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Februar, 2020

27Feb19:30U ime naroda

Event-Details

„U ime naroda“ („Im Namen des Volkes“) ist eine Sammlung von 23 ausgewählten Texten, die der Richter Miodrag Majić (www.misamajic.com) zwischen 2015 und 2018 in seinem Blog veröffentlicht hat. Illustriert ist sie mit Karikaturen eines der bekanntesten serbischen Karikaturisten, Dušan Petričić.

Eintritt frei!

Sitzplatzreservierung unter: office@skforum.at

Den Leser erwarten kompromisslose, ernüchternde, bittere Protokolle, deren Haupthelden verängstigte und korrumpierte Richter, bürokratisierte und unfähige Staatsanwälte und omnipotente und skrupellose Vertreter der Exekutivbehörden sind. Majićs karikaturhafte Art, mit der Wirklichkeit in unserem Land und ihren Fackelträgern abzurechnen, erinnert viele an die Satiren von Domanović und Nušić und bestätigt einmal mehr, dass ein engstirniger Geist, Konformismus und Heuchelei in unserer Region eine stabile Kontinuität genießen. Aufgrund dessen legt „U ime naroda“ unzweifelhaft Zeugnis ab über eine Zeit, in der es der Rechtssaat und die Rechtsstaatlichkeit schwer haben, aber auch über einsame Kämpfer für die Errichtung einer funktionierenden Jurisdiktion in Serbien.

Die meisten Texte Majićs haben zu Recht nicht nur unter Juristen, sondern auch in der breiteren, nicht-juristischen Öffentlichkeit Polemik hervorgerufen. Inzwischen haben diese Texte Richter Majić auch den Ruf des „enfant terrible“ der serbischen Justiz eingebracht, da er sich als einer von wenigen, wenn nicht als einziger exponiert hat, der Themen wie politischen Druck, Korruption, Untertanengeist und Nepotismus öffentlich anspricht und die sorgsam gehütete juristische Omertà, das Gebot des Schweigens, gebrochen hat.

Seine Standpunkte und Ideen wurden auch in den führenden heimischen Medien veröffentlicht, wo sie als seltenes Beispiel für das Engagement eines Richters vorgestellt wurden, der sich entschieden hat, offen über die Leiden dieser nie etablierten staatlichen Gewalt zu sprechen. Sein öffentliches Hervortreten hat den Autor zur Zielscheibe der politischen Machthaber gemacht, die befunden haben, dass seine Schriften einen für einen „Staatsdiener“ unzulässigen Grad an Frivolität enthalten. Andererseits haben seine Kollegen die Texte Richter Majićs ungeduldig erwartet, heimlich gelesen und in ihrer eigenen Angepasstheit und ihrem Schweigen darin Trost gesucht. Noch mehr jedoch freute sich die sogenannte „laienhafte Öffentlichkeit“ darüber, die in diesen Texten eine Art „Blick durch das Schlüsselloch“ in die „verbotenen Stadt“ der Justiz erkannte.

Miodrag Majić wurde am 17. November 1969 in Belgrad geboren. Er schloss 1995 die Juristische Fakultät der Universität Belgrad ab und promovierte 2008 in Strafrecht, wobei er sich auf internationales Strafrecht spezialisierte.

Der Jurist arbeitet gleichzeitig als Schriftsteller und ist seit 2010 Richter am Appellationsgericht in Belgrad. Er ist Autor vieler Bücher, Gesetzeskommentare und Artikel. 2019 veröffentlichte er den Roman „Deca zla“ („Kinder des Bösen“), der realistische Beschreibungen der Strafgerichtsbarkeit in Serbien mit Themen des Okkulten verbindet.

Selbständig und in Autorengemeinschaften veröffentlichte er auch zehn Monographien und über dreißig Artikel aus dem Bereich des Strafrechts und des internationalen Strafrechts. Er war an der Ausarbeitung einiger der wichtigsten Gesetze in allen Bereich beteiligt. Er ist Vorsitzender des Verwaltungsrats und einer der Gründer des Zentrums für strafrechtliche Forschung CEPRIS.

Zeit

(Donnerstag) 19:30

Location

Ega Frauen im Zentrum

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