Boško Rašović – Pazifist und Waffennarr in einem!

REPORTAGE

Boško Rašović – Pazifist und Waffennarr in einem!

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FOTO: Radule Bozinovic

BEEINDRUCKEND. Boško Rašović (46) ist einer der erfolgreichsten österreichischen Pistolenschützen, aber auch ein Geschäftsmann, der aus einer guten eine noch bessere Pistole macht. Hier ist seine Geschichte!

Boško Rašović ist ausgebildeter Maschinenbauingenieur mit abgeschlossenem Diplom. Väterlicherseits stammt er aus Montenegro, seine mütterlichen Wurzeln liegen in Serbien. Geboren ist er in Österreich und hat mit seiner Frau Petra zwei Kinder. Dieser in jeder Hinsicht vorbildliche Mann betreibt seit 2007 Schießsport.

„Alles hat ganz zufällig begonnen. Ich habe einen Arbeitskollegen in dessen Schießsportclub begleitet und das, was ich dort gesehen habe, hat mir sehr gefallen. Ich mochte Waffen sowieso, aber die hohe Konzentration der Schützen, während sie auf die Scheibe zielen, hat mich sehr beeindruckt. Ich wollte sofort mitmachen und es war Glück, dass ich mir das leisten konnte, denn das praktische Schießen ist ein sehr teurer Sport“, erinnert sich Boško.

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Sowohl die ÖVP, die SPÖ als auch die FPÖ sind sich größtenteils einig, dass es Beamten gestattet sein sollte, auch in ihrer Freizeit Schusswaffen zu tragen. Gestern ging der Entwurf in Begutachtung.

 

Ausdauernd, wie er ist, schuf Rašović schnell die Voraussetzungen, um das praktische Schießen zu betreiben. Er begann zu trainieren, nahm an Wettbewerben teil, aber…

„In den ersten zwei Jahren landete ich immer auf dem letzten Platz. Niemand erkannte mein Talent außer mir selbst. Ich wusste, dass ich mehr konnte, aber das konnte ich niemandem sagen, denn sie hätten mich wahrscheinlich ausgelacht, wo meine Ergebnisse doch etwas ganz anderes zeigten. Ich war einfach schnell, hatte ausgezeichnete Reaktionen, aber meine Technik war schlecht“, erklärt der Schütze.

Die Wende kam, als Boško zwei Jahre später zufällig mit einem Nachbarn ins Gespräch kam, von dem er wusste, dass er der Leiter eines der besten Schießclubs in Österreich war.

„Meistens haben wir das Gute direkt vor Augen und müssen nur hinschauen. Der Nachbar nahm mich mit zum Schießstand der PSV Schwechat Sportschützen, der der Polizei zur Ausbildung dient, den aber auch ein Schießsportclub benutzt. Hier begann mein Weg an die Spitze, denn beim Training habe ich das gelernt, was mir fehlte. Natürlich haben die Kollegen geholfen, unter denen es viele sehr starke Schützen aus den Reihen der Polizei gab. Nach zwei Jahren war ich unter den besten 20 Schützen Österreichs, was ein großer Erfolg war. Aber irgendetwas sagte mir, dass das noch nicht mein größter Triumph war, sondern dass ich noch mehr konnte“, erzählt Boško von diesem Zwischenspiel.

FOTO: Radule Bozinovic

Die große Wende

Im Wunsch, noch besser zu werden, versuchte Boško Rašović, sich zu einem persönlichen Seminar bei Eric Grauffel anzumelden, einem sechsfachen Weltmeister. Leider musste er etwa zwei Jahre auf einen Termin warten.

„Zum Glück kam ich mit Ljubiša Momčilović in Kontakt, einem serbischen Schießsportprofi, der zum Team der tschechischen Zbrojovka gehört, einer der berühmtesten Waffenfabriken der Welt. Er war sehr freundlich, er gab mir sogar seine Pistole und Munition, damit ich meine eigene Ausrüstung nicht nach Serbien bringen musste, und wollte dann kein Geld dafür haben. Ich merkte, dass das Visier an seiner Pistole nicht optimal war, und darum habe ich zum Dank bei dem Mann, der für Zbrojovka alle wichtigen Teile macht, in der Fabrik ein neues Teil bestellt. Seitdem sind wir Freunde, und dieses Erlebnis war auch der inoffizielle Anfang meiner geschäftlichen Tätigkeit mit Pistolenteilen“, verrät uns der Sportler.

Unser Gesprächspartner betont, dass die Beharrlichkeit bei ihm der ausschlaggebende Faktor war. Er liebte das praktische Schießen und wollte nicht auf halbem Wege aufgeben, denn das hätte sein ganzes Leben lang an ihm genagt. Es war nicht sein Ziel, alle Wettkämpfe zu gewinnen, sondern ein perfekter Schütze zu werden. Aber dennoch ist ihm auch das zugefallen.

„2011 habe ich in Österreich den dritten Platz gewonnen, während ich 2013 und 2014 in der Production Division die absolute Nummer eins im Land war. Aufgrund einer technischen Störung wurde ich 2015 zweiter, und 2016 habe ich die Division gewechselt und bin Dritter geworden. Im Wettkampfteam waren wir Erste in Österreich. Sieben internationale Wettkämpfe habe ich gewonnen, und ich habe noch mehr zweite und dritte Plätze errungen“, erwähnt Boško nur die wichtigsten Trophäen seiner Wettkampflaufbahn.

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