Die Perücke als Retterin während der Chemotherapie

GESUNDHEIT

Die Perücke als Retterin während der Chemotherapie

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TRAUMA. Eine Krebserkrankung bedeutet nicht nur Furcht vor dem Ausgang der Behandlung, sondern auch eine Reihe von Unannehmlichkeiten, mit denen die Patienten während der Chemo- und Bestrahlungstherapie konfrontiert sind. Eine von ihnen ist der Verlust der Haare.

Jede schwere Erkrankung und die Ungewissheit über ihren Ausgang belastet die Psyche des Patienten erheblich. Vor allem Krebs weckt viele Befürchtungen, denn er galt noch bis vor kurzem als unheilbar. Zum Glück hat die Medizin große Fortschritte gemacht und mittlerweile wird diese Krankheit, vor allem, wenn sie früh genug erkannt wird, meistens erfolgreich geheilt. Aber selbst, wenn die Krankheit zum Zeitpunkt der Diagnose schon weit fortgeschritten ist, kann sie neben operativen Eingriffen auch durch Chemo- und Strahlentherapie verlangsamt und unter Kontrolle gehalten werden, sodass das Leben in den gewohnten Bahnen weitergehen kann. Allerdings können diese Behandlungsmethoden sichtbare und sogar auffällige Folgen für das Aussehen der Betroffenen mit sich bringen und es ihnen schwer machen, sich selber in dieser veränderten Gestalt anzunehmen.

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Immer wieder hört man von natürlichen und vermeintlichen Wundermitteln, die tödlichen Krebszellen ein für allemal den Kampf ansagen. Häufig handelt es sich dabei aber um einen Trugschluss – Nicht so beim australischen Blushwood Tree, heißt es nun.

 

Auch wenn die Veränderungen der Haut und der Nägel und der Verlust der Haare und oft auch der Augenbrauen und Wimpern kein langfristiges Problem sind, beeinträchtigt das entstellte Aussehen das Selbstbild, was sich auch auf die psychische Gesundheit der Patienten negativ auswirken kann. Wenn dazu noch Ängste vor dem Verlust der Weiblichkeit bzw. Männlichkeit und vor der drohenden Möglichkeit, aufgrund der Erkrankung nicht Mutter oder Vater werden zu können, kommen, ist unschwer vorstellbar, welche Albträume alle Menschen durchleben, bei denen eine Krebserkrankung diagnostiziert wird.

Haarausfall
Es ist bekannt, dass eine Chemotherapie nicht nur auf die Krebszellen einwirkt, sondern auch auf viele gesunde Zellen: auf die Zellen der Schleimhaut, des Verdauungssystems, des Knochenmarks, auf die Geschlechtszellen sowie auch auf die Haarwurzeln. Die Haarfollikel, die Strukturen in der Haut, die voller kleiner Blutgefäße sind und die Haare bilden, gehören zu den am schnellsten wachsenden Zellen im menschlichen Organismus. Bei gesunden Menschen teilen sich diese Follikel alle 24 bis 72 Stunden. Leider kann es nur zwei Wochen nach Beginn einer Chemotherapie zum Verlust eines Teils oder aller Haare kommen, was bei Personen beider Geschlechter zusätzlichen Stress auslöst, denn das Haar geht in großen Büscheln aus und bleibt überall liegen. Für Frauen ist der Haarausfall bisweilen ein größerer Schock als die gesundheitlichen Veränderungen selber, die während einer Chemotherapie oder Bestrahlung im Körper vor sich gehen. Egal, auf welche Weise und mit welcher Intensität er erfolgt, wirkt der Haarverlust beängstigend und deprimierend und die erkrankte Person benötigt in dieser Zeit viel Unterstützung. Haarausfall kann auch in allen anderen Körperregionen eintreten: im Gesicht (Wimpern und Augenbrauen), an Armen und Beinen, unter den Achseln und im Schambereich.

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Man muss betonen, dass der Grad des Haarverlusts von der Art der medizinischen Präparate, die in der Chemotherapie eingesetzt werden, von der Häufigkeit ihrer Einnahme und der Länge der Behandlung abhängt. Einige Formen der Chemotherapie werden wöchentlich in geringen Dosen verabreicht und bringen nur geringen Haarausfall mit sich, andere erfolgen alle drei bis vier Wochen in höheren Dosen und die Wahrscheinlichkeit, dass der Haarausfall umfangreicher ist, steigt. Es ist schwer vorherzusagen, welche Patienten die Haare verlieren werden und welche nicht, selbst wenn dieselben Medikamente verabreicht werden. Zum Glück ist der Haarausfall während der Chemotherapie nur vorübergehend, denn die Haare wachsen schnell nach und das Trauma gehört schon bald der Vergangenheit an.

Auch Bestrahlungstherapie kann zum Haarverlust führen, jedoch nur an den Teilen des Körpers, die mit dieser Methode direkt behandelt werden. Wenn zum Beispiel ein Hirntumor bestrahlt wird, kommt es zum vollständigen Verlust der Haare, was bei anderen Krebsarten nicht passiert, wo nur die Haare an den betroffenen Körperteilen ausfallen. Manchmal, abhängig von der Intensität der Bestrahlung des Kopfes, wachsen die Haare nicht so nach, wie sie vorher waren.

Ratschläge des Experten:
• Schon nach den ersten Anzeichen von Haarausfall empfiehlt sich eine Totalrasur auf „Null“, denn so lässt sich die besonders empfindliche Kopfhaut besser pflegen.
• Das nachwachsende Haar sollte mit einem natürlichen und milden Shampoo gewaschen werden.
• Heiße Temperaturen sind beim Föhnen nicht empfehlenswert.
• Glätteisen und Lockenwickler sollten vermieden werden.
• Die Haare sollten besser nicht gefärbt werden.

Eine Perücke für das Selbstbewusstsein
Da Frauen ihre Haare normalerweise sorgfältig pflegen und verschiedene Frisuren ausprobieren, die sie noch schöner und eleganter aussehen lassen, ist der Verlust dieses wichtigen Kopfschmucks für sie besonders schwer. Für sie ist eine hochwertige handgefertigte Perücke aus Naturhaar die beste Lösung, um die Zeit während der Therapie und bis zum Nachwachsen der neuen Haare möglichst stressfrei zu überstehen. Die richtige Auswahl erfordert Sorgfalt und Zeit. Da sie durch die Krankheit nervös und erregt sind, wissen Frauen oft nicht, für welche Farbe, Länge und Frisur sie sich bei der Perücke entscheiden sollen. Die Hilfe einer Verwandten oder einer guten Freundin wird ihnen dabei willkommen sein und Fachleute raten, dass die Farbe eine Nuance heller sein sollte als die natürliche Haarfarbe und die Länge der Haare kurz oder mittellang, denn so ist die Perücke erheblich leichter zu tragen und zu pflegen.

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„Es ist ein sehr schönes Gefühl, wenn wir unsere Kundinnen unterstützen und ihnen mit unseren hochwertigen Produkten helfen können, ein normales Alltagsleben zu führen“, sagt Thomas Maresch, Staatsmeister und Vorsitzender der Akademie der Friseurkunst.

Perücken wie die der bekannten Marke Fritz Brennig werden individuell angefertigt. Sie sind dem Kopf genau angepasst, und da sie handgemacht sind, ist kaum bemerkbar, dass die Frau eine Perücke trägt. Die finanzielle Unterstützung, die die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) den Patientinnen und Patienten bietet, ist beim Kauf einer Perücke eine große Hilfe. Es reicht, dass die erkrankte Person ein ärztliches Rezept (eine Verordnung) vorlegt, das auch vom Hausarzt ausgestellt werden kann, und einen der sechs Partner der WGKK auswählt, die an neun Stellen in Wien Perücken anbieten. Die Beteiligung der Patienten beträgt 10 Prozent bzw. mindestens 33,20 Euro und ist für Männer und Frauen gleich.