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Casino-Aktien: Die Branche boomt

(FOTO: iStockphoto)

Das Haus gewinnt immer, so sagt man. Gut für die Menschen hinter den Kulissen. Und die Zahl der Spieler steigt ebenfalls, gerade in Online Casinos erfreut man sich steigender Mitgliederzahlen. Doch was bedeutet das für die Börsianer? Wann ist der richtige Zeitpunkt, Casino-Aktien zu kaufen? Vielleicht genau jetzt.

Glücksspiele sind im Trend

Poker, Roulette und Blackjack sind Klassiker, die man in lokalen Casinos wie auch Online Casinos findet. Das Internet gewinnt im Bereich des Glücksspiels aber immer weiter an Bedeutung. Der Zugriff kann schnell und einfach erfolgen. Die Spieleauswahl ist zudem deutlich größer als in einer Spielbank oder –halle. Schließlich ist nicht mehr als ein großer Server nötig. So können dann mehrere tausend Glücksspiele auf einer Plattform ihren Platz finden. Das Angebot reicht von Spielautomaten bis hin zu Tisch- und Kartenspielen in animierter Form oder gar mit Live-Dealern. Viele Spiele sollen im Zuge des neuen Glücksspielstaatsvertrags im Sinne der Spielsuchtprävention vom Markt verschwinden. Spielautomaten sind aber weiterhin in allen Formen und Farben vorhanden. Und dann wären da außerdem noch die internationalen Casinos, die weiterhin mit hohen Einsatzspannen und einer gigantischen Spieleauswahl locken.

Doch nicht nur Casino-Glücksspiele boomen. Sportwetten erfreuen sich ebenfalls seit jeher großer Beliebtheit. Mit Einzug der Online-Buchmacher können sich Anbieter seit geraumer Zeit über noch höhere Einnahmen freuen. Betreiber wie Bet-At-Home und Bwin sind auf vielen Märkten aktiv und bieten rund um die Uhr Sportwetten für jeden Geschmack an.

Experten erwarten Wachstum in Asien

Investmenteinsätze auf dem asiatischen Markt lohnen sich, so sagen Fachleute. Las Vegas bleibt als Ursprungsort des Glücksspiels weiterhin wichtig, aber auch andere Märkte entdecken das Glücksspiel für sich. Im Fernen Osten erwartet man nun ein starkes Wachstum. Das zeigt sich nicht nur an Macao, welches als das Las Vegas von China bezeichnet wird. Der Gesamtumsatz hat mit jedem Jahr zugenommen. Gespielt wird auf dem Cotai Strip. Wie der Name erahnen lässt, orientiert man sich an Las Vegas. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass dort auch einige global Player ihre Finger im Spiel haben: Wynn Resorts, Vegas Sands und MGM Mirage sind auf Macao mit großen Investments vertreten.

Aktuell wird das Geschäft in China leider durch die chinesischen Behörden ausgebremst, denn diese sind für ihre Unberechenbarkeit bekannt. Viele Investoren stören sich daran und schauen sich deshalb nach asiatischen Alternativen um. Mit Erfolg: Bereits 2008 begann man dort mit dem Bau des Marina Bay Sands. Dafür wurde viel Geld in die Hand genommen, über 3 Mrd. Dollar waren geplant. Ein bisschen verwirrend scheint es, dass gerade in Singapur dem Glücksspiel gefrönt werden soll, gilt der Staat doch sonst eher als konservativ. Doch wer Geld hat, soll dieses in Singapur auch ausgeben dürfen. Touristen werden das Casino also besonders attraktiv finden. Das wiederum macht die Anlage auch für Investoren interessant, denn hinter dem Projekt verbirgt sich niemand geringeres als Las Vegas Sands.

Auch nach Japan blickt man mit Spannung: Der Markt ist vielversprechend. Umsätze, die denen von Macao gleichen, gelten nicht als unrealistisch. Denn in Japan gibt es viele Menschen, die viel Geld haben – und jede Menge Geschäftsreisende wie auch Touristen, die ebenfalls bereit sind, am Roulette-Rad um große Summen zu zocken.

Interessant ist, dass sich die amerikanischen Investoren vor allem für Asien zu interessieren scheinen. Man schaut weniger auf den europäischen Kontinent, immerhin hat man aber ein venezianisches Casino in Macao eröffnet. Die Architektur und das venezianische Lebensgefühl nimmt man also gern mit, budgetmäßig verlässt man sich aber lieber auf den asiatischen Markt.

Online Casinos an der Börse

Im online Casino Echtgeld zu setzen und auf schnelle Gewinne zu hoffen, ist für viele Spieler sehr attraktiv. In Deutschland soll das Online-Glücksspiel nun besser reguliert werden, reichlich Online Casinos findet man aber immer noch auf dem deutschen Markt. Schaut man dann in andere europäische Länder, geht es noch weitaus ungezügelter zu: In Casinos mit Lizenz der Malta Gaming Authority etwa gibt es kaum Einsatz- oder Einzahlungslimits. Wer hier spielt, kann viel gewinnen – aber eben auch viel verlieren.

Das Geschäft mit den Online Casinos floriert, immer mehr Glücksspielseiten schießen wie Pilze aus dem Boden. Auch Vergleichsportale, die sich mit Casino-Bewertungen befassen, gibt es viele. Dass einige große Casino-Betreiber längst ihren Weg an die Börse gefunden haben, verwundert bei den hohen Umsatzzahlen nicht. Die bekanntesten Online Casinos, die an der Börse aktiv sind, sind aktuell Evolution Gaming, Unibet, William Hill und Ladbrokes. Die Umsätze, die diese Unternehmen generieren, liegen im Milliardenbereich. Die Betreiber sind sich außerdem sicher: Am Ziel ist man noch lange nicht angekommen. Auch weiterhin sehen die Firmen Wachstumspotential. Das zeigen auch die Aktienkurse, die in den letzten Jahren nach oben wanderten.

Ist eine Investition aktuell sinnvoll?

Zur Auswahl stehen grundsätzlich zwei Optionen: Es kann in ETFs oder in casinoeigene Aktien investiert werden. Genau wie im Online Casino sollte der richtige Zeitpunkt für den Ein- oder Ausstieg gerade beim Kauf der Glücksspielunternehmensaktien gut gewählt werden. Ein wenig Glück gehört aber immer dazu.

Wer sich den Kauf leisten kann, kann auch jetzt noch einsteigen. Nicht erst seit Corona boomt der Markt, auch zuvor hat die Glücksspielbranche viel Zulauf erfahren. In diesem Jahr stehen die Zahlen zudem weiterhin auf Erfolg. Wer nun ernsthaft über den Kauf dieser Aktien nachdenkt, sollte die richtige Mischung aus gutem Bauchgefühl und Analysefähigkeiten mitbringen. In jedem Fall ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Menschen das Glücksspiel lieben. Und mit der Möglichkeit, online zu zocken, ist den erfolgreichsten Glücksspielunternehmen nochmal ein weiterer Sprung nach vorn gelungen. Aber auch jüngere Firmen bekommen ihren fairen Anteil vom Kuchen. Gleiches gilt auch für Unternehmen, die indirekt mit der Glücksspielbranche verwoben sind. Dazu gehören beispielsweise Zahlungsanbieter wie Trustly, die mit ihrer Pay n Play-Technologie eine weitere Innovation auf dem Glücksspielmarkt hervorgebracht haben. Auch die klugen Köpfe hinter diesem digitalen Zahlungsmittel möchten sich nun an den ersten Börsengang wagen. Die Branche bietet also einiges an Potential. Was den deutschen Markt betrifft, bleiben die Entwicklungen spannend: Im Zuge der neuen Glücksspielverordnung werden die Einsätze in deutschen Casinos limitiert, weshalb sich viele Spieler für internationale Adressen entscheiden. Ob der Einstieg in das Glücksspielgeschäft darüber hinaus moralisch vertretbar ist oder man sich doch lieber für die Spielsuchtprävention und damit gegen Casino-Aktien entscheidet, muss wohl jeder Anleger selbst entscheiden.