Start BLOG 50 Shades of „jebati“: mehr als nur ein Wort
BLOG

50 Shades of „jebati“: mehr als nur ein Wort

(FOTO: iStockphoto)

Wer sich etwas näher mit Bosnisch/Kroatisch/Serbisch beschäftigt hat, der weiß, dass das Schimpfen in diesen südslawischen Sprachen ganz eigenen Regeln folgt.

Jedem „Nicht-Jugo“ der schon einmal in Kontakt mit BKS gekommen ist, ist sicherlich schon aufgefallen, dass Beleidigungen und Beschimpfungen „k’o dobar dan“ (Wie „Guter Tag“) sind – wüste Phrasen und Floskeln, die auf Deutsch übersetzt jenseits von Gut und Böse sind, oder aber gar keinen Sinn ergeben.

Allerdings handelt es sich nicht immer eine Beleidigung, manchmal ist es sogar ein Kompliment oder Ausdruck von Zuneigung und gehört zum wohl komplexesten „Schimpfsystem“, das mir je untergekommen ist.

Mehr als nur ein Wort
Jeder kennt mit Sicherheit eine der Formen von „jebati“ (auf Deutsch: „fi**en“). Das „Jebote“ ist wohl der bekannteste Vertreter unter den Nicht-BKS-Muttersprachlern. Aber das vulgäre Verb für Koitus ausüben hat viele Facetten. „Jebati“ ist mehr als nur ein Wort.

Mit ihm kann, neben der obligatorischen Beleidigung, auch ganz andere Dinge ausdrücken: Verwunderung, Zuneigung, Begeisterung oder Unmöglichkeit sind nur vier der hunderten Möglichkeiten, die einem „jebati“ bietet.

Hier meine 50 Shades of „jebati“, die in Wirklichkeit nicht 50 sind, aber sicher auf 50 oder mehr erweitert werden könnten. Wenn ich eine Bedeutung, bzw. Abwandlung vergessen habe, dann lasst es mich ruhig wissen. 😊

50 Shades of „jebati“

  • 1: Zajeb – Fehler, Trick
  • 2: Zajeban – betrügerisch
  • 3: Zajebano – kompliziert
  • 4: Zajebao je – Er hat einen Fehler gemacht.
  • 5: Zajebao me – Er hat mich betrogen.
  • 6: Zajebancija – Schmäh, Qual
  • 7: Zajebi – Vergiss das! Sch**ß drauf!

Auf den nächsten Seiten geht’s weiter!

Vorheriger ArtikelFix: Rundfunkgebühren werden jetzt ordentlich erhöht!
Nächster ArtikelGroßer Ansturm in Wien: Supermarkt verschenkt 20 Euro!
Der gebürtige Wiener hatte seine ersten Berührungspunkte mit Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien bereits im Teenageralter. Ihre Sprache faszinierte ihn sehr schnell und die Liebe zum Balkan führte ihn bis zum Abschluss des Studiums der Slawistik (B/K/S). Heute ist er ein hervorragender Kenner der Balkangeschichte, der südslawischen Sprachen sowie der kleinsten kulturellen Nuancen der bosnischen, kroatischen und serbischen Dialekte. Mit einem kritischen Blick auf dem Balkan, schreibt er seine Texte aus einer besonderen, transslawischen, internationalen Perspektive, und seine Kritik lässt niemanden unberührt.