Jugos bieten Wertekurse für Flüchtlinge an

DIVERSITÄT

Jugos bieten Wertekurse für Flüchtlinge an

378
Die Namensänderung verhalf Scheiko Grbar und seine Frau Sany (ursprünglich Svetlana) zu erfolgreichen Unternehmern. (Foto: iStock)

Der Verein „Ex 4 New“ startet Wertekurse für Flüchtlinge. Im Vorstand des Vereins sitzen Bosnier, Kroaten und Serben, die den Neuankömmlingen österreichische Tradition und Bräuche nahelegen wollen.

Im 16. Wiener Gemeindebezirk befindet sich das neugegründete Institut der Ex 4 New Mitglieder. Insgesamt zählt der Verein 15 Personen, die sich zusammengeschlossen haben, um den Neuankömmlingen die Ankunft in Österreich zu erleichtern. Denn, so wie sie sagen, hatten sie damals, als sie nach Österreich kamen, keine Wertekurse und auch keine Aufklärung hinsichtlich österreichischer Kultur. „Wir wollen Flüchtlingen gewisse Unannehmlichkeiten ersparen, die uns widerfahren sind“, so der Vorstand des Vereins, Scheiko Grbar. Früher hatte Scheiko Grbar einen anderen Namen, er hieß Željko Grbaric.

Doch mit dem Namen hat es Zeljko nicht weit gebracht. Er wurde lediglich Vorarbeiter einer Reinigungsfirma. Das war dem 43-Jährigen zu wenig, weshalb er nach Wegen suchte die Karriereleiter weiter hinauf zu klettern. So traf er bei der Arbeiterkammer auf die Beraterin Fani Lib. Auf Anraten von Frau Lib, die früher Fadila Libic hieß, änderte Zeljko seinen Namen und leitet nun das Reinigungsunternehmen in dem er davor einfacher Arbeiter war. „Dieses Wissen hat man als Neuling in Österreich nicht und das ist nur der erste Schritt“, erzählt uns Grbar.

Der Verein hat einen Jahresplan für Flüchtlinge erstellt, wo Verhaltensregeln und die Etiketten der österreichischen Gesellschaft gelehrt werden. Viel Wert wird auch auf die deutsche Sprache gelegt, aber wie die Vereinsmitglieder bestätigen, kann man Alternativen für ungewöhnliche Buchstaben entwickeln. „Aus Tür hat sich Tire etabliert. Artikel werden zumeist ausgelassen, dieser kommen erst später zum Einsatz“, sagt Theodor Grg, ein weiteres Vereinsmitglied, der früher Tihomir Grgic hieß.

LESEN SIE AUCH:SELBSTHILFEGRUPPE FÜR MÄNNER MIT EX-BALKANFRAUEN

“Wenn Du auch eine Frau oder Freundin aus dem ehemaligen Jugoslawien hast oder wenn Du planst, eine solche Beziehung einzugehen, informiere dich gründlich. Wir bieten Kurse und Seminare”, so wirbt ein Männerverein im 10. Wiener-Gemeindebezirk.

 

Neben der Spracherlernung sind auch diverse Hausordnungen am Programm. „Ganz oben steht die Benutzung von elektronischen Geräten und die Lärmbelästigung durch Kinder, da diese Dinge zeitgebunden sind“, so Grbar. Der Verein möchte auch den Eltern unter die Arme greifen und bietet zusätzliche Kurse für Erziehungsmaßnahmen an. Hier werden Methoden gelehrt, die kulturübergreifend sind. Mit dem Basiskurs „Einkaufen mit Kindern ohne Jugendamt“ bis zu „Kindergeld gehört den Eltern“ wird fundiertes Wissen an geflüchtete Eltern weitergegeben.

*Diese Meldung hat satirischen Charakter.*