Stefan & Jovana: Fernbeziehung – Aus den Augen, aus dem Sinn?

REPORTAGE

Stefan & Jovana: Fernbeziehung – Aus den Augen, aus dem Sinn?

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FOTO: privat

FERNBEZIEHUNG. Kann die Liebe alles besiegen? Sogar mehrstellige Kilometerzahlen? Bedeutet aus den Augen immer auch aus dem Sinn oder ist das nur ein Test für die Liebe? Antworten auf all diese Fragen haben uns unsere Gesprächspartner anhand ihrer eigenen Beispiele gegeben.

Man sagt, dass Distanzen eine Frage des Kopfes und nicht des Herzens sind. Man sagt, dass das Schwerste die emotionale Distanz ist, aber dass man die physische Distanz irgendwie ertragen kann. Man sagt auch, dass die wahre Liebe immer einen Weg findet und siegt. Man sagt alles Mögliche, aber unsere Journalistin hat sich dieses Mal entschlossen, zu überprüfen, was Wahrheit ist und was Mythos.

In unserer dreiteiligen Serie wollten wir dem auf den Grund gehen. Alle unsere Gesprächspartner haben Erfahrungen mit Fernbeziehungen, einige positive, andere negative, und wieder andere stecken gerade mitten in dieser Erfahrung. Aber eines verbindet sie alle: der Glaube an die Liebe. Nun wollen wir euch Stefan Petković & Jovana Soldo vorstellen…

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FERNBEZIEHUNG. Kann die Liebe alles besiegen? Sogar mehrstellige Kilometerzahlen? Bedeutet aus den Augen immer auch aus dem Sinn oder ist das nur ein Test für die Liebe? Antworten auf all diese Fragen haben uns unsere Gesprächspartner anhand ihrer eigenen Beispiele gegeben.

 

Aus den Augen, aber doch im Herzen

„Ich glaube, dass jede Beziehung gleich ist, ob es eine Fernbeziehung ist oder nicht, wichtig ist nur, ob die Person und die Beziehung den Kampf und die Opfer wert sind. Wenn sie es sind, gibt es keinen Grund, dass die Beziehung scheitern sollte“, sagt uns klar und enthusiastisch Stefan, der bereits seit sieben langen, aber süßen Monaten in einer Fernbeziehung mit Jovana lebt. Kennengelernt haben sie sich, wie es wieder einmal so ist, ganz zufällig – über die sozialen Netzwerke. Stefan als Sportler in Wien, aber mit Wurzeln in Bijeljina, und Jovana als Studentin in Sarajevo. Die Entfernung demnach: Wien – Sarajevo. Auf unsere Frage, wie ihre Beziehung begonnen hat, d.h. wie die Entscheidung für die Fernbeziehung gefallen ist, denkt Stefan nur ganz kurz nach und antwortet: „Hmm… Diese Beziehung hat als etwas sehr Interessantes begonnen, als ich im Urlaub zu Hause war, und dann haben wir uns entschieden, es auf die Distanz zu probieren, obwohl ich zugeben muss, dass es am Anfang sehr schwer zu akzeptieren war, dass so etwas funktionieren könnte“, erzählt uns Stefan offen.

Dennoch wird dieses Paar, wie Sie auf den Fotos sehen können, von dem „gewissen Etwas“, einem unerklärlichen Zauber geleitet. Dieses „gewisse Etwas“ gibt ihnen Kraft und Geduld zum Warten, das jede Beziehung unweigerlich mit sich bringt, auch eine Fernbeziehung. Neben allen Verpflichtungen, die der Sportler und die Studentin haben, schaffen sie es, sich manchmal zweimal im Monat zu sehen, manchmal aber auch nur einmal in zwei Monaten. Wie Stefan betont, hilft die moderne Technologie solchen Beziehungen viel: mit Viber, WhatsApp und Skype ist er mit Jelena täglich vom morgendlichen Erwachen bis zum Schlafengehen am Abend in Kontakt. Aufmerksamkeit und Kommunikation sind in dieser Beziehung so wichtig wie auch in jeder anderen, aber darüber hinaus braucht es auch Kreativität. Darum denkt Stefan immer sorgfältig daran, Jovana neue und interessante Orte zu zeigen, wenn sie ihn in Wien besucht. Während er über seine Beziehung spricht, wird uns anhand seiner Blicke und des offensichtlichen Enthusiasmus vollkommen klar, dass ihn die Liebe leitet und dass ihm daher nichts zu schwer ist. Wahrscheinlich ist das die Antwort auf alles…

Das glückliche Paar arbeitet bereits an seinen Zukunftsplänen. (FOTO: privat)

Der nächste Schritt ist vielleicht nur die Kunst und die Geduld, diese Liebe aufrechtzuerhalten. Stefan und Jovana gelingt das bereits seit sieben Monat gut. Diese Beziehung bringt natürlich auch die hässliche Seite mit sich, dass man sich nicht sehen kann, wann man will, und einen allgemeinen Mangel an Zeit, die er mit der Partnerin verbringt, wie uns Stefan erzählt. Aber es gibt auch die andere, die positive Seite der Medaille: „Der Vorteil einer solchen Beziehung ist, dass es keinen unnötigen Streit über Kleinigkeiten gibt, denn Sie sind weit voneinander entfernt, und wenn Sie zusammen sind, bemühen Sie sich, die Zeit möglichst schön zu verbringen und die Person, mit der Sie zusammen sind, möglichst glücklich zu machen. Sie schätzen jeden Augenblick, den Sie mit der geliebten Person verbringen, viel mehr“, erklärt uns unser glücklich verliebter Gesprächspartner. Ist die Liebe der Motor von allem oder liegt es an unserer Entscheidung, uns einer Person zu widmen und eine Beziehung engagiert weiterzuentwickeln? Stefan und Jovana erfüllten definitiv alle Kriterien. Ihre Beziehung hat bereits einige gemeinsame Pläne hervorgebracht…

„Das Ziel unserer Beziehung ist natürlich, diese tolle Beziehung zu erhalten, aber natürlich auch, zu versuchen, irgendeinen Weg zu finden, ein gemeinsames Leben zu beginnen und die Kilometer zu überwinden und unsere Beziehung ganz zu genießen“, schließt Stefan motiviert. Und so bestätigt dieses Paar im Gegensatz zu vielen anderen Paaren, die beklagen, dass sie keine Zeit haben, sich zu organisieren und sich neben allen Alltagspflichten in ihrer gemeinsamen Stadt zu treffen, dass, wer will, auch einen Weg findet, und wer nicht, eine Ausrede.