Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Ermittlungswende

Abgelehnter Asylbewerber stieß 16-Jährige vor Zug

Abgelehnter Asylbewerber stieß 16-Jährige vor Zug
FOTO: iStock/kessudap
2 Min. Lesezeit |

Zwei Wochen nach dem tödlichen Vorfall am Bahnhof Friedland in Niedersachsen befindet sich ein 31-jähriger Iraker in psychiatrischer Behandlung. Die Ermittler, die zunächst einen Unfall vermuteten, entdeckten am Körper des Opfers entscheidende DNA-Spuren des Verdächtigen.

📍 Ort des Geschehens

Oberstaatsanwalt Andreas Buick von der Staatsanwaltschaft Göttingen stellte klar: „Die Menge lässt eine bloße Berührung ausschließen, es muss eine kräftige Einwirkung gewesen sein.“ Die DNA-Spuren am Körper der 16-jährigen Liana waren laut Ermittlern so umfangreich, dass sie als entscheidender Beweis für die Gewalteinwirkung gelten. Kameraaufzeichnungen vom Bahnsteig existieren nicht.

Die Polizei war kurz vor dem Ereignis wegen eines randalierenden Mannes zum Bahnhof gerufen worden. Die eintreffenden Beamten trafen dort auf den späteren Tatverdächtigen, der sie selbst zu dem Bahnsteig führte, auf dem die Jugendliche bereits tot lag. Bei ihm wurde ein Blutalkoholwert von 1,35 Promille festgestellt. Mangels konkreter Beweise wurde er zunächst freigelassen. Erst die spätere DNA-Untersuchung brachte den entscheidenden Beweis, wie aus dem Zeitungsbericht hervorgeht.

Vorgeschichte des Verdächtigen

Der Mann war den Behörden bereits durch mehrere Vorfälle bekannt. Sein Asylantrag scheiterte im Dezember 2022, eine Abschiebung nach Litauen wäre ab März 2025 durchführbar. Vor kurzem verbüßte er eine Ersatzfreiheitsstrafe, weil er eine Geldstrafe nicht bezahlt hatte. Zudem soll er wiederholt falsche Identitäten angegeben haben.

Im Juli 2025 lehnte das Amtsgericht Hannover einen Antrag der Behörden auf Abschiebehaft ab, da keine ausreichende Fluchtgefahr bestanden habe. Nur wenige Wochen später ereignete sich die tödliche Tat am Bahnhof.

Auf Betreiben der Staatsanwaltschaft wurde der Verdächtige nicht in Untersuchungshaft, sondern in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Grund dafür sind psychische Auffälligkeiten und eine frühere Diagnose „paranoide Schizophrenie“ (Wahnvorstellungen mit Verfolgungsängsten). Ob bei einer eventuellen Verurteilung eine Gefängnisstrafe oder ein dauerhafter Aufenthalt in der Psychiatrie folgt, ist derzeit nicht absehbar.

Tatumstände ungeklärt

Die Beweggründe für die Tat bleiben rätselhaft. Nach aktuellen Erkenntnissen der Ermittler wurde die 16-Jährige zufällig zum Opfer. Laut Bild-Zeitung steht der Mann unter dringendem Verdacht, am 11. August die Jugendliche absichtlich vor einen einfahrenden Güterzug gestoßen zu haben.

Das Mädchen wurde erfasst und verstarb noch an der Unfallstelle.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen