KOSMO Cribs: Verica und Momir Mirković – “Wir haben von Null begonnen”

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KOSMO Cribs: Verica und Momir Mirković – “Wir haben von Null begonnen”

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(FOTO: KOSMO/Radule Božinović)

Unsere Landsleute haben ihr Leben in Österreich zumeist in bescheidenen und unzureichenden Wohnungen begonnen. Einige sind viele Jahre in diesen Wohnungen geblieben, aber es gibt auch solche, die die Geräumigkeit eines eigenen Hauses gesucht und ihr Zuhause gebaut haben. Unter Entbehrungen und voller Energie haben sie für ihre Familien Häuser in Wien und Umgebung gebaut. KOSMO hat einige von ihnen besucht.

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Unsere Landsleute haben ihr Leben in Österreich zumeist in bescheidenen und unzureichenden Wohnungen begonnen. Einige sind viele Jahre in diesen Wohnungen geblieben, aber es gibt auch solche, die die Geräumigkeit eines eigenen Hauses gesucht und ihr Zuhause gebaut haben. Unter Entbehrungen und voller Energie haben sie für ihre Familien Häuser in Wien und Umgebung gebaut. KOSMO hat einige von ihnen besucht.

Als sie 1978 nach Wien kamen, wohnten sie drei Jahre lang bei Vericas Eltern in einem kleinen Kabinett. Ihr Sohn Bojan und die Tochter Izvorinka blieben bei Momirs Eltern im Dorf. In beengten und unzureichenden Räumlichkeiten blieben sie noch bis 1985, als sie eine Hausmeisterwohnung von 40 m² bekamen, in der sie Dusche und WC hatten. In diese kleine Wohnung holten sie auch ihre Kinder.

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In beengten und unzureichenden Wohnungen lebten sie bis 1985, als sie eine Hausmeisterwohnung von 40 m² erhielten, in der sie Dusche und Toilette hatten und in die sie auch ihre Kinder holten. (FOTO: KOSMO/Radule Božinović)

„Ich habe als Bauspengler beim Bau des AKH gearbeitet. Von morgens bis abends war ich auf der Baustelle und habe gut verdient. Der größte Teil dieses Geldes ging nach Serbien, wo wir das alte Haus meines Vaters von Kopf bis Fuß renoviert haben. Dann kauften wir ein neues Auto und ein Grundstück in Požarevac. Als die Kinder größer waren nahmen wir 1992 eine große Wohnung, in der jeder sein Zimmer hatte und in der wir uns wie in einem Palast fühlten. Von dort heiratete unsere Tochter weg und unser Sohn brachte unsere Schwiegertochter Tanja heim. In diese Wohnung kamen auch die Enkelkinder Aleksandar und Aleksandra. Aber mit der Zeit wurde uns der Platz zu eng und wir entschieden, ein Haus zu bauen und nicht länger Miete für fremde Wohnungen zu zahlen“, beginnt Momir seine emotionale Reise durch die Erinnerung.

Die Inneneinrichtung des Hauses haben die Mirkovićs ihrem Sohn Bojan und ihrer Schwiegertochter Tanja überlassen. Sie haben das gesamte Mobiliar aus Ägypten bestellt. Das Haus in Požarevac ist noch luxuriöser. (FOTO: KOSMO/Radule Božinović)
Die Inneneinrichtung des Hauses haben die Mirkovićs ihrem Sohn Bojan und ihrer Schwiegertochter Tanja überlassen. Sie haben das gesamte Mobiliar aus Ägypten bestellt. Das Haus in Požarevac ist noch luxuriöser. (FOTO: KOSMO/Radule Božinović)

Nach dem Kauf eines Grundstücks gründete diese fleißige Familie 2006 ihre eigene Firma, die Isolationen, Dampfheizungen, Klimaanlagen und Brandschutzisolationen macht. Beim Hausbau hielten sie sich an die Buchstaben des Gesetzes und machten alles, was möglich war, selber.

„Jeden freien Moment verbrachten wir auf der Baustelle, denn wir waren entschlossen, so bald wie möglich in das Haus einzuziehen. Nichts war uns zu schwer, jeder Ziegel ist durch unsere Hände gegangen und wir waren stolz auf unsere Arbeit. Der Bau der beiden Stockwerke von je 128 m² und des Kellers dauerte ein Jahr und 2007 konnten wir einziehen. Die Innenräume haben unser Sohn und seine Frau nach ihrem Geschmack eingerichtet. Sogar aus Ägypten haben sie Möbel bestellt“, ergänzen sich Verica und Momir beim Erzählen gegenseitig.

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Beim Hausbau haben sie sich an die Buchstaben des Gesetzes gehalten. Alles, was möglich war, haben sie selber gemacht. Nichts war ihnen zu schwer. (FOTO: KOSMO/Radule Božinović)

Inzwischen haben die Mirkovićs in Požarevac ein großes Haus gebaut, das viel luxuriöser ist als das in Wien, und auf Wunsch des Sohnes Bojan ist auch im Dorf ein neues Haus entstanden, obwohl sie nicht sehr oft dorthin fahren.

„Wenn Verica pensioniert wird, werden wir häufiger nach Serbien fahren, aber nicht für immer, denn wir können nicht ohne unsere Kinder leben. Ich danke Gott, dass er mir Gesundheit und eine gute Familie, Paten und Freunde geschenkt hat, und darum habe ich in meinem Geburtsdorf Živica bei Požarevac eine Aktion für den Bau einer Kirche gestartet. Den größten Teil des Geldes spendet meine Familie. Wir haben genug, man muss auch andere Menschen unterstützten“, sagt uns am Ende unser Gastgeber Momir.

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„Der Bau der beiden Etagen von je 128 m² und des Kellers dauerte ein Jahr. 2007 sind wir endlich in unser Haus eingezogen“, sagen die Mirkovićs. (FOTO: KOSMO/Radule Božinović)