Urlaub am Balkan: Wenn die Diaspora kommt, freuen sich die korrupten Bullen!

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Urlaub am Balkan: Wenn die Diaspora kommt, freuen sich die korrupten Bullen!

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FOTO: zVg.

Unsere Bloggerin Jelena fuhr wie viele andere über die Feiertage “runter”, um am Balkan im Kreise ihrer Familie Ostern zu zelebrieren. Dass sie an diesem Wochenende die dunkelsten Seiten des Landes zu spüren bekommen würde, war ihr bis dato noch nicht klar.

Vergangenes Wochenende wurde ich zum ersten Mal Zeugin der verbreiteten Korruption am Balkan, als meine Cousine, ihr Mann und ich beschlossen Samstagabend auszugehen. Da es bei uns weit und breit keine Clubs gibt, mussten wir eine etwa 40-minütige Fahrt auf uns nehmen, um im nächstgelegenen Ort fündig zu werden. Gegen Mitternacht befanden wir uns auf irgendeiner Landstraße auf dem Weg nach Orašje und es regnete, als uns ein Polizist aufhielt, dem das Wiener Kennzeichen des Autos sofort aufgefallen war.

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Wie nun „economy.rs“ berichtet, befindet sich Serbien unter den Top 40 der korruptesten Staaten der Welt mit Hinterziehungen in Milliardenhöhen.

 

Während der Mann meiner Cousine – nennen wir ihn Daniel – langsam am Straßenrand zum Stillstand kam, sagte ich zu ihm: “Verdammt, ich bin nicht angeschnallt”. Da ich hinten saß, dachten wir, dass das schon nicht so schlimm sein würde – schließlich befanden wir uns in Bosnien, wo es in puncto Verkehrssicherheit ohnehin niemand so genau nimmt. Ich weiß aber beim besten Willen nicht, warum ich dennoch nicht zum Gurt griff – Zeit genug hätte ich dafür nämlich gehabt.

Böses Erwachen

Als Daniel das Fenster herunterließ, strahlte der Polizist mit seiner Taschenlampe ins Fahrzeug und verlangte sofort die Fahrzeugpapiere unseres Lenkers. Während Daniel danach suchte, leuchtete der Beamte offensichtlich nach Verstößen suchend auf den Rücksitz, auf dem ich in einem Kleid saß. Ich bemerkte, wie der Strahl seiner Taschenlampe auf meinen Beinen anhielt, wo er einige Sekunden verblieb, bis ich sie erschrocken und angewidert zugleich mit meiner Jacke verdeckte.

“Wofür dient der Gurt, Daniel?”, fragte der übergewichtige Polizist während er seinen Führerschein genau inspizierte. Ohne ihn ausreden zu lassen, setzte er fort: “Die Strafen für dieses Vergehen sind bei uns rigoros. Wir sprechen hier von 100 Konvertiblen Mark (etwa 50 Euro).” Da sowohl meine Cousine als auch ihr Mann angeschnallt waren, konnte er nur mich meinen. Während Daniel erklärte, dass er nicht wusste, dass in Bosnien am Rücksitz Anschnallpflicht herrsche, meldete ich mich zu Wort und erklärte, dass dies allein meine Schuld war. Scheinbar gilt aber auch dort der Grundsatz “Unwissenheit schützt vor Strafe nicht”, weshalb der Polizeibeamte, der nicht der hellste zu sein schien, kläglich versuchte uns den Paragraphen wiederzugeben, was ihm aber nicht gelang.

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