Wenn Sprechen zur Qual wird
Ein Wiener Forschungsteam hofft seit einiger Zeit auf bessere Therapiemöglichkeiten zwecks Verwerfung alter Forschungsergebnisse. Rund 80.000 Menschen in Österreich leiden unter dem Stottern. Das Stottern zählt zu der Gruppe der Kommunikationsstörungen und ist dem Menschen als solche schon seit 2000 Jahren bekannt. Dennoch versucht man bereits seit 150 Jahren, die Ursachen des Stotterns zu ergründen. Bislang vergeblich. Zahlreiche Theorien über die Ursache des Stotterns hielten sich über die Jahre hindurch. So wurden zum Beispiel traumatisierende Kindheitserlebnisse als Auslöser dieser Kommunikationsstörung gesehen. Häufig schloss man bei dieser Störung auch auf eine niedrige Intelligenz. Seit 2003 beschäftigt sich erstmals die ,,Complex System Research Group" mit erneuten Messungen der Ursachen des Stotterns. Als Probanden nahm man eine Gruppe stotternder Menschen und eine Probandengruppe ohne derartige Kommunikationsstörungen. Den Stotterern fehlte die charakteristische hohe Sensibilität beim Formulieren eines Wortes.
Fest steht also, dass das Stottern durchaus als eine neurologische Störung klassifiziert werden kann. Somit entfallen sämtliche Mythen eines psychologischen Auslösers für das Stottern. Das Stottern schafft čngste. Man sollte es auf keinen Fall ignorieren oder gar tabuisieren, denn dadurch kann eine solche Kommunikationsstörung nur noch verschlimmert werden. Häufig sehen Patienten ihr ,,Handicap" als peinlich an und meiden Kontakt mit den anderen Menschen. Stottern kann zu einer Isolation der betroffenen Person führen, wenn diese nicht bald behandelt wird. Daher ist das Aufsuchen eines guten und vertrauensvollen Logopäden in allen Fällen unerlässlich.
Es existieren eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten zur Bekämpfung oder Eindämmung. Bei solchen Therapien ist es unbedingt erforderlich, sich näher mit dem stotternden Patienten zu beschäftigen. Therapiechancen werden erst dann gewährleistet, wenn auf die individuellen Bedürfnisse der zu heilenden Person eingegangen wird.
Lina Vezmar









