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DEUTSCHLAND

Die Zahl der COVID-19-Infektionen steigt – Neue Regeln für Dresden

(FOTO: iStockphoto)

Das Coronavirus hat Deutschland weiterhin im Griff. Die erste und zweite Welle verliefen im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn und Freunden in Deutschland noch eher glimpflich. Dies scheint jedoch nicht mehr der Fall zu sein. Die Daten deuten darauf hin, dass die dritte Welle, in welcher wir uns momentan befinden, wesentlich schlimmer für uns sein könnte. Was für Deutschland gilt, das gilt natürlich auch für uns hier in Dresden. Vermutlich sogar noch in einem ganz besonderen Maße, denn Dresden besitzt als Großstadt zwar auch eine große Einwohnerzahl auf dichtem Raum, dazu kommt jedoch die Grenznähe zur Tschechischen Republik und Polen.

Besonders in Tschechien geriet die Lage zuletzt außer Kontrolle, was zu strikten Grenzkontrollen führte. Grenzgänger konnten beispielsweise nur sporadisch oder gar nicht einreisen, sondern mussten sich in ihrem Zuhause die Zeit vertreiben, etwa indem sie 50 Freispiele ohne Einzahlung zum Spielen nutzten. Falls Sie aufgrund der sich momentan überschlagenden Ereignisse den Überblick verloren haben, was Sie dürfen, dann sind Sie bei uns genau richtig. Wir geben Ihnen einen Überblick über das aktuelle Pandemiegeschehen im Dresdner Umland. Es ist natürlich nur verständlich, dass es leicht zu Irritationen kommen kann, da auf der einen Seite vermehrt von Lockerungen berichtet wird, während andere Medien von strengeren Lockdownregeln berichten.

Die Entwicklung der Coronalage in den vergangenen sieben Tagen
Der Zeitraum von sieben Tagen ist nicht zufällig gewählt. Er ist nämlich ausschlaggebend dafür, wie streng die Maßnahmen ausfallen oder ob Lockerungen vorgenommen werden können. In der Vergangenheit fiel auch immer öfter der Begriff Inzidenzwert im Zusammenhang mit der Zahl 50 oder 35. Dieser Inzidenzwert wird ermittelt, indem man die Zahl der neu mit dem Coronavirus infizierten Menschen pro 100.000 Einwohner über einen Zeitraum von sieben Tagen ermittelt. Je nachdem, ob sich mehr als 35 oder 50 Menschen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen infizierten, werden die Maßnahmen dementsprechend verschärft oder gelockert.

Bis auf Leipzig ist ganz Sachsen allerdings weit von solchen Werten entfernt. Am schlimmsten ist die Situation im Vogtlandkreis, hier liegt der Inzidenzwert bei über 400. Auch im Umland von Dresden breitet sich das Virus zügig aus. Hier haben sich den aktuellen Daten zufolge über 120 Personen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit COVID-19 infiziert. Die Entwicklung in Dresden verläuft parallel mit der Entwicklung in ganz Sachsen. Besonders während den vergangenen fünf Tagen hat die Zahl der Neuinfektionen stetig zugenommen. Von 93 am 23.3.2021 bis zu 122 Infektionen am 27.3.2021. Damit lässt sich ein deutlicher Trend erkennen und von einer Entspannung der Situation kann leider keine Rede mehr sein. Momentan haben sich ca. 220.000 Sachsen mit dem Virus infiziert, während fast 200.000 Personen sich von einer Infektion erholen konnten.

Die Lage in den sächsischen Krankenhäusern
Die größte Gefahr für Dresden und Sachsen besteht darin, dass die Anzahl der COVID-19-Patienten, welche auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, die Anzahl an freien Betten übersteigt. In diesem Falle würde den sächsischen Krankenhäusern der Kollaps drohen. Ein Anstieg bei den Infektionen kommt allerdings erst mit ein paar Tagen Verzögerung in den Krankenhäusern an. Wenn Sie sich über die aktuellen Zahlen in den Krankenhäusern informieren möchten, dann können Sie das DIVI-Intensivregister des Robert Koch Instituts hierfür nutzen. Da jedoch die Infektionszahlen in Sachsen stetig zunehmen, werden auch immer mehr Menschen in eines der sächsischen Krankenhäuser eingeliefert. Dies führt dazu, dass immer mehr Intensivbetten von COVID-19-Patienten belegt werden.

Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses befanden sich 261 Menschen aufgrund einer Coronainfektion in einem sächsischen Krankenhaus zur Behandlung. Davon hatten 157 Personen einen derart schwerwiegenden Krankheitsverlauf, dass diese beatmet wurden. Bei 104 Menschen ist zwar eine Behandlung erforderlich, diese können jedoch selbstständig atmen. Um einen besseren Überblick zu erhalten, muss man diese Zahlen in Relation mit den zur Verfügung stehenden Kapazitäten in den Krankenhäusern stellen. Ganz Sachsen verfügt über insgesamt 1.600 Intensivbetten. Davon sind 1.243 zum gegenwärtigen Zeitpunkt belegt und 363 frei. Dazu kommt eine Notfallreserve von 663 Betten. Hier muss jedoch auch darauf hingewiesen werden, dass die Anzahl an freien Betten in den vergangenen Tagen stetig zurückging. Nicht zuletzt auch, weil immer mehr Infizierte auf die Intensivstationen aufgenommen wurden.

Diese Maßnahmen plant die Stadt
Die Strategie der Stadt stimmt mit der allgemeinen Strategie in Deutschland überein. Um die Pandemie in den Griff zu bekommen, setzten die Verantwortlichen auf einen Maßnahmenmix, welcher ganz konkret aus drei Maßnahmen besteht:

  • Das Impfen der Bevölkerung
  • Das Ausweiten der Tests
  • Ausgangsbeschränkungen mit dem Ziel, Menschenansammlungen zu vermeiden

Das Impfen erfolgt im Impfzentrum Dresden, welches sich am Messering befindet. Momentan werden in ganz Sachsen jedoch ausschließlich Personen der Priorisierungsgruppe I geimpft. Zu dieser Personengruppe gehören alle über 80-Jährigen sowie Beschäftigte im Pflegedienst und anderer Risikobereiche. In Dresden haben bisher über 38.000 Menschen eine Erstimpfung und über 25.000 Menschen eine Zweitimpfung erhalten. Das größte Problem für die Behörden besteht leider nach wie vor darin, dass die Menschen Termine verstreichen lassen, da diese nicht mit dem Vakzin von AstraZeneca geimpft werden wollen.

Dresden hat zudem seine Testkapazitäten massiv ausgebaut. Mittlerweile gibt es bereits über 50 Schnelltestzentren in der Stadt. Kürzlich wurde mit dem Haus der Presse in der Ostra-Allee ein weiteres Testcenter eröffnet. Hier werden täglich von 8 bis 18 Uhr und an Feiertagen von 8 bis 13:30 Uhr Coronatests vorgenommen. Termine können online gebucht werden und hier finden Sie zudem auch weitere Informationen etwa zu den benötigten Dokumenten oder den Abläufen. Ein Test pro Woche kann von jedem in Deutschland wohnhaften Bürger kostenlos in Anspruch genommen werden.

Besondere verschärfte Regeln für Dresden
Ab dem 27. März gelten zudem weitere verschärfte Regelungen. Diese wurden von der Stadt Dresden veröffentlicht, da der kritische Inzidenzwert von 100 bereits in der dritten Woche in Folge überschritten wurde. Demnach ist lediglich der Kontakt mit einer weiteren, nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Zudem darf die eigene Wohnung nur noch mit einem triftigen Grund verlassen werden. Darüber hinaus hat die Stadt Dresden ein Alkoholverbot für weite Teile der Innenstadt erlassen. Dazu gehören städtische Parkanlagen, Gärten, Parkplätze oder bestimmte Einrichtungen.

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