Das „vergessene kroatische Dorf“ in Serbien

KENĐIJA

Das „vergessene kroatische Dorf“ in Serbien

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Vergessenes kroatisches Dorf
(FOTO: Jutarnji List)

Das kroatische Medium „Jutanji list“ schreibt über das Dorf Kenđija, welches im Grundbuch als kroatisches Staatsgebiet zählt, sich aber auf der serbischen Seite der Donau befindet.

In diesem Dorf leben bis heute noch einige wenige Menschen. Einige sind weiterhin kroatische Staatsbürger, während viele abgewandert sind und nicht wenige den serbischen Pass annahmen.

Das Dorf gehört immer noch zu jenem Grenzteil zwischen Kroatien und Serbien, welcher bis heute ungeklärt ist. Dieser umfasst 10.000 Hektar offiziell kroatisches Land, welches sich aber geographisch auf der „serbischen Seite der Donau“ befindet. Auch Jahrzehnte nach dem Beschluss dieser vorläufigen Lösung wurde keine endgültige Entscheidung getroffen.

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Von den rund 50 Einwohnern, welche noch vor dem Krieg im Dorf Kotezi (Gemeinde Trebinje) lebten, blieben nur noch zwei Omis übrig.

Serbien möchte, dass dieser Zustand so verbleibt, was jedoch bedeutet, dass sich Kroatien von offiziell 10.000 Hektar Staatgebiet trennen muss. Im Gegensatz würde das Land jedoch 1.000 Hektar bekommen, welche sich derzeit laut Grundbuch auf serbischen Boden befinden.

Existenzproblem der Bewohner
Die wenigen Einwohner dieses Gebietes sehen sich durch diesen jahrzehntelangen ungelösten Grenzstreit mit großen Problemen konfrontiert, welche sogar ihre Existenz bedrohen. So dürfen die kroatischen Staatsbürger ihre Erzeugnisse nicht einfach so über die Grenze nach Kroatien bringen, um diese dort zu verkaufen.

So erzählte eine Familie für „Jutarnji list“, dass der Vater die serbische Staatsbürgerschaft angenommen hat, sodass sie ihre Produkte auf dem Markt offiziell verkaufen können, während die Mutter den kroatischen Pass hat, um so nicht um ihre Pension umzufallen. Auch wenn zahlreiche kroatische Politiker das Dorf besuchten und eine baldige Lösung zusicherten, so tut sich bereits seit vielen Jahren nichts und die Kroaten im Ort fühlen sich vom eigenen Land im Stich gelassen.

Dieses ewige hin und her bewog viele Familien dazu, die serbische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Diejenigen die jedoch kroatische Staatsbürger sind, müssen für alle bürokratischen Angelegenheiten oder sogar um die Pension zu bekommen, die Grenze überqueren und all dies im kroatischen Grenzort Batina erledigen.