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Basket 2000 Vienna: 20 Jahre, die man nicht vergisst!

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FOTO: KOSMO

GEBURTSTAG. Was vor 20 Jahren als kleines Projekt voller Enthusiasmus begann, ist heute ein ernstzunehmender Basketball-Club, vor allem, wenn es um die Ausbildung junger Basketball-Fans geht: Basket 2000 Vienna hat den österreichischen Basketball geprägt.

“Kommt, spielen wir ein bisschen Basketball” – mit diesen Worten begann am 21.12.2000 die Geschichte des Clubs, dessen Gründungsidee in der Wiener Leopoldstadt entstand, im Kreise von Basketballfans aus dem ehemaligen Jugoslawien. Ein Sarajlija, ein Zagreber und ein Travniker waren die „Hauptschuldigen“ an der Gründung des Wiener Basketballclubs, der inzwischen nicht nur Tausende Mitglieder hatte, sondern auch den Status und das Image des Basketballs in der österreichischen Gesellschaft verändert hat. Zwanzig Jahre später ist klar: Basket 2000 hat nicht nur bemerkenswerte Resultate und Erfolge erzielt, sondern ist auch zu einer Art Pionier der Modernisierung des österreichischen Basketballs geworden und muss in seiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – dem eigentlichen Fundament und Ziel des Clubs – den Vergleich mit anderen in Europa nicht scheuen…

600 Kinder in der Basketballschule
„Insgesamt haben wir momentan, und das ist auch der Durchschnitt, 600 Kinder in unserer Basketballschule. In diesem Teil Europas hat nur ein einziger Club, ein ungarischer, mehr Kinder, und zwar ca. 1.000“, ist der Vorsitzende des Clubs Željko Racić stolz. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Clubs im Lokal „DAS 1090“ verbirgt Racić in seiner Rede seine Gefühle nicht, als er sich an die Erfolge und die verschiedenen Vorkommnisse im Club erinnert und die 20 Lebensjahre des Clubs „seziert“. Er erinnert sich auch an die Jahre vor der Gründung und an alles, was in diesen 20 Jahren passiert ist: von den „verrückten“ Anfangstagen auf der Donauinsel, als das „Wiener Jugo-Team“ in der Streetball-Liga wütete, bis zu dem basketballbegeisterten irischen Pfarrer, der ihnen eines Tages vorhielt: „Burschen, ihr Jugos seid so gute Basketballer. Warum gründet ihr nicht einen eigenen Club?“ Der Club wurde später jedenfalls gegründet und nach den ersten großen Erfolgen folgte der Sieg in der Wiener Landesliga, der Aufstieg in die Zweite Bundesliga, die Einrichtung eines eigenen Schulbetriebs für Jugendliche und schließlich auch die Gründung einer Damenmannschaft.

Unter denjenigen, die die verschiedenen Phasen gemeinsam mit Basket 2000 durchlaufen und die Niederlagen und Siege mitgetragen haben, sind Namen wie Krešimir Nikolić, der stellvertretende Vorsitzende des Clubs, bis hin zu Nino Miljković, dem sportlichen Leiter.

Zur offiziellen Feier erschien auch eine absolute Legende des österreichischen Basketballsports, Stjepan Stazić, dessen Name eng mit Basket 2000 verbunden ist und der, obwohl er später mit dem „BC Hallmann Vienna“ eigene Wege ging, immer mit dieser Basketball-Familie verbunden geblieben ist. Selbst neutralen und mit den Interna des Vereins weniger vertrauten Beobachtern wie uns wurde auf der Feier klar, dass sich hier eine große Basketballfamilie versammelt hatte, in der – und darauf kann man besonders stolz sein – Menschen aus Ex-Jugoslawien die Führung übernommen haben.

Integration durch Basketball
„Einmal habe ich noch vor dem Start des Basketball-Schulprojekts im Scherz zu Österreichern gesagt: Wir werden euch das Basketballspielen beibringen und ihr uns das ordentliche Benehmen“, erzählt Racić gegenüber KOSMO und ist überzeugt, dass die Jugendprojekte auch beim österreichischen Sportministerium Beachtung finden und die Wahrnehmung der ex-Yu-Gemeinschaft in Österreich positiv beeinflussen. Für ihn sowie auch für die ganze Mannschaft, die ihr 20-jähriges Bestehen feierte, gibt es keinen Zweifel: „Wir machen weiter!“.

„Basketball war für uns immer schon mehr als nur Sport, er ist unsere Lebensmission. Wenn es nicht so wäre, hätten wir all diese Jahre und all die ständigen Herausforderungen wohl kaum durchgehalten. Manchmal war es schwer, das Geld zusammenzubringen, die Infrastruktur zu schaffen usw.“, fügt der Präsident des Clubs hinzu.

Einer breiteren Öffentlichkeit ist Basket 2000 vor allem durch das Projekt „Integration durch Basketball“, das 2011 begründet wurde, als wichtige Adresse für das Basketballtraining für Kinder und Jugendliche bekannt. Damals, so erinnert sich Racić in seiner Rede, wurde die bahnbrechende Entscheidung getroffen, dass der Club die Basis seiner Arbeit im Training von Kindern und Jugendlichen sehen sollte. „Als ich vor 20 Jahren Leuten gesagt habe, dass es nicht unmöglich ist, dass Österreich eines Tages einen NBA-Basketballer hervorbringt, hielten mich viele für verrückt. Aber was ist heute? In der NBA spielt Jakob Pöltl“, schließt Racić.

Die größten Erfolge:
• Sieger der Wiener Landesliga 2005/2006
• Gründer des Karl Krappel-Cups (Damen) 2008/2009
• Final four der Zweiten Bundesliga 2009/2010
• Gewinner des Franz Mrwick-Cups 2011/2012
• Sieger der Wiener Landesliga 2014/2015
• Sieger der Wiener Landesliga (U16) 2016/2017

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