In den Mittelschulen Wiens kommunizieren die meisten Schülerinnen und Schüler außerhalb des Unterrichts nicht auf Deutsch. Nach aktuellen Zahlen von STATcube der Statistik Austria sprechen nur 8.479 der insgesamt 26.816 Kinder und Jugendlichen Deutsch als Umgangssprache. Dies entspricht lediglich einem Viertel der Schüler, während 76 Prozent eine andere Sprache in ihrer Freizeit nutzen.

Bezirksweise Sprachunterschiede
Besonders hervorzuheben sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Bezirken. Im 5. Bezirk, Margareten, verwenden 95,4 Prozent der 10- bis 14-Jährigen eine andere Sprache als Deutsch zu Hause. Ähnlich hoch ist der Anteil in Hernals mit 92,2 Prozent und am Alsergrund mit 91,2 Prozent. Diese Werte sind bemerkenswert, da sie von gängigen Vorstellungen über diese Bezirke abweichen.
In anderen Stadtteilen, wie dem als Nobel-Bezirk bekannten Hietzing, präsentieren sich jedoch andere Zahlen: Hier spricht fast jeder zweite Jugendliche (46,5 Prozent) auch im Alltag Deutsch. Für den Bezirk Liesing liegt der Anteil bei 44,6 Prozent, was zeigt, dass hier verhältnismäßig mehr Deutsch gesprochen wird.
[crp box=“1″ limit=“3″ heading=“1″ offset=“0″]
Politische Reaktionen
Das niedrige Maß an Deutsch als Alltagssprache hat politische Diskussionen angestoßen. Harald Zierfuß, Bildungssprecher der Wiener ÖVP, kritisiert die Bildungspolitik der Stadtregierung heftig und führt die Sprachentwicklung auf jahrelanges Versagen und Untätigkeit zurück. Er fordert von der SPÖ und Neos, endlich nachhaltige Strategien zu entwickeln, um die sprachliche Integration zu fördern. Zierfuß ruft dazu auf, realistische Maßnahmen zu ergreifen, um die Mehrsprachigkeit vernünftig zu adressieren.