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Kryptowährungen — Die Zukunft der Weltwirtschaft

Kryptowährungen — Die Zukunft der Weltwirtschaft (FOTO: zVg.)

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft stark getroffen. Viele Menschen und Unternehmen wurden dazu bewegt, alternative Anlagemöglichkeiten zu finden. In diesem Zusammenhang gewannen Kryptowährungen immer mehr an Bedeutung. Doch wie sicher und profitabel ist diese Anlagestrategie tatsächlich? Wir versuchten, das herauszufinden.

Die Geschichte der virtuellen Münzen begann mit dem Kryptografen David Chaum. 1983 entwickelte der Amerikaner ein kryptografisches System namens eCash. Zwölf Jahre später schuf er mit DigiCash ein weiteres System, das Kryptografie verwendete, um wirtschaftliche Transaktionen vertraulich zu machen.

Das erste Mal, dass der Begriff „Kryptowährung” explizit verwendet wurde, war im Jahr 1998. Damals begann Wei Dai über die Entwicklung einer neuen Zahlungsmethode nachzudenken, die ein kryptografisches System verwendet und deren Hauptmerkmal die Dezentralisierung ist. Im Jahr 2009 entwickelte eine Person, deren Identität bis heute unbekannt ist, unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto die erste Kryptowährung – den Bitcoin. Das Ziel Nakamotos war es, mit dem Bitcoin eine neue Zahlungsmethode zu schaffen, die international, dezentral und ohne Finanzinstitut eingesetzt werden kann. So entwickelte er inmitten der großen Wirtschaftskrise, von der Millionen von Menschen betroffen waren, seine Kryptowährung. Sie sollte der Welt zeigen, dass es auch eine andere, nicht herkömmliche Art von Geld gibt, die man verwenden und davon profitieren kann. In Zeiten der Corona-Krise stellt sich wieder vermehrt die Frage, wie man am sichersten Geld sparen bzw. investieren kann. Neben Gold und Edelmetallen rücken Kryptowährungen immer mehr in Vordergrund. Aber wie stabil sie sind und wie man mit ihnen handeln kann, ist vielen immer noch unklar.

Was ist eine Kryptowährung?
Eine Kryptowährung ist dezentrales, digitales Geld, das auf der Blockchain-Technologie basiert. Die bekanntesten Kryptowährungen sind Bitcoin und Ethereum. Laut CoinMarketCap.com, einer Marktforschungswebsite, sind aber mehr als 6.700 verschiedene Kryptowährungen im Umlauf.Außerdem sind Kryptowährungen eine Zahlungsmethode, die online gegen Waren und Dienstleistungen getauscht werden können. Viele Unternehmen haben ihre eigenen Währungen entwickelt, die oft als Token bezeichnet werden. Diese können speziell gegen die Waren oder Dienstleistungen, die das Unternehmen anbietet, getauscht werden. Die Tokens kann man sich wie Casino-Chips vorstellen: Man muss also eine haptische Währung gegen eine Kryptowährung umtauschen, um auf die Ware oder Dienstleistung zugreifen zu können.

Der größte Unterschied zwischen klassischen und Kryptowährungen liegt darin, dass die zweiten dezentralisiert sind bzw. von keiner Institution kontrolliert werden.

Wofür kann man Kryptowährungen verwenden?
Man kann Kryptowährungen verwenden, um reguläre Waren und Dienstleistungen zu kaufen. Viele Menschen investieren aber auch in Kryptowährungen, wie sie es bei anderen Vermögenswerten wie Aktien oder Edelmetallen tun würden. Im Vergleich dazu kann der Kauf von Kryptowährungen als neuartige Anlagemöglichkeit, jedoch sehr riskant sein, da man viel technisches Wissen benötigt, um die Funktionsweise jedes Systems vollständig zu verstehen.

Wie funktionieren Kryptowährungen?
Eine Kryptowährung ist ein digitales, verschlüsseltes und dezentrales Austauschmedium. Im Gegensatz zum Euro beispielsweise, gibt es keine zentrale Behörde, die den Wert einer Kryptowährung verwaltet und aufrechterhält. Stattdessen werden diese Aufgaben über das Internet auf die Benutzer einer Kryptowährung verteilt.Bitcoin war die erste Kryptowährung, die Satoshi Nakamoto 2008 in seinem Artikel mit dem Titel „Bitcoin: Ein Peer-to-Peer-E-Cash-System” in seinen Grundzügen skizzierte. Nakamoto beschrieb das Projekt als „ein elektronisches Zahlungssystem, das auf kryptografischen Beweisen statt auf Vertrauen basiert”. Dieser kryptografische Beweis erfolgt in Form von Transaktionen, die in einer Programmform namens Blockchain überprüft und aufgezeichnet werden.

Was ist die Blockchain-Technologie?
Blockchain ist eine offene, verteilte Datenbank. Im Kontext von Bitcoin wird diese Datenbank genutzt, um Geldtransaktionen zu verwalten. Der Begriff „Chain” kommt von der Kette, zu der die Transaktionen in chronologischer Reihenfolge hinzugefügt werden. In der Praxis ist es einem Scheckheft ähnlich, das auf unzähligen Computern auf der ganzen Welt verteilt ist. Transaktionen werden in „Blöcken” vermerkt, die dann in einer „Kette” früherer Kryptowährungstransaktionen miteinander verknüpft werden. „Stellen Sie sich ein Buch vor, in dem Sie alles aufschreiben, wofür Sie jeden Tag Geld ausgeben”, sagt Buchi Okoro, CEO und Mitbegründer des afrikanischen Kryptowährungsaustauschs Quidax. „ Jede Seite ähnelt einem Block, und das gesamte Buch, eine Gruppe von Seiten, ist eine Blockchain.” Mit einer Blockchain verfügt jeder, der eine Kryptowährung verwendet, über eine eigene Kopie dieses Buches, um einen einheitlichen Transaktionsdatensatz erstellen zu können. Die Software protokolliert jede neue Transaktion, und jede Kopie der Blockchain wird gleichzeitig mit den neuen Informationen aktualisiert, wobei alle Aufzeichnungen identisch und genau bleiben. Um Betrug zu verhindern, wird jede Transaktion mit einer von zwei Hauptvalidierungstechniken überprüft: Arbeitsnachweis oder Einsatznachweis.

Blockchain: Der Begriff „Chain” kommt von der Kette, zu der die Transaktionen in chronologischer Reihenfolge hinzugefügt werden. (FOTO: iStock)

Wie viele Kryptowährungen gibt es weltweit?
Laut CoinMarketCap.com, einer Marktforschungswebsite, werden mehr als 6.700 verschiedene Kryptowährungen öffentlich gehandelt. Und Kryptowährungen vermehren sich weiter und sammeln Geld durch anfängliche Münzangebote (Initial Coin Offering ) oder ICOs. Der Gesamtwert aller Kryptowährungen – mit Stand 18. Februar 2021 – betrug laut CoinMar-ketCap mehr als 1,6 Billionen US-Dollar. Der Gesamtwert aller Bitcoins, der beliebtesten digitalen Währung, lag bei 969,6 Milliarden US-Dollar.

Was bedeutet „Mining”?
Mining oder „Schürfen” ist ein Begriff, der sich auf das Sammeln einer Kryptowährung als Belohnung für die von euch geleistete Arbeit bezieht. (Dies wird etwa bei Bitcoins als „Bitcoin-Mining” bezeichnet, wenn es um das Mining von Bitcoins geht). Das heißt, es geht um einen Prozess, bei dem Rechenleistung zur Transaktionsverarbeitung, Absicherung und Synchronisierung aller Nutzer im Netzwerk zur Verfügung gestellt wird. Das Mining ist eine Art dezentrales Bitcoin-Rechenzentrum mit Minern auf der ganzen Welt. Die Auszahlung der jeweiligen Bitcoin-Anteile richtet sich nach der zur Verfügung gestellten Rechenkapazität. In traditionellen Währungssystemen drucken Regierungen beziehungsweise Zentralbanken mehr Geld, wenn Bedarf besteht. Beim Bitcoin hingegen wird kein Geld gedruckt. Vielmehr werden Bitcoins selbst oder in der Cloud (Cloud Mining ) geschürft. Rund um den Globus minen (errechnen) Computer Bitcoins und konkurrieren dabei miteinander.

Für das Mining bzw. Schürfen wird man in Kryptowährungen entlohnt.

Was ist der Unterschied zwischen Krypto- und herkömmlichen Währungen?
Krypto-Geld macht Zahlungen ohne Bank möglich. Dadurch sind Transaktionen nicht nur ultraschnell – praktisch in Echtzeit –, sondern auch sehr kostengünstig. Außerdem spielt die Dezentralisierung eine ganz große Rolle. „Einer der Hauptvorteile ist die Kontrolle über die eigenen Währungen, die jeder Besitzer hat. Wenn wir hingegen den Euro, den Dollar und andere klassische Währungen betrachten, gibt es immer eine Institution wie die Zentralbank, die den im Umlauf befindlichen Betrag bestimmt. In diesem Fall können Inflation und ähnliche Formen von Marktstörungen auftreten. Es gibt eine Besonderheit bei Kryptowährungen, nämlich dass bestimmte Mengen davon verfügbar sind.Was wir in der heutigen Welt sehen, insbesondere während der Corona-Krise, ist, dass Länder gezwungen sind, irgendeine Art von finanzieller Hilfen zu gewährleisten. Dafür muss Geld erfunden werden, das möglicherweise nicht auf dem Markt existiert. Mit Kryptowährungen ist dies tatsächlich nicht möglich, was folglich der Inflationsbekämpfung beitragen kann”, sagte uns Tomislav Matić, Gründer der österreichischen Firma „Crypto Future” und Entwickler der Kryptowährung Rotharium.

„Man muss sich bewusst sein, dass sich Kryptowährungen genauso wie Aktien benehmen. Man sollte nie das Geld investieren, das man nicht verlieren will.”

Tomislav Matić, Gründer der Firma „Crypto Future” und Entwickler der Kryptowährung Rotharium

Worauf muss man achten, wenn man in Kryptowährungen investieren möchte?
„Bevor man sich für eine Kryptowährung entscheidet, muss man sich bewusst sein, dass sich Kryptowährungen genauso wie Aktien benehmen. Man sollte nie Geld investieren, welches man gar nicht entbehren kann. Darüber hinaus sollte man nicht an kurzfristige, sondern an langfristige Investitionen denken, da jede Veränderung des Marktes eine Person in eine unangenehme Situation bringen könnte. Die Investition in Kryptowährungen ist ein Risiko, auf das man vorbereitet sein muss. Wenn ich bereit bin, dieses Risiko einzugehen, dann wähle ich die Kryptowährung aus, in die ich mein Geld investieren möchte. Dabei ist es wichtig zu überprüfen, wer dahinter steckt, wer es gemacht hat, wo sich das Unternehmen befindet, auf welchem Ökosystem es basiert und ob das System sicher ist, da immer auch die Möglichkeit des Hackings besteht. Je sicherer ein Kryptowährungssystem ist, desto weniger wahrscheinlich sind diese Szenarien”, so Matić.

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