Ob 1., 2. oder 3. Generation, Umwelt geht uns alle was an!

SMARTER TOGETHER

Ob 1., 2. oder 3. Generation, Umwelt geht uns alle was an!

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Smarter Together 1
Projektleiterin Julia Girardi-Hoog im Gespräch (FOTO: PID/Jobst)

Das EU-Projekt „Smarter Together“ – „Gemeinsam g‘scheiter“ entwickelt lokal vor Ort in Simmering Ideen für die smarte und lebenswerte Stadt der Zukunft. Und dabei machen alle mit: ob „Ur“-WienerInnen oder echte WienerInnen der 1., 2. oder 3. Generation.

Was ist Smarter Together?
Smarter Together ist ein von der EU gefördertes Projekt, das gemeinsam mit München und Lyon durchgeführt wird (im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms Horizon 2020). Im Fokus stehen Stadterneuerung bzw. die Stadt der Zukunft und die Erreichung der Pariser Klimaziele.

Smarter Together Info-Plakat: Projektgebiet in Simmering (FOTO: PID/Jobst)

Was wird gemacht?
Umgesetzt wird ein umfassendes Maßnahmenpaket, bei dem entweder einzelne Aspekte höchst innovativ sind oder aber die Innovation in neuen gesamtheitlichen, holistischen, Zugangsweisen und Prozessen besteht.

So werden etwa Maßnahmen zur smarten Gebäudesanierung in der Wohnhausanlage (WHA) der BWSG in der Hauffgasse 37-47 oder der beiden Wiener Wohnen Gebäude in der Lorystraße 54-60 sowie Herbortgasse 43. Beide haben zudem einen wichtigen Multiplikatoreneffekt für zukünftige Sanierungen. Auch das Energiemanagement und Solarenergie werden in der WHA Hauffgasse 37-47 auf neue, zukunftsweisende Beine gestellt.

Die NMS Enkplatz bekommt einen 0-Energie-Turnsaal und wird zudem erweitert, was nur durch die professionelle Zusammenarbeit zahlreicher Dienststellen der Stadt Wien und des politischen Willen möglich ist. Die E-Mobilität wird innovativ gefördert. So kommt in die WHA Hauffgasse 37-47 ein innovatives E-Car-Sharing, das beispielhaft für andere große WHA ist. Ein Bike-Sharing ist in Planung. Sogar ein E-Lastenfahrrad fürs Grätzel gibt’s ab sofort bei der Gebietsbetreuung GB* 3/11 in der Lorystraße 35-37 zum Ausborgen. Innovative Infrastrukturmaßnahmen werden ebenso gesetzt, es kommt ein innovativer Mobility-Point, der auch Resultat einer lokalen Mobilitätsbefragung ist.

Projektleiterin Julia Girardi-Hoog im Gespräch (FOTO: PID/JOBST)

Inzwischen zeigt sich, dass Smarter Together eine wahre Plattform für zahlreiche städtische und außerstädtische initiativen ist, die durch die Integration  ins Projekt ein neues Gewicht erhalten. Zahlreiche NGOs bzw. Einrichtungen, die diesen oder jenen Aspekt der BürgerInnenbeteiligung bedienen, machen etwa bei der projekteigenen Kommunikationsplattform, dem SIMmobil, teil. Das Blocksanierungsgebiet wurde u.a. auch aufgrund der Vorleistung von Smarter Together für den Geiselberg in der jetzigen Form so aufgesetzt. Auch. Auch zwei kurze Filme gibt es bereits, weiter folgen. Nicht unwesentlich ist auch das Wissensmanagement und der internationale Austausch mit den Partnerstädten, mit den sog. „Follower Cities“ und im europäischen Verband, zumindest zur Förderung der Standortattraktivität. Und Vieles mehr.

Klimaziele gehen uns alle was an
Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen – und das müssen wir – dann sind insbesondere Maßnahmen in der bestehenden Stadt gefragt. Denn der Neubau macht ja nur ca. 5 % aus.

Und weil es um die Weiterentwicklung  der bestehenden Stadt geht, um Stadterneuerung also, ist Schirmherr des Projektes in Wien auch Stadtrat Michael Ludwig.

Michael Ludwigs Auftrag: „Die Menschen im Fokus“
Stadt, das sind nicht nur Gebäude und Infrastruktur, das sind vor allem auch die Menschen, die in ihr wohnen, leben oder arbeiten. Unabhängig davon, seit wann sie nun hier sind oder ob sie gerade erst angekommen sind.

Deshalb Michael Ludwigs Auftrag bei der Konzeption: Ein Projekt zu entwickeln, bei dem die Menschen im Mittelpunkt stehen. Auch wenn die EU-Ausschreibung nicht unwesentlich hochtechnologische Maßnahmen wie Datenplattformen vorsieht, die Zukunftsziele und Lebensqualität können wir nur erreichen, wenn alle ihre Verantwortung wahrnehmen und mitmachen.

Stadtrat Michael Ludwig und Wilhelm Haberzettl, Vorstandsvorsitzender der BWSG beim Baustellenbesuch in der Hauffgasse 37-4 (FOTO: PID/Jobst)

Gelebte Partnerschaft
Die Mülltrennung ist so ein wegweisendes österreichisches Erfolgsmodell, das für eine touristisch attraktive Landschaft sorgt und so zu Wirtschaft und Wohlstand beiträgt. Und das gleiche gilt für die Stadt der Zukunft. Auch da kann man als BewohnerIn mitmachen: Ein Fernwärmeanschluss ist ökologischer als eine Ölheizung. E-Mobilität und Öffis nachhaltiger als ein Protzauto. Dabei fördert die Stadt Wien zum Beispiel Wohnhaussanierungen angesichts der Sanierungszyklen von 20 bis 30 Jahren mit beachtlichen Mitteln.

Natürlich werden auch die „Großen“ in die Pflicht genommen. Das Siemens Werk Leberstraße macht ebenso mit wie die Post oder die Wiener Stadtwerke und die Kelag Wärme. Die Wien Energie ist ein zentraler Infrastrukturpartner. Die Wiener Linien mit der NEUMO sind ebenso dabei, sie baut etwa den innovativen Mobility Point. Die BWSG und Wiener Wohnen sanieren. Sycube und Caruso sind als KMUs verantwortlich für lokale und innovative e-Mobilitätslösungen mit E-Bike und E-Car-Sharing-Systemen.

Gemeinsam g’scheiter
Smarter Together ist auf vielfältige Weise mit den Menschen vor Ort im Gespräch: Das mobile Informationslabor SIMmobil ist immer dort, wo projektbezogen die Menschen vor Ort angesprochen und eingebunden werden können. Vor der Schule am Enkplatz wurden so die SchülerInnen intensiv einbezogen.. Eine Befragung zur Mobilität wurde im EKZ Simmering durchgeführt. In der VHS Simmering finden immer wieder gemeinsame Aktivitäten statt. Dort sind regelmäßig unsere Partner und Caterer bei Veranstaltungen: die „Ur-Wiener“ Pferdeleberkäse-Anbieterin Bettina Apeltauer, der türkische  Flying Pizza-Mann und der serbische / ex-Yu Zlatno Burence. Smarter Together redet nicht vordringlich über Integration, wir tun es einfach mit viel Liebe.

Obst für die SIMmobil-MitarbeiterInnen von Flying Pizza (FOTO: Facebook-Screenshot)

 

Mitmachaktionen
Im Herbst gibt es eine eigene Förderschiene für Fernwärmeanschlüsse im Projektgebiet. Das Science Pool bietet spannende Workshops für SchülerInnen an. Im Oktober startet eine große Aktion in Kooperation mit der Mobilitätsagentur Wien: „Beat the Street“, ein spielerischer Wettbewerb, bei dem 10 Schulen mit ca. 4.400 Kindern im Grätzel und darüber hinaus mitmachen. Themenschwerpunkt: aktive Mobilität in der Schule. Am 18. September findet ein spannender Grätzelrundgang mit Schwerpunkt Infrastruktur statt.

Regelmäßige News gibt es auf der Projekthomepage: www.smartertogether.at wo man sich auch zum monatlichen Newsletter anmelden kann.

Bojan-Ilija  Schnabl
Taskleader Kommunikation