In Osteurpa fordert Kälte erste Todesopfer

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In Osteurpa fordert Kälte erste Todesopfer

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Derzeit herrscht der "weiße" Tod über den Balkan. Am meisten sind Obdachlose und Flüchtlinge betroffen.(Foto: zVg.)

Eisige Temperaturen haben in Europa erneut Todesopfer gefordert. Zwei Kältetote sind am Dienstag aus Bosnien, drei aus Mazedonien gemeldet worden.

Wie die Tageszeitung „Nezavisne novine“ berichtete, sei ein Mann auf dem Gebiet der im Norden des Landes gelegenen Stadt Banja Luka und ein weiterer in der etwas südlicheren Gemeinde Ribnik erfroren aufgefunden worden. Am Montag hatte es bereits Berichte über ebenfalls zwei Kältetote im Nachbarland Serbien gegeben. Ein 88 Jähriger Mann und sein Sohn wurden tot aufgefunden.

Im Süden Serbiens, wo die Temperaturen auf unter minus 20 Grad sanken, gilt der Ausnahmezustand. Die Schifffahrt auf der Donau wurde am Dienstag wegen dort treibender Eisschollen ausgesetzt, Schwarzmeer-Häfen wegen stürmischer Winde geschlossen.

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Der Temperatursturz und die eisige Kälte halten in Wien noch an. Beim Kältetelefon der Wiener Caritas hat es seit Jahresbeginn bereits 344 Anrufe gegeben.

 

Die Kältewelle am Balkan hielt unterdessen an. In Mazedonien wurden drei Menschen vom „weißen Tod“ heim gesucht. Der kälteste Tag Skopje wurde am Sonntag, mit minus 28 Grad gemessen. Wegen des herrschenden Ausnahmezustandes appelliert die mazedonische Regierung an Obdachlosen, Schutz in Schulen zu suchen. Auch Albanien wurde von der Kältefront erwischt, bereits sechs Tote wurden gezählt.

Betroffen sind zumeist Obdachlose und Flüchtlinge. In der serbischen Hauptstadt Belgrad suchten Flüchtlinge in einer Lagerhalle in der Nähe des Bahnhofs Zuflucht. Es fehle an Unterkünften, Wasser und Nahrung. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, in Belgrad hielten sich derzeit 2000 junge Menschen vor allem aus Afghanistan, Pakistan, dem Irak und Syrien in brach liegenden Gebäuden auf, wie serbische Medien berichten.