber, wo Baby sich gerade befindet – und da bleibt es auch. Ab ungefähr einem halben Jahr beginnt jedoch die Mobilität. Erst robben, dann krabbeln. Und spätestens wenn das Kleine laufen kann, wird die ganze, mit Mamas Liebe ausstaffierte Wohnung, zu einem gigantischen Hort der Gefahren. Kinderfinger geraten auf Entdeckungstour in Steckdosen, der kindliche Kopf ist jederzeit nur eine ruckartige Bewegung davon entfernt, gegen die Unterseite eines Möbelstücks zu donnern.

Was bis dahin für den Haushalt galt, potenziert sich nochmals. Denn bei manchen Kindern könnte man schon von Zauberei sprechen, wenn es nur ein Sekundenbruchteil-langes Blinzeln braucht, um von „Der Kleine spielt unter dem Küchentisch“ zu „Wie kommt das Kind denn bis ins Badezimmer?“ zu gelangen. Ab dem Zeitpunkt, an dem Kinder mobil werden, wird ein Großteil des elterlichen Tages dafür draufgehen, einfach nur darauf zu achten, dass sich das Kind nicht selbst in Lebensgefahr bringt. Wie viel Zeit dann noch für den Haushalt und selbst grundlegende Dinge bleibt, kann man sich ausmalen.

Keinerlei Sinn für Gefahren und alles ist interessant. Nichts ist schwerer zu hüten als ein Baby, das krabbeln kann. (FOTO: fotolia.com © es0lex)

5. Ich muss noch schnell… ach, vergiss es
Mama und Papa waren früher die Könige der Spontanität in ihrem Freundeskreis. Hier mal ein echter „Last Second“ Urlaub an der Adria, da die Spontanfeier, von der noch zehn Jahre später alle reden. Dann kam das Kind. Die Eltern leben noch in der alten Heimat, die besten Freunde arbeiten Vollzeit. Es gibt keinen, der „mal eben“ für eine halbe Stunde aufs Kind aufpassen kann.

Dann wird jeder Gang zum Supermarkt zur Weltreise. Selbst für den kleinsten Trip nach draußen muss man das Kind so vorbereiten, als wollte man einen handfesten Spaziergang absolvieren. Darüber versinkt jeglicher Anflug von Spontanität.

Fazit
Kinder sind das größte Glück, das man als Mensch überhaupt empfinden kann. Wer den Wunsch hegt, sollte ihn auch verwirklichen, denn nichts erfüllt einen so sehr, wie das eigene Leben, das man erschaffen hat. Aber Kinder bedeuten auch viel Arbeit und werfen das Leben ihrer Eltern so gründlich durcheinander, wie nichts anderes. Aber – und auch da sind sich die meisten einig – der ganze Haushaltsstress, die wachen Nächte, die verpatzten Feiern, sie alle sind spätestens dann vergessen, wenn der Kleine einen mit seinen Kulleraugen anschaut und selig lächelt. Hey: In spätestens 18 Jahren kann das ruhige Paar-Leben ja auch schon weitergehen – wenn kein weiteres Kind geplant ist.