Start Unterhaltung Lifestyle Kann Cannabidiol (CBD) herkömmliche Schmerzmittel ersetzen?
MEDIZINISCHE WIRKUNG

Kann Cannabidiol (CBD) herkömmliche Schmerzmittel ersetzen?

(FOTO: Polina Tankilevitch von Pexels)

CBD ist das Cannabinoid mit dem breitesten Wirkprofil. Es wirkt direkt gegen Schmerzen, kann aber durch seine entkrampfende, entzündungshemmende und neuroprotektive Eigenschaften die Schmerzen von verschiedenen Stellen aus angehen. Wie effektiv ist CBD gegen Schmerzen wirklich und wie erklären Mediziner die Wirkweise?

CBD im Einsatz gegen den Schmerz: Wirkung erklärt
Das Cannabinoid verspricht als pflanzliches Heilmittel einen schonenden Ansatz. CBD interagiert mit dem Endocannabinoid-System (ECS) des Menschen über die Rezeptoren CB1 und CB2. Das ECS ist das größte biologische Netzwerk im Menschen und erstreckt sich über sein gesamtes Nervensystem, einschließlich wichtiger Körperorgane. Eine der vielen Aufgaben, die das ECS erfüllt, ist die Schmerzregulation.

Darüber hinaus hat CBD die Fähigkeit, gezielt die Schmerzweiterleitung über die Vanilloid-Rezeptoren zu blockieren. Studien wiesen nach, dass CBD die Schwelle für das Schmerzempfinden anheben kann und durch seine stimmungsfördernde Wirkung bei der Schmerzbewältigung hilft. Dies ist deshalb so bedeutend, weil dem Schmerz stets eine nicht zu unterschätzende subjektive Komponente beiwohnt.

CBD und Anandamid
Anandamid ist das bekannteste körpereigene Cannabinoid. Sein aus dem Sanskrit stammender Name für Glückseligkeit verweist auf seine stimmungsfördernde Wirkung. Heute ist in der Medizin bekannt, dass Anandamid auch auf die Schmerzregulation Einfluss ausübt und Entzündungen bekämpft. Die Einnahme von CBD führt nun zu einer Verlangsamung des Abbaus von Anandamid, sodass im Endeffekt mehr Anandamid im Stoffwechsel verbleibt und zur Schmerzlinderung beitragen kann.

Innerhalb des ECS konkurriert Anandamid mit den THC-Rezeptoren. Auf diese Weise kann die bekannte schmerzstillende Wirkung von THC erreicht werden, ohne eine Bewusstseinsveränderung herbeizuführen.

Was unterscheidet CBD von herkömmlichen Analgetika?
Die Wirkung von CBD unterscheidet sich bei der Schmerzbekämpfung weniger von herkömmlichen Schmerzmitteln als man meinen könnte. Vor einem guten Jahrhundert basierten 80 % aller Analgetika nämlich auf der Unterdrückung der Schmerzweiterleitung über die Vanilloid-Rezeptoren und damit auf einem Effekt, der in der Wirkweise von CBD typisch ist. Im Unterschied zu synthetisch hergestellten Arzneimitteln, die spezifisch gegen Schmerzen wirken, hat CBD einen ganzheitlichen Ansatz, denn das ECS ist für wesentlich mehr zuständig als nur für die Schmerzregulation.

Als pflanzliches Heilmittel weist CBD ein wesentlich günstigeres Nebenwirkungsprofil auf als herkömmliche Medikamente aus der Pharmaindustrie. Aus diesem Grund wird CBD als Ibuprofen-Ersatz für immer Menschen interessanter. Ein Nachteil besteht freilich darin, dass CBD anders als Ibuprofen und Co. nur bei chronischen Schmerzen, nicht aber bei akuten Schmerzen helfen kann. Viele Experten raten dazu, CBD eher als Ergänzung und nicht als alleiniges Arzneimittel einzusetzen.

Nebenwirkungsprofil spricht für sich
Das günstige Nebenwirkungsprofil von CBD erklärt sich neben seiner pflanzlichen Herkunft dadurch, dass der Körper bereits über das ECS verfügt und folglich mit dem Umgang mit den Cannabinoiden vertraut ist. Hier soll das Cannabinoid lediglich einen Mangelzustand beheben, während der Körper überschüssiges CBD in der Regel problemlos ausscheiden kann. Wenn überhaupt treten als Nebenwirkungen nur Übelkeit, Benommenheit, Mundtrockenheit, ein reduzierter Appetit und ein niedriger Blutdruck auf. In den meisten Fällen verschwinden die Nebenwirkungen wieder, wenn sich der Körper an die Dosierung gewöhnt hat.

Dosierung
Die Wirkung von CBD hängt stark von dem individuellen Profil des Einzelnen ab, das heißt, ob und in welchem Ausmaß eine Mangelsituation vorherrscht. Zudem gilt, dass Menschen mit einem höheren Körpergewicht tendenziell mehr CBD benötigen. Bewährt ist die Einnahme von CBD als Öl. Experten empfehlen die Step-by-Step-Methode für den Einstieg. Dabei werden zunächst jeweils ein Tropfen CBD Öl morgens und abends in der Konzentration von 5 % eingenommen. Bleibt die erhoffte Wirkung aus, dann sollte die Menge der Tröpfchen schrittweise erhöht werden. Alternativ kann auch auf CBD Öle mit einer stärkeren CBD-Konzentration zum Beispiel von 10 %, 15 % und 20 % zugegriffen werden.

Fazit: CBD als Schmerzmittel
CBD ist gegen chronische Schmerzen eine interessante Alternative, die erst in den letzten Jahren einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Das vielseitige Wirkprofil erhöht die Chancen einer Heilung. Hier sind es vor allem Patienten, die unter entzündlichen, nervlichen und mit Krämpfen einhergehenden Schmerzen leiden, die sich von einer Behandlung mit CBD Hoffnung machen können. Ein Wundermittel ist CBD freilich auch gegen Schmerzen nicht und es kann mehrere Tage dauern, bis die schmerzlindernde Wirkung spürbar wird. Als alleiniges Heilmittel ist CBD eher ungeeignet, aber als Ergänzung hat es schon vielen Schmerzpatienten geholfen.