Đelem, Đelem! Internationaler Tag der Roma und Sinti (VIDEO)

8. APRIL

Đelem, Đelem! Internationaler Tag der Roma und Sinti (VIDEO)

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Internationaler Romani Tag
(FOTO: iStock Photo)

Heute, vor 46 Jahren, hatte die Roma-Bürgerrechtsbewegung in London ihren Anfang und seit 1990 wird der 8. April als Internationaler Tag der Roma und Sinti gefeiert.

Am Ersten Welt-Roma-Kongress (8. April 1971) diskutierten 23 Vertreter aus insgesamt neun Staaten wichtige soziale und kulturelle Fragen. Ebenso wurde auch damals die Hymne und Flagge der Roma-Gemeinschaft festgelegt, zwei wichtige Symbole für die internationale Bürgerrechtsbewegung der Roma

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Anlässlich des Internationalen Roma-Tages am 8. April präsentierte Staatssekretärin Muna Duzdar gemeinsam mit Susanne Pfanner, Leiterin der Nationalen Roma-Kontaktstelle im Bundeskanzleramt, Emmerich Gärtner-Horvath, dem Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Roma, und Irina Spataru vom Romano Centro Bilanz und Ausblick für die Roma-Strategie 2020 in Österreich.

 

 

Flagge & Hymne der Roma

Das Blau in der oberen Hälfte und das Grün in der unteren Hälfte repräsentieren Himmel und Erde. Außerdem enthält die Flagge der Roma ein rotes Chakra, auch Speichenrad genannt, im Zentrum der Flagge. Das Chakra bezieht sich auf die indische Herkunft der Roma. Die indische Flagge enthält ebenfalls ein Chakra.

„Oh, Roma, es war ein schwerer Weg,
den wir gegangen sind auf dieser Welt.
Mit Wagen und mit ärmlichen Zelten,
mit Tränen und mit Schmerzen“,

heißt es in einer Strophe der internationalen Roma-Hymne „Đelem, đelem lungone dromesa“.

Porajmos
Neben dem Gedenken an die Beginne der Bürgerrechtsbewegung der Roma und Sinti wird jährlich am 8. April auch den Opfern des Holocausts gedacht. Mehr als 500.000 Roma und Sinti sind während des „Porajmos“ (dt.: Verschlingen) umgekommen.

Auch heute sind Roma und Sinti europa- und weltweit Diskriminierung und sozialer Benachteiligung ausgesetzt und leben am Rande der Gesellschaft in eigenen Stadtvierteln, Slums oder Notunterkünften, werden von Schulbildung, Gesundheitsversorgung, am Arbeits- und Wohnmarkt systematisch ausgegrenzt und sehen sich mit rassistischen Übergriffen und Diskriminierungen konfrontiert.

Antiziganismus bis heute präsent
Antiziganismus bezeichnet – ähnlich wie der Begriff Antisemitismus – eine bestimmte Form des Rassismus, nämlich gegenüber Menschen, denen zugeschrieben wird, „Zigeuner“ zu sein oder sich „zigeunerisch“ zu verhalten. Der Begriff bezeichnet nicht nur tatsächliche Diskriminierungen oder Übergriffe, sondern zeigt die dahinterliegende Ideologie.

Bereits beim Ersten Roma-Kongress wurde die vielfach als diskriminierend empfundene Fremdbezeichnung „Gypsi“ bzw. „Zigeuner“ zugunsten der Eigenbezeichnung „Roma“ verworfen. Auch heute kämpfen Roma und Sinti immer noch Klischeevorstellungen, Übergriffe und andere Feindseligkeiten.

Zur Erinnerung an die Genozid-Opfer und als Zeichen des Kampfes gegen fortwährende Romafeindlichkeit beschloss der Vierte Welt-Roma-Kongress 1990 in Polen formell die Einführung eines internationalen Aktionstages der Roma.