Größter Open-Air Iftar Österreichs

ZUSAMMENLEBEN

Größter Open-Air Iftar Österreichs

502
Die bosnische Moschee im 16. Gemeindebezirk organisierte ein Abendessen (Iftar) für 1.200 Menschen. (Foto: Alisa Grgic)

Am Samstag hat in Wien das erste gemeinsame Fastenbrechen unter freiem Himmel statt gefunden. 1.200 Essensprotionen wurden verteilt, jedoch kamen weit mehr Besucher als gerechnet.

Wimpelketten, mit Papier überklebte Holztische, in Reihen gesäte Bänke und bunte Luftballons – so stellt man sich ein ausgelassenes Straßenfest vor. Am Samstag wurde die Hasnerstraße im 16. Wiener Gemeindebezirk auch so geschmückt. Doch hier wurde kein Fest gefeiert, sondern der größte Iftar (Abendessen während des Monats Ramadan) unter freiem Himmel, österreichweit, organisiert. Die Bosnische Moschee (Dzemat Bosna) in der Hippgasse lud Muslime, Nicht Muslime und Nachbarn ein, sich dazu zu gesellen und beim Fastenbrechen teilzunehmen. „Im Fastenmonat Ramadan ist der Dialog von besonderer Bedeutung. Wir wollten die Gelegenheit nutzen um die Ängste und Vorurteile, die geschürt werden, abzubauen“, erzählt der Organisator, Edin Grgic.

LESEN SIE AUCH: Ramadan: Ein Monat lang Fasten und gute Taten verrichten

Der Fastenmonat Ramadan steht vor der Türe. Für Muslime gilt es ab morgen zwischen Beginn der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang, sich von Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr fern zu halten.

 

Pfarrer und Imam in Nachbarschaft

Gegen 20 Uhr waren die Bänke in der Hasnerstraße bereits dicht gefüllt. Auf den Tischen standen die Speisen und Getränke angerichtet. Die Besucher mussten sich in Geduld üben, denn neben der Hauptspeise zogen verschiedene Kuchen und Baklava die Blicke auf sich. „Für mich war das einer der schwierigsten Fastentage. Mit dem ganzen Essen zu arbeiten hat den Hunger etwas verstärkt“, scherzte eine der Helferinnen. Neben dem Essen wurde für die Gäste auch ein Bühnenprogramm veranstaltet und Lieder in verschiedenen Sprachen vorgetragen. Am Iftar nahm auch der Pfarrer der evangelischen Kirche teil, die sich direkt gegenüber der bosnischen Moschee befindet. „Wir wollen die Begegnung und das Miteinander in unserer Nachbarschaft fördern“, so Grgic.

Zeichen für friedliches Miteinander

Bisher wurden Iftare in Wien zumeist in den Moscheen, Restaurants oder im häuslichen Rahmen organisiert. So wurde das Abendessen während des Ramadans beinahe zum unscheinbaren Phänomen. Nun wolle die muslimische Gemeinde eine neue Strategie anwenden. Man möchte sich offen zeigen und Zeichen für ein friedliches Zusammenleben setzen. Im Zuge dessen sollen auch die Mitmenschen aufgeklärt werden, weshalb an bestimmten Tagen die Moscheen abends gefüllter sind als sonst. Die Mitglieder der bosnischen Moschee luden persönlich etwa 200 Bewohner aus der Umgebung ein. Viele von ihnen seien selbst in der Hippgasse 32 erschienen um sich zu bedanken.

1
2