Eine längst besiegt geglaubte Krankheit kehrt zurück: In Rumänien und Kroatien wurden nach Jahrzehnten wieder Lepra-Fälle entdeckt – alle bei Arbeitern aus Asien.
Nach Jahrzehnten ist Lepra in Osteuropa wieder aufgetaucht. Wie die italienische Rundfunkanstalt Rai meldet, wurden vier Fälle in Rumänien und ein Fall in Kroatien registriert. In Rumänien war die Krankheit seit 44 Jahren nicht mehr aufgetreten. Bei den Betroffenen handelt es sich um asiatische Mitarbeiter eines Massagezentrums in Cluj-Napoca (Rumänien). Das Etablissement wurde vorübergehend geschlossen und desinfiziert, während epidemiologische Untersuchungen laufen.
Auch in Kroatien wurde erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten wieder ein Lepra-Fall dokumentiert. Der betroffene Arbeiter aus Nepal befindet sich derzeit in medizinischer Behandlung. „Während die engen Kontaktpersonen eine vorbeugende Postexpositionsprophylaxe erhalten haben, obwohl sie nicht infiziert sind“, erklärt Bernard Kaic, der den Dienst für Epidemiologie von Infektionskrankheiten am kroatischen Institut für öffentliche Gesundheit leitet. Die Gesundheitsbehörden betonen, dass für die Allgemeinbevölkerung keine Gefahr bestehe.
Globale Mobilität
Die verstärkte internationale Mobilität und zunehmende Migrationsbewegungen haben offenbar dazu geführt, dass Lepra in Ländern auftritt, in denen die Krankheit als ausgerottet galt. Laut dem Portal „gesund.bund.de“ ist die chronische Infektionskrankheit hauptsächlich in bestimmten Regionen Südostasiens, Südamerikas und Afrikas verbreitet.
Krankheitsbild
Die durch das Bakterium Mycobacterium leprae verursachte Erkrankung kann Hautveränderungen und Nervenschädigungen hervorrufen, was zu Lähmungen und Empfindungsstörungen führen kann. Lepra ist mit einer Antibiotika-Kombination heilbar, wobei eine frühe Behandlung entscheidend ist, um dauerhafte Behinderungen zu vermeiden.
Weltweit erkranken jährlich über 200.000 Menschen an Lepra.