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UND NUN?

Hat das Bankensystem ausgedient? Die Zukunft von Zahlungen

FOTO: zVg.

Lange ist es her, als man für eine Überweisung noch einen Überweisungsträger ausfüllen musste, und diesen persönlich bei der Bank abgab. Dort wurde er dann manuell in einen Computer getippt und nach zwei bis drei Tagen war die Überweisung gegen eine Bearbeitungsgebühr beim Zahlungsempfänger. Mit dem Aufkommen des Internets änderte sich das schnell. Einerseits wurden Überweisungen zunehmend digitalisiert. So konnte und kann jeder Bankkunde mittlerweile Überweisungen bequem vom heimischen Computer aus erledigen.

Doch das Internet sorgte auch für die Notwendigkeit von Vertrauen bei Zahlungen. Und hier kam Paypal ins Spiel. Gegen Ende der 1990er Jahre waren Online Auktionshäuser stark im Kommen. Nur wusste man selten, mit welchem Verkäufer man es zu tun hatte. Würde er oder sie das ersteigerte Produkt auch versenden? Paypal füllte hier intelligent eine Lücke. Denn durch den Käufer- und später auch den Verkäuferschutz übernahm einfach Paypal das Risiko für Transaktionen. Als netter Nebeneffekt konnte das Geld in Sekundenschnelle versendet werden. So verwundert es auch nicht, dass immer mehr Kunden sich auch im alltäglichen Zahlungsverkehr gerne auf den Zahlungsanbieter mit dem blauen Logo verlassen.

Mittlerweile lässt sich Paypal für alle Zahlungen im Internet nutzen. Unabhängig ob beim Kauf von Premium-Abos, einfache Käufe oder Online Auktionen. Es gibt im Internet sogar eigene Paypal Casinos, die Glücksspielzahlungen über den beliebten Zahlungsanbieter ermöglichen. Und auch in die reale Welt hat Paypal seinen Einzug gehalten. Mit einer App kann man heutzutage auch in immer mehr Geschäften bezahlen. Egal ob für das Taxi oder den Kaffee, digitale Transaktionen in Echtzeit mit Paypal sind in der realen Geschäftswelt angekommen.

Durch die Zusammenarbeit mit VISA in den USA sind dort sogar mittlerweile kontaktlose Zahlungen möglich. So kann man einfach sein Smartphone an der Ladenkasse auf das VISA-Karten Lesegerät legen und komfortabel mit Paypal bezahlen. Wann dieser Service auch in Europa zur Verfügung steht, ist derzeit noch unklar. Und doch zeigt es, dass das Modell der klassischen Banken immer mehr ins Wanken gerät. Denn obwohl diese mittlerweile auch digital funktionieren, können Sie mit der Innovation, die seitens Unternehmen wie Paypal ausgeht, nicht mithalten. Und dieser Trend wird sich mit Sicherheit verstärken. Denn Zahlungen per Smartphone sind nur der Anfang. Welche PIN würde besser vor Betrug schützen, als der eigene Fingerabdruck. Oder die Retina des Auges.

Doch mit der Bündelung von Zahlungen bei wenigen Unternehmen, gehen auch Risiken einher. So waren beispielsweise in der Vergangenheit viele Paypal Kunden darüber verwundert, dass sie keine kubanischen Produkte kaufen konnten. Denn als amerikanisches Unternehmen musste Paypal die Sanktionen zum Kuba Emargo der USA auch in anderen Ländern umsetzen. Selbst, wenn diese kein Embargo auf kubanische Erzeugnisse gelegt hatten. Und natürlich erlauben erhobene Daten, die während einer Zahlung gesammelt werden, nach einer Weile ein sehr genaues Bild über den Käufer. Denn Paypal löscht zu keinem Zeitpunkt Transaktionsdaten. Selbst dann nicht, wenn man sein Konto schließt.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Datenbanken bei E-Wallet Anbietern meist mehr und genauer als die Käufer selbst wissen, was wann und wo gekauft wurde. Ein weiterer Schritt hin zum gläsernen Menschen. Trotzdem finden es viele Freunde des amerikanischen Zahlungsanbieters einfach bequemer und sicherer, Zahlungen mit ihrer E-Mail-Adresse durchzuführen, als immer mühsam die Kreditkarten- oder IBAN-Nummer einzugeben. Eines ist sicher: die Zukunft der Zahlungsanbieter ist bereits in vollem Gange.