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REISETIPP

Diese Rechte haben Flugpassagiere bei Flugausfall

Diese Rechte haben Flugpassagiere bei Flugausfall (FOTO: DaniloBueno/pixabay.com)

Die Annullierung eines Flugs ist extrem ärgerlich. Sowohl für Urlauber als auch Geschäftsleute. Die gesamte Planung wird durch einen ausgefallenen Flug auf den Kopf gestellt. Neben Stress werden Reisende nicht selten mit erheblichen Unkosten konfrontiert. In vielen Fällen müssen Geschädigte diese jedoch nicht hinnehmen. Laut EU-Fluggastrechteverordnung können Passagiere Ansprüche geltend machen. Welche Rechte sie haben und wie sich diese durchsetzen lassen, wird in diesem Reisetipp erläutert.

Handlungsmöglichkeiten bei einer Annullierung
Fällt ein Flug vollständig aus, muss die ausführende Fluggesellschaft einen Ersatzflug organisieren. Die alternative Beförderung muss schnellstmöglich erfolgen. Ist ein Ersatzflug keine Option, können sich Kunden den vollen Ticketpreis erstatten lassen. Darüber hinaus ist es denkbar, dass das Recht auf eine Entschädigung besteht. Die Durchsetzung dieses Rechts ist allerdings häufig mit diversen Hürden verbunden. Viele Fluggesellschaften greifen zu Hinhaltetaktiken und machen sich den bürokratischen Aufwand zunutze, um die hohen Entschädigungszahlungen zu umgehen. Erfolgt die Benachrichtigung über den Flugausfall weniger als 14 Tage vor dem Abflugtag, steht jedem Passagier immerhin eine Zahlung von bis zu 600 Euro zu. Mit dem Entschädigungsdient Flightright können Betroffene ihre Chancen auf eine Entschädigung bei einem Flugausfall steigern. Die Reiserechtsexperten des Portals kommunizieren auf Augenhöhe mit den Airlines und haben im Onlineratgeber zum Thema Flugausfall typische Fälle arrangiert, die gemäß EU-Fluggastrecht mit einem Entschädigungsanspruch einhergehen. Der Zeitpunkt der Benachrichtigung über die Annullierung seitens der Fluggesellschaften ist laut Experten entscheidend. Je später Passagiere informiert werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit für einen Anspruch.

(Tabelle: flightright.at)

Weitere Voraussetzungen für eine Entschädigungszahlung sind:

• Die Airline ist für den Ausfall des Flugs verantwortlich. Bei außergewöhnlichen Umständen wie einem Terroranschlag und der damit verbundenen Sperrung des Luftraums können Fluggesellschaften nicht für Flugausfälle verantwortlich gemacht werden.
• Der Ersatzflieger hebt deutlich später oder früher ab als mit dem ursprünglichen Flug geplant.
• Das Flugzeug startet (gilt für alle Airlines) oder landet (hier muss die Airline ihren Sitz in der EU haben) innerhalb der Europäischen Union

Höhe einer möglichen Entschädigung
Wie hoch die Entschädigung bei einem Anspruch ausfällt, ist in der EU-Fluggastrechte-Verordnung 261/2004 klar geregelt. Bei ausgefallenen Kurzstreckenflügen bis 1.500 Kilometer Entfernung beträgt die Entschädigung 250 Euro. Bei Mittelstrecken zwischen 1.500 und 3.500 Kilometer bereits 400 Euro und bei einem Langstreckenflug ab 3.500 Kilometer lassen sich 600 Euro verlangen. Die pauschale Zahlung gilt pro Passagier und ist unabhängig davon, ob es sich um Urlaubsreisen oder Geschäftsreisen handelt.

Wichtige Information: Stimmen die Voraussetzungen, haben Passagiere Anspruch auf die Erstattung des Ticketpreises (oder Ersatzflug) und eine Entschädigung.

Recht auf Verpflegungsleistungen
Wird von der Annullierung des Flugs erst am Flughafen erfahren und es kommt zu längeren Wartezeiten, müssen Fluggesellschaften für die Versorgung ihrer Passagiere aufkommen. Ob Airlines Snacks und Getränke zahlen müssen, hängt von Flugstrecke und Wartezeit ab. Bei einem Kurzstreckenflug (1.500 km) besteht ab zwei Stunden Wartezeit Anspruch auf Versorgungsleistungen in Form von kostenlosen Snacks, Erfrischungen und Kommunikationsmöglichkeiten wie E-Mails oder Anrufe. Beim Mittelstreckenflug (1.500 – 3.500 km) muss die Wartezeit mindestens drei Stunden betragen und bei einer Fernreise (ab 3.500 km) Minimum vier Stunden. Zudem gehören zu den Betreuungsleistungen laut Artikel 9 der Europäischen Fluggastrechteverordnung Unterbringungen in Hotels sowie der Transport zur Unterkunft und zurück zum Airport, sollte der Aufenthalt von einer oder mehreren Nächten nötig werden.

Verhaltenstipps – Dokumente sichern und Möglichkeiten abwägen
Um Ansprüche erfolgreich durchzusetzen, sind Flugpassagiere gut beraten sich den Grund der Annullierung von der Fluggesellschaft schriftlich bestätigen zu lassen und sämtliche Belege aufzubewahren, die beispielsweise durch den Kauf von Verpflegung zustande kommen. Auch Gutscheine, die von Airlines diesbezüglich ausgegeben werden, sind zumindest abzufotografieren. Außerdem ist es empfehlenswert zu prüfen, ob das Verlangen eines Ersatzflugs oder eine neue Buchung in Verbindung mit einer Erstattung der Ticketkosten die finanziell attraktivere Lösung wäre. Allerdings ist dabei nicht ohne vorherige Absprache mit der Fluggesellschaft zu handeln. Für eine eigenständige Buchung muss eine schriftliche Einverständniserklärung vorliegen. Ansonsten sind hinsichtlich der Geltendmachung von Ansprüchen Probleme vorprogrammiert.

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