Bosnien-Herzegowina größter Kreditnehmer am Balkan

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Bosnien-Herzegowina größter Kreditnehmer am Balkan

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Der bosnische Staatsapparat verschlingt die größten Anteile der internationalen Gelder. (Foto: zVg.)

Die komplexen Verwaltungsstrukturen und Rechtsunsicherheiten verhindern ausländische Investitionen in Bosnien-Herzegowina. Nicht nur Auslandsinvestitionen, sondern auch Kredite bestimmen die bosnische Wirtschaft. 

Derzeit zählt das Land zum größten Kreditnehmer des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seit 1998 bezieht das Balkan-Land Gelder der Weltbank. Innerhalb von neun Jahren wurden bereits vier Kreditverträge ausverhandelt. Nun werden Verhandlungen über einen fünften Vertrag geführt. Bosnien-Herzegowina standen 2,7 Milliarden Euro des IWFs  zur Verfügung.

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Durch eine Vereinbarung zwischen Bosnien-Herzegowina und Russland soll der 116 Mio. Euro Schuldenberg aus der sowjetischen Ära an das Balkanland ausbezahlt werden.

 

Davon wurden bisher 1,3 Milliarden genutzt. Seit Kriegsende belaufen sich die Schulden auf 491 Millionen Euro. Nach jetzigem Stand sollten die letzten Raten 2026 abbezahlt werden. Bosnien-Herzegowina hat eines der größten Staatsapparate weltweit, der sich auf die Wirtschaft abwälzt. Die gesamtstaatlichen Ausgaben dafür betragen fast 44 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Durch die Teilung des Landes in die Republika Srpska und die Föderation, verschlingen diese beiden Haushalte den größten Anteil der IWF-Kredite.

Finanzielle Unabhängigkeit Bosnien-Herzegowinas kann, laut Experten, nur dann erreich werden, wenn die öffentlichen Ausgaben weitgehend durch die aus dem Wirtschaftssystem abgeschöpften Staatseinnahmen gedeckt werden können. Öffentliche Ausgaben müssten reduziert und Bedingungen für wirtschaftliche Leistungskraft erbracht werden. Derzeit fehlt es dem Land an diesen Voraussetzungen, wie bosnische Medien berichte.

Auf der Liste mit den verschuldeten Ländern des Balkans steht auch Albanien. Seit 1992 beziehen sie Kredit von der Weltbank. Auch das Kosovo ist ein Klientel des IWFs.  2010 stellten sie den ersten Antrag. Serbien, Kroatien und Mazedonien haben ihre Schulen bereits abbezahlt. Gänzlich ohne Gelder der internationalen Gemeinschaft sind Slowenien und Montenegro ausgekommen, trotz finanziellen Schwierigkeiten die diese Länder ebenso haben.