Tufegdžić: “Angriff auf Berliner Weihnachtsmarkt war vermeidbar!”

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Tufegdžić: “Angriff auf Berliner Weihnachtsmarkt war vermeidbar!”

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FOTO: Jutarnji/Haber.ba/zVg.

Ilija Tufegdžić ist einer der bekanntesten Sicherheitsexperten aus unserer Community. Jahrelang bewachte er Botschaften, Konsulate, riesige Konzerte, bekannte Clubs, Politiker und bekannte Sänger. In einem Kommentar für KOSMO schreibt er über den terroristischen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin.

Der terroristische Angriff in Berlin zeigte uns, wie wichtig Disziplin und gute Zusammenarbeit im Sicherheitsnetz sind.

Dieser Angriff auf den Berliner Weihnachtsmarkt zeigte viele Versäumnisse der deutschen Polizei und des Bundesnachrichtendienstes (BND). So weiß man mittlerweile, dass der BND bereits vor Monaten vor einem Terror-Angriff gewarnt wurde, speziell im Zusammenhang mit dem Täter Anis Amri. Das „Ping-Pong“-Spiel des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und den Bundesbehörden ermöglichte es dem Terroristen, seinen höllischen Plan problemlos in die Tat umzusetzen. Während die Regierung des Bundeslandes noch im Sommer vor einer Gefahr durch Amri warnte, reagierten die Institutionen der Bundesrepublik nicht wirklich.

Obwohl man über Amri wusste, dass er ein gefährlicher Islamist ist, konnte er sich trotz abgelehntem Asylbescheid frei in Deutschland bewegen. Alle, deren Asylantrag abgelehnt wurde und die im Zusammenhang mit Terrorismus in Verbindung gebracht werden, sollten in einer Haft auf ihre Abschiebung warten.

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Ilija Tufegdžić ist einer der bekanntesten Sicherheitsexperten aus unserer Community. Jahrelang bewachte er Botschaften, Konsulate, riesige Konzerte, bekannte Clubs, Politiker und Sänger wie Ceca Svetlana Ražnatović.

Die machtlose Polizei

Unmittelbar nach dem Angriff zeigte sich die Machtlosigkeit und die schlechte Vorbereitung der Polizei. Zuerst verhafteten sie die falsche Person und gaben Amri so die Möglichkeit aus Deutschland zu flüchten. Die Tatsache, dass er in Italien getötet wurde, zeigt wie schlecht die Kontrollen innerhalb der EU sind. Es bleibt zu hoffen, dass Deutschland aus diesem Angriff seine Konsequenzen ziehen wird, genauso wie alle anderen Staaten aus der EU. Die Gefahr vor terroristischen Angriffen war nie größer und die Islamisten bereiten im Hintergrund weitere Pläne vor.

Zweifellos ist eine bessere Zusammenarbeit der Geheimdienste der EU-Staaten, aber auch anderer Institutionen notwendig. Genauso sollte die Vorbereitung der Polizei auf Angriffe verbessert werden: Man muss in heutigen Zeit jederzeit für einen Terror-Akt vorbereitet sein, auch wenn dieser an einem Ort passiert, wo man einen terroristischen Angriff am wenigsten erwartet. Die Überwachung von Personen, die als gefährlich eingestuft werden, muss unbedingt verbessert werden. Es muss nachvollziehbar sein, wo sich die gefährlichen Personen zur Zeit des Angriffes aufgehalten haben. Nach einem Terror-Angriff muss man alle Möglichkeiten haben, um schnell und effizient zu reagieren. Man muss die Flucht, wie sie im Fall vom Amri passiert ist, unmöglich machen. Denn: Je mehr Zeit vergeht, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Terrorist in einen der islamischen Staaten flüchtet. Wir dürfen den Terroristen nicht das Gefühl geben, auf der Siegerstraße zu sein.