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Bahninvestition

China-Züge auf Westbahn: AK schlägt Alarm bei Haselsteiner-Deal

China-Züge auf Westbahn: AK schlägt Alarm bei Haselsteiner-Deal
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Vier neue Doppelstockzüge aus China verstärken die Westbahn-Flotte. Während das Unternehmen die Kapazitätserhöhung feiert, warnt die Arbeiterkammer vor Risiken für die heimische Bahnindustrie.

Der private Bahnbetreiber Westbahn stockt sein Angebot auf der Weststrecke auf. Das Unternehmen des Industriellen Hans Peter Haselsteiner setzt dabei auf vier neue Doppelstockzüge aus chinesischer Produktion. Bei einem Medientermin am Wien-Westbahnhof relativierte Haselsteiner am Montag die Herkunft der Fahrzeuge: „Es ist aber kein chinesischer Zug, sondern zur Hälfte vielleicht – oder etwas über der Hälfte – chinesisch und zur anderen Hälfte europäisch.“ Die Investitionssumme beträgt 70 Millionen Euro.

Die Bestellung der vier Zuggarnituren erfolgte bereits 2019. Haselsteiner übte deutliche Kritik an den langwierigen Zulassungsverfahren: „Man ist nicht Besteller, sondern Bittsteller.“ Die vierjährige Wartezeit auf einen Zug sei aus seiner Sicht „unzumutbar“. Besonders bei Abweichungen von bereits zugelassenen Modellen verlängere sich der Prozess erheblich.

Für die Testphase legten die Züge insgesamt 300.000 Kilometer zurück. Das Unternehmen hat die Garnituren für zehn Jahre gemietet und kann sie jederzeit käuflich erwerben.

Erweitertes Angebot

Westbahn-Geschäftsführer Marco Ramsbacher erläuterte, dass Qualität, Innovation und Lieferzeit ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten des chinesischen Schienenfahrzeugherstellers CRRC (China Railway Rolling Stock Corporation) waren. Die schrittweise Inbetriebnahme der neuen Züge soll in den nächsten Wochen erfolgen.

Sein Geschäftsführer-Kollege Thomas Posch verwies auf Kapazitätsengpässe an bestimmten Wochentagen. Mit nun insgesamt 19 Zuggarnituren steigt das Platzangebot um 28 Prozent auf knapp 10.000 Sitzplätze. Künftig werden täglich 66 statt bisher 60 Verbindungen von und nach Wien-Westbahnhof angeboten.

Posch kündigte einen „lückenlosen“ Halbstundentakt ab dem Wien-Westbahnhof an.

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Moderne Ausstattung

Die neuen sechsteiligen Züge bieten jeweils 536 Sitzplätze und können mehr als 1250 Fahrgäste befördern. Im Vergleich zur bestehenden Flotte sind die Fahrzeuge acht Meter länger, verbrauchen laut Westbahn jedoch bis zu zehn Prozent weniger Energie.

Zu den Ausstattungsmerkmalen zählen verstellbare Sitze, Steckdosen an jedem Platz und kostenloses WLAN. Beim sogenannten „Relax Check-in“ können Reisende neben dem QR-Code-Scan künftig auch die neue NFC-Funktion (Near Field Communication) nutzen.

Große Gepäckablagen verfügen alternativ zum herkömmlichen Münzsystem über eine NFC-Schlossfunktion. Die Westbahn betont, dass Entwicklung, Design und wesentliche Komponenten größtenteils aus Österreich und Europa stammen.

Am Abend veröffentlichte die Arbeiterkammer eine kritische Stellungnahme zum Einsatz der CRRC-Doppelstockzüge. Lukas Oberndorfer, Leiter der Abteilung Klima, Umwelt und Verkehr der AK Wien, bezeichnete den Einsatz auf der Weststrecke als „einen der ersten Einsätze von chinesischen Zügen im Personenschienenverkehr in der EU“ und warnte vor erheblichen Risiken für die österreichische Bahnindustrie.

Er forderte die EU-Kommission auf, „ihre Zulassungskriterien zu überprüfen“. Zudem sollten künftig „Steuergelder aus dem Klimaticketverbund“ an Bedingungen wie soziale und ökologische Standards sowie einen Mindestanteil europäischer Wertschöpfung geknüpft werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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