Burka-Verbot in der Öffentlichkeit?

NACHGEFRAGT

Burka-Verbot in der Öffentlichkeit?

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(FOTO: KOSMO)

BURKAS. Die Werte der Europäischen Union gründen sich auf die Anerkennung und Pflege der Unterschiede zwischen den Menschen. Allerdings führen die globalen Entwicklungen und der große Zustrom von Flüchtlingen dazu, dass das Aufeinandertreffen der Kulturen in der letzten Zeit gesellschaftliche Erschütterungen hervorruft, die auch vor Österreich nicht haltmachen. Um die Integration der Ankömmlinge zu erleichtern, werden auch gesetzliche Verbote erwogen. Darum hat KOSMO unsere Landsleute gefragt: „Sind Sie für ein Burka-Verbot in der Öffentlichkeit?“

(FOTO: Radule Božinović)

Ich habe nichts gegen Burkas, denn jeder muss das Recht auf seine Besonderheit haben, wenn er damit niemand anderen behindert. Wir leben in einem demokratischen Land, daher wäre jedes Verbot eine Verletzung der Menschenrechte. Ich bin für Freiheit, solange damit die Freiheit der anderen nicht gefährdet wird.

(FOTO: Radule Božinović)

Ich bin für ein Verbot, denn hier müssen wir uns an die Mehrheitsbevölkerung anpassen, in die wir eingewandert sind. Ich achte fremde Sitten natürlich, auch wenn es um die Kleidung geht, aber ich finde, dass wir alle, die wir uns für ein Leben in Österreich entschieden haben, uns integrieren müssen und aus dem Gesamtbild in diesem Land nicht herausfallen dürfen.

(FOTO: Radule Božinović)

Wenn es nach mir geht, darf jeder tragen, was er will. Es stört mich nicht, wenn ich Frauen in Burkas auf der Straße sehe, aber ich habe bemerkt, dass sich die Kinder fürchten. Wien ist in jeder Hinsicht voller Vielfalt und das ist schön, aber ich finde, dass es für alle Migranten wichtig ist, sich der hiesigen Lebensart anzupassen.

(FOTO: Radule Božinović)

Ich weiß, dass man sich integrieren und die Werte der hiesigen Gesellschaft akzeptieren muss, aber man kann niemandem das Recht auf seine kulturellen und religiösen Besonderheiten absprechen, besonders wenn es um Zuwanderer aus traditionellen Regionen geht. Mit Verboten erzielt man einen negativen Effekt, darum bin ich dagegen, auch wenn es um Burkas geht.

(FOTO: Radule Božinović)

Ich sehe, dass es in Wien immer mehr Frauen mit Burkas gibt, und ich finde das komisch. Ich frage mich, ob sie erst jetzt zugewandert sind oder schon lange hier leben und diese Kleidung vielleicht unter Druck akzeptiert haben. Ich habe nichts dagegen, wenn es ihre eigene Entscheidung ist. Aber es gefällt mir nicht, wenn hier Frauen in ihren Rechten beschnitten werden.

(FOTO: Radule Božinović)

Österreich ist traditionell ein katholisches Land, aber mit einer weitreichenden Demokratie, die allen Bürgern das Recht gibt, ihre eigenen Sitten zu pflegen. Wir Migranten müssen diese Lebensart und diese Sprache annehmen. Burkas sind nicht Teil der europäischen Kultur und man sollte sie gesetzlich verbieten, so wie in Frankreich.

(FOTO: Radule Božinović)

Wenn in eine Bank, zum Magistrat oder sonst wohin eine Frau in einer Burka kommt, wissen die Beamten nicht, mit wem sie es zu tun haben, und das ist inakzeptabel. Ich finde, dass alle Sitten, die eine Ausschließlichkeit bedeuten, in den eigenen vier Wänden gepflegt werden können, aber in der Öffentlichkeit sollte man sich nach den Regeln dieses Land richten.

(FOTO: Radule Božinović)

Ich glaube nicht, dass jemand Frauen dazu zwingen kann, etwas zu tragen, was sie nicht wollen, auch keine Burka. Wenn das ihre Entscheidung ist, sollen sie sie tragen, aber wenn ein Gesetz sagt, dass das nicht mehr erlaubt ist, sollten sie sich nicht aufregen. Uns hat dieses Land alle Rechte gegeben, aber das heißt nicht, dass wir hier unsere Regeln einführen können.