Fremdgehen. Warum Menschen im Seitensprung ihr Glück suchen

LIEBESLEBEN

Fremdgehen. Warum Menschen im Seitensprung ihr Glück suchen

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(FOTO: iStock Photo)

Es ist wahrlich ein irritierender Ausgangspunkt: Fremdzugehen scheint verpönt. Verachtende Blicke strafen diejenigen, die ihren Partnern untreu geworden sind. Klare Solidaritätsbekundungen für die Betrogenen folgen.

Doch wenn es doch so verpönt ist, warum gibt es das Thema dann überhaupt noch? Weil es – auch wenn es vor allem für die Betrogenen unsinnig klingen mag – Gründe gibt, warum Menschen fremdgehen. Was das Fremdgehen bewirkt, verraten diese teils unbekannten Fakten über den Seitensprung.

Viele Gründe können zum Seitensprung führen

Sicherlich hat jeder, der sich bewusst oder in einer schwachen Minute dafür entscheidet, trotz fester Partnerschaft mit einem anderen Menschen intim zu werden, seinen ganz individuellen Grund dafür. Viele diese Gründe lassen sich jedoch in die folgenden Kategorien eingruppieren:

Der Wunsch danach, bestätigt zu bekommen, dass das eigene Sex-Appeal groß ist, motiviert viele Menschen zum Seitensprung. FOTO: pixabay.com/sasint (Pixabay-Lizenz)
  • Der Bestätigungs-Seitensprung: „Ich bin doch noch sexy“

In den meisten Beziehungen schleicht sich über kurz oder lang Routine ein – in Gesprächen, in Zärtlichkeiten, in Komplimenten und im Bett. Wird gegen diesen Status Quo nicht gemeinsam angegangen, kann es passieren, dass fremden Komplimenten unbedachte Taten folgen. Die Sicherheit der Partnerschaft scheint dann weit weniger attraktiver als die Spannung einer Affäre.

Tatsächlich kann die „Ich-bin-doch-noch-sexy“-Bestätigung auch dann als nötig empfunden werden, wenn es beispielsweise beim Mann Ü50 berufstechnisch nicht mehr so klappt. Wenn der junge Kollege die Beförderung einstreicht, wird dieses Gefühlt „alt“ zu sein, häufig im Seitensprung kompensiert.

  • Der kalte-Schulter-Seitensprung: „Du beachtest mich nie“

In der Beziehung ist Routine eingekehrt. Ein Partner macht Karriere, ist häufig unterwegs und kommt abends kaputt nach Hause, um nur noch auf die Couch zuzusteuern. Häufig sucht der andere Partner gerade dann nach einer Alternative – denn neben dem ermüdenden Fernsehprogramm wird der Partner doch glatt übersehen. Tipp: Besser den Partner mit Missachtung strafen, statt mit einem Seitensprung.

  • Der Party-Seitensprung: „Es hat zur Stimmung gepasst“

Der Party-Seitensprung passiert meist in jungen Jahren. Auf einer Feier, bei der mehr oder wenig Alkohol geflossen ist und, bei der der Spaßfaktor groß war, ist es passiert: Der Weg führte von der Tanzfläche direkt ins Bett. Was bleibt ist jedoch der Kater danach – nicht nur aufgrund des Alkohols, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass nun gebeichtet oder verschwiegen werden muss.

  • Der Seitensprung als Ausweg: „Ich will nicht mehr“

Häufig kommt ein Seitensprung aus dem sprichwörtlichen heiteren Himmel, doch stimmt das wirklich? Nein! Denn wer sich voll und ganz auf ein Abenteuer mit einem anderen einlässt, der ist vielleicht im Unterbewusstsein gar nicht mehr glücklich – und möchte ausbrechen. Manchmal hilft diese Art von Seitensprung dabei, wach zu werden. Manchmal bedingt sie aber auch den Schlussstrich in einer Beziehung.

Spannenderweise passt gerade das Alter von Mann und Frau exakt zu dieser These: Frauen gehen meist im Alter von 45 Jahren fremd. Sie konzentrieren sich auf sich und merken, dass der Partner nicht mehr der richtige Lebensabschnittsgefährte sein kann.

  • Der Seitensprung aus Rache: „Das zahl ich dir heim“
„Wie du mir, so ich dir“, ist ein beliebtes Prinzip Betrogener. Ob es zielführend ist, einen Seitensprung mit eben diesem zu vergelten, ist von den Personen selbst abhängig. FOTO: pixabay.com/StockSnap (Pixabay-Lizenz)

Abbildung 2: „Wie du mir, so ich dir“, ist ein beliebtes Prinzip Betrogener. Ob es zielführend ist, einen Seitensprung mit eben diesem zu vergelten, ist von den Personen selbst abhängig.

Spannenderweise könnte eine Affäre aus Rache sogar therapeutische Wirkung haben. Ob es bei jedem Paar funktioniert, eine Ungerechtigkeit mit einer anderen zu vergelten, sei dabei dahingestellt. Möglicherweise hilft dieser Schritt, der zügig mit den Damen und Herren von Fremdgehen-69 umgesetzt werden kann, auch dabei, wieder gleichauf mit dem Partner zu sein. Wie diese Beziehung in Zukunft weitergehen kann, wissen nur die Betroffenen.

  • Der Seitensprung mit Herzklopfen: „Bin ich etwa in einen anderen verliebt?“

Dieser Grund eine Affäre einzugehen, ist die gefährlichste Variante eines Seitensprungs, denn hier sind Gefühle im Spiel. Wenn statt reiner Sexlust auch schwärmerisch an den Sex-Partner gedacht wird und es dabei in Bauch- und Herzgegend kribbelt, könnte ein ganz anderer Grund für den Seitensprung vorliegen: Die Person hat sich verliebt. Vielleicht hilft ja auch ein Blick ins Horoskop dabei, die Gefühle klar zu sortieren.

Spannend ist, wie die Woman-Redaktion diesen gefühlsbasierten Seitensprung für beide Seiten beleuchtet: „Während Männer bei Seitensprüngen vorrangig sexuelle Bestätigung ihrer Männlichkeit suchen, sehnen sich Frauen bei einer Affäre oft um emotionale Befriedigung. Nicht weiter verwunderlich, dass für Frauen ein Betrug des Partners dann schmerzlicher empfunden wird, wenn Gefühle im Spiel sind. Für Männer wirkt es hingegen schlimmer, wenn die Partnerin Sex mit jemand anderem hat, als wenn sie sich einfach nur verliebt.“

  • Der Sexlust-Seitensprung: „Endlich wieder ein Orgasmus“

Mit dem Sexleben in einer Beziehung ist das so eine Sache. Anfangs versprühten und verspürten beide Partner noch Erotik pur, doch das Leben gemeinsam reduziert eben dieses Gefühl. Sei es durch Stress im Job, die Gründung einer Familie oder aus ganz anderen Gründen. Tatsache ist, dass es beiden so geht. Wenn dann nur ein Partner nach einem sexuellen Abenteuer im Rahmen eines Seitensprungs sucht, ist das ein Sprung in die Ungleichheit. Experten raten dazu, miteinander zu sprechen, anstatt egoistisch zu handeln.

Langeweile im Bett darf kein Grund dafür sein, sich anderweitig zu orientieren. Sinnvoller ist es, das Gespräch zu suchen. FOTO:pixabay.com/AlexVan  (Pixabay-Lizenz)