„Wir werden bei der EM für eine Überraschung sorgen!“

INTERVIEW

„Wir werden bei der EM für eine Überraschung sorgen!“

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FOTO: Archiv Simone Koren

INTERVIEW. Die österreichische Fußballnationalspielerin Simona Koren (24), die aus dem kroatischen Čakovec stammt, spricht über die Qualifikation Österreichs für die Fußballeuropameisterschaft 2017 in den Niederlanden.

Die österreichische Damenauswahl hat sich kürzlich für die Europameisterschaft 2017 in den Niederlanden qualifiziert. Dies ist das erste Mal, das die österreichischen Nationalspielerinnen an einer Europameisterschaft teilnehmen und gleichzeitig mehr als ein guter Grund, mit Simona Koren zu sprechen, die im österreichischen Nationaltrikot schon zu Beginn der Ausscheidungsspiele ihren Beitrag zu dieser Qualifikation geleistet hat. Koren, die mittlerweile in Amerika studiert und spielt, spricht mit unserer Zeitschrift über die Situation des Frauenfußballs in Österreich, aber auch über die Bedeutung dieses großen Projekts für die österreichischen Fußballdamen…

KOSMO: Wie hast du die Qualifikation Österreichs für die Europameisterschaft erlebt? Was bedeutet sie für den österreichischen Frauenfußball?
Koren: Da ich zum weiteren Kreis der Nationalspielerinnen gehöre, habe ich auch die Spiele verfolgt, an denen ich nicht teilgenommen habe. Österreich hat mit Sicherheit einen großen Schritt vorwärts gemacht, indem es sich zum ersten Mal für ein so großes Turnier qualifiziert hat. Einige Nationen sind den anderen im Frauenfußball weit voraus, und ich hoffe, dass unsere Qualifikation die Position Österreichs in dieser Hinsicht verändern wird.

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Wirst du bei der Europameisterschaft mitspielen?
Natürlich hoffe ich, aufgestellt zu werden. Mein Ziel ist es, bis zum Jahresende einen guten Club zu finden, nachdem ich mein Marketing- und Businessstudium in den USA abgeschlossen habe. Und dann werde ich mich natürlich sofort darauf konzentrieren, mir durch meine Spiele den Ruf in die Nationalmannschaft zu verdienen.

Wie siehst du die Situation des Frauenfußballs in Österreich?
Man kann auf jeden Fall sagen, dass die letzten Jahre eine positive Entwicklung gebracht haben, aber es gibt noch viel Raum für Verbesserung, damit wir uns mit den größten Nationen des Frauenfußballs messen können. Das Zentrum für Frauenfußball in St. Pölten war ein Schritt in die richtige Richtung, aber ich glaube, dass wir noch mehr solcher Projekte brauchen.

Wie hat deine Fußballkarriere begonnen? Haben dabei auch deine kroatischen Wurzeln eine Rolle gespielt?
Schon als Kind habe ich gerne Sport getrieben, vor allem Ballsport. Als ich neun war, habe ich begonnen, beim LUV Graz mit den Buben zu trainieren. Erst mit 15 bin ich in eine Mädchenmannschaft gewechselt. Was meine Herkunft betrifft, so bin ich in Graz geboren, aber meine Familie stammt aus Čakovec. Ich glaube, dass meine Wurzeln das Ihre beigetragen haben, denn mein Großvater und mein Vater waren sehr gute Fußballspieler.

Wer ist dein weibliches und wer den männliches Vorbild im Fußball?
Ehrlich gesagt sehe ich in letzter Zeit mehr Frauenfußball, denn der ist immer attraktiver geworden. Mein weibliches Vorbild ist Tobin Heath und mein männliches Ronaldo.

Du studierst Business und Marketing in Amerika. Was kommt bei dir an erster Stelle, der Fußball oder das Studium?
Der Fußball steht bei mir natürlich an erster Stelle, aber da die Gehälter hier noch kein gutes Niveau haben, ist die akademische Ausbildung für mich umso wichtiger. Ende des Jahres schließe ich mein Studium ab und dann möchte ich mich für ein paar Jahre ganz dem Fußball widmen.

Verfolgst du die kroatische oder die österreichische Fußballliga? Hast du einen Lieblingsclub?
Ich verfolge beide Ligen, aber wenn es um die Clubs geht, dann ist Red Bull Salzburg mein Favorit.

Wie weit wird die Frauennationalmannschaft bei der Europameisterschaft kommen?
Ich glaube, wir sind für eine Überraschung gut und man muss mit uns rechnen. Bei den großen Wettbewerben ist alles möglich, und wir haben die Qualität, um ein gutes Resultat zu erzielen.

Möchtest du noch jemanden grüßen?
Natürlich meine Familie in Graz und Kroatien sowie alle meine Freunde in ganz Österreich.