Balkan-Dating – warum du keine(n) abkriegst

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Balkan-Dating – warum du keine(n) abkriegst

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FOTO: iStockphoto

Unsere Bloggerin Sandra Udavača begab sich mitten in die Balkan-Szene und kam mit mehr Fragen als Antworten zurück.

Letztens fand ich mich in einem typischen Balkan-Club in Wien wieder. Wenn ich schon nicht trinke, dann kann ich zumindest beobachten, dachte ich mir. In unserer Community gibt es ja auch wirklich viele Menschen, die schön anzusehen sind – sowohl beim schöneren als auch beim „starken“ Geschlecht. Ob sie auch klug und kultiviert sind, kann ich nicht beurteilen, schließlich habe ich es nicht geschafft, mich mit allen von ihnen zu unterhalten. Denn was es in unserer Szene auch gibt, ist jede Menge Unnahbarkeit.

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So steht man sich gerne in den Clubs die Beine in den Bauch, fein säuberlich getrennt nach den einzelnen Klans – auf der einen Seite die „geilen Hengste“, auf der anderen die „heißen Miezen“. Mit „geilen Hengsten“ meine ich diese Macho-Typen: Sie können die Arme kaum ausstrecken vor lauter Bizeps, sitzen Ellenbogen an Ellenbogen mit ihren ebensolchen Kumpels, und bestellen nur die teuersten Getränke. Am Tisch liegen schon das neueste iPhone und die Schlüssel zum „krassen“ Auto. Die Frauen, werden abgecheckt, aber nicht angesprochen. Schließlich ist er ein richtiger Hengst und erwartet, alles vor die Füße gelegt zu bekommen. Ab und zu lehnt er sich gelangweilt zu seinen Kumpels rüber und raunzt nur, dass die Frauen hier alle nur oberflächliche Schlampen sind.

Mit „heiße Bräute“ meine ich diese Barbie-Puppen: Sie trägt so einen engen Fummel, dass sie kaum atmen kann und traut sich nicht zu tanzen, weil die Tonnen von Make-up ihr vom Gesicht schmelzen würden. Das gepuderte Näschen trägt sie in den Wolken, die Männer würdigt sie keins Blicks. Sie ist nur hier, um ihre sündteure Handtasche auszuführen und zu zeigen, wie unnahbar sie ist. Wenn sich einer doch noch genügend Mut antrinkt, um sie anzusprechen, zeigt sie ihm gleich, wo sein Platz ist. Ab und zu lehnt sie sich gelangweilt zu ihren Mädels rüber und beschwert sich, dass es hier einfach keinen einzigen normalen Mann gibt, geschweige denn den Richtigen.

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Unserer Bloggerin Sandra ist 26 Jahre alt – für ihre Familie in Serbien ein Alter, in dem Frau schon eigene Familie gegründet haben sollte. Über das Leben als „junge Jungfer“…

 

So vergeht die Nacht, die Musik dröhnt durch den Club, die Getränke wandern über die Theke, und niemand kommt mit niemandem ins Gespräch. Bleibt nur die Frage: Wo lernen sich die jungen Balkanesen eigentlich kennen? In den Clubs sicher nicht.