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Kein „-vić“ erlaubt: bosnische Spitzensportlerin musste Nachnamen ändern

(FOTO: Instagram-Screenshot)

Meliha İsmailoğlu zählt zu einer der bekanntesten Volleyballerinnen der Türkei. Auch wenn ihr Name türkisch klingt, so ist die 27-Jährige in Wirklichkeit aus Bosnien-Herzegowina.

İsmailoğlu kam am 17. September 1993 in Gradačac als Meliha Smajlović zur Welt. Als Tochter eines bekannten Basketballers wollte sie zuerst in seine Fußstapfen treten. „Es gab jedoch keine Klubs in meiner Stadt, weshalb ich angefangen habe, Volleyball zu trainieren“, erzählte sie gegenüber dem CEV.

Vom bosnischen zum türkischen Dress
Ihre Karriere begann bereits im Alter von acht Jahren beim Verein Kula Gradačac und wurde vom bosnisch-herzegowinischen Volleyballverband zwei Mal (2009 und 2011) als „Spielerin des Jahres ausgezeichnet. İsmailoğlu spielte sowohl im Jugend- als auch Juniorennationalteam Bosnien-Herzegowinas. Allerdings wollte sie höher hinaus.

„Ich wollte ins Ausland gehen, um dort zu studieren und Volleyball zu spielen. Ich habe einige Verwandte in der Türkei, weshalb ich mich bei ihnen erkundigt habe, bei welchen Clubs ich spielen könnte. Ich hatte ein Probetraining bei Iller Bankasi in Ankara. Sie haben mir dann einen Vertrag angeboten“, erinnert sich die 27-Jährige. All dies geschah im Jahr 2011 und nur neun Monate später wurde ihr die türkische Staatsbürgerschaft verliehen. Seitdem spielt sie im Nationalteam der Türkei.

„Es war eine große Chance für mich, im türkischen Dress zu spielen. Das Team ist auf einem viel höheren Niveau als das bosnisch-herzegowinische. Ich war sofort in der A-Mannschaft. In Bosnien hätte ich nicht dieselben Chancen gehabt, internationale Karriere zu machen“, betonte İsmailoğlu.

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Namenswechsel war gesetzlich verpflichtend
Den gebürtige Bosnierin spricht fließend Türkisch und fühlt sich sowohl als Bosnierin als auch als Türkin. „Ich lebe bereits seit zehn Jahren in der Türkei. Ich bin es gewohnt, hier zu sein und fühle mich als Bestandteil des Nationalteams“, fügte sie hinzu.

Um jedoch die türkische Staatsbürgerschaft zu bekommen, musste Meliha ihren Nachnamen von Smajlović zu İsmailoğlu ändern. „Es gibt so ein Gesetz in der Türkei. Man muss seinen Nachnamen ändern, da er nicht auf -ović enden darf. Ich wollte ihn eigentlich nicht ändern. Gemeinsam mit meinen Teamkameraden habe ich mich für İsmailoğlu entschieden, da er meinem alten Nachnamen sehr ähnlich ist.“

Seit 1934 gibt es in der Türkei das sogenannte Familiennamensgesetz, laut welchem Anreden und Titel (z.B. „Efendi“, „Bey“ oder „Pascha) nicht mehr geführt werden dürfen. Gleiches gilt für nichttürkische Namensendungen (slawisch -vić, griechisch -pulos, armenisch -yan, usw.).