Der Moslem ist eh an oim schuid

KOLUMNE

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Der Moslem ist eh an oim schuid

Muamer-Becirovic-Kolumne
(FOTO: zVg.)

Du bekommst keine Gemeindebauwohnung? Schau! Die Muslimin mit dem Kopftuch hat sie dir weggeschnappt. Die Bildung für dein Kind ist schlecht? Dann liegt es daran, dass es zu viele Kinder mit muslimischem Background gibt. Du findest keinen Job? Dann hat ihn dir der Muslim genommen. Die sozialen Leistungen werden gekürzt? Dann liegt es daran, dass zu viele Muslime das Sozialsystem ausnützen.

Für fast jedes sachpolitische Problem, das lösbar wäre, wird der Migrant oder der Muslim verantwortlich gemacht. Man scheut sich nicht mal davor, zu lügen bis sich die Balken biegen. Als die DSGVO-Verordnung erlassen wurde und man daraufhin die Namensschilder von den Türen entfernen musste, schrieben Politiker, dass damit verschleiert werden soll, dass immer mehr muslimische Ausländer eine Gemeindebauwohnung bekommen. Natürlich ist das eine Lüge. Aber einige glauben sie, obwohl faktisch nichts dran ist.

Neulich ging ein Video viral, wo eine klar erkennbare Muslima mit Kopftuch von einer Passantin angespuckt und wüst beleidigt wurde. Das ist nichts neues. ZARA, eine Organisation für Zivilcourage und Anti-Rassismusarbeit, dokumentierte im Jahre 2017 309 islamfeindliche Aktionen. Heuer sind es 504! Dass es steigernde Übergriffe auf erkennbare Muslime gibt ist empirisches Faktum. Und so geht es auch anderen Glaubensgemeinschaften.

Zurück zum Video. Die Frau, die die Muslima angriff, sah psychisch eindeutig labil aus. Über das kann man noch hinwegsehen. Allerdings kann man nicht darüber hinwegsehen, sich zu fragen, woher sie diese Gedanken eigentlich hat. Die hat sie sich nicht selbst beigebracht. “… Das ist mein Land, du ****. Ich schmeiß dich raus.” zu sagen, muss woher kommen. Und wenn sie es selbst nicht gelernt hat, dann wurde es ihr beigebracht. Beigebracht von einer Politik, die keine tagtäglichen Probleme der Menschen lösen will, sondern diese Probleme für ihre Machtspielchen benutzt.

Und jetzt braucht mir keiner zu kommen mit “Ja, aber mit den Muslimen gibts schon klar erkennbare Probleme.” Das weiß ich doch selbst! Wieso werden diese allerdings nicht angegangen? Wieso versucht man sie denn nicht zu lösen? Wieso geht man gegen Radikale nicht sofort vor? Wieso geht man nicht aktiv die Bildungsprobleme in diesen Communities an? Weil die Politiker nicht wollen. Weil die nächste Wahl bald vor der Tür steht und man die eigenen, geschaffenen Probleme für seinen Wahlerfolg benutzen kann. Es ist zynisch, aber es funktioniert jedes mal aufs Neue. Leider. Doch bis wohin? Das Miteinander ist für Frieden alternativlos.

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