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Las Vegas: Mehr als nur ein Mekka für Casino-Liebhaber

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Las Vegas; (C) zVg.

Als die ersten Siedler sich vor beinahe 200 Jahren im heutigen Las Vegas niederließen, hätten sie von der illustren Zukunft der Stadt wohl kaum zu träumen gewagt. In einem Tal mitten in der unwirtlichen Wüste von Nevada hat sich eine echte Weltstadt entwickelt, die jedes Jahr Millionen von Besuchern anzieht.

Hauptattraktion sind dabei natürlich die glamourösen Casino-Ressorts, die schon von Weitem die Skyline der Stadt dominieren. In einem Land, in dem das Glücksspiel andernorts lange Zeit verboten war, wurde Las Vegas zum Magnet für Glücksritter aus allen Teilen des Kontinents. Das prägt bis heute weitgehend das Image der Stadt und führt dazu, dass andere Seiten der Wüstenmetropole aus dem Blick verloren werden. Dabei ist der Großraum Las Vegas mit mehr als zwei Millionen Einwohnern eines der urbanen Zentren der USA und hat weitaus mehr zu bieten als nur das Glücksspiel-Mekka am Strip.

Tourismus jenseits der Casinos
Mehr als vierzig Millionen Touristen strömen in einem guten Jahr nach Las Vegas und natürlich kommen viele von ihnen der großen Casinos wegen. Aber wenn es den Gästen nur um das Glücksspiel gehen würde, wäre in den letzten Jahren ein starker Rückgang der Besucherzahlen zu erwarten gewesen. Auf der ganzen Welt machen Online Casinos den landbasierten Etablissements nämlich die Kundschaft streitig. Denn Blackjack spielt sich auch gut allein und im Internet wird zu allem Überfluss das Spielerguthaben oft auch noch mit einem Einzahlungsbonus verdoppelt. Wer online geht, muss sich außerdem nicht zwischen Vegas Strip Blackjack und Atlantic City Blackjack entscheiden, da häufig beide Varianten nebeneinander angeboten werden. Die Casinos in Las Vegas verlieren also Besucher an die neue Konkurrenz. Trotzdem strömen die Gäste weiterhin nach Las Vegas. Es muss also auch andere Attraktionen geben, die den Besucheransturm begründen. Und wer sucht, wird tatsächlich fündig. Gourmet-Restaurants und Shopping-Paradiese, Museen und die raue Schönheit der Natur im Umland, Business-Angebote oder aberwitzige Fahrgeschäfte: Las Vegas hat einiges zu bieten.

Gaumenfreuden
Feinschmecker finden in Las Vegas viele Möglichkeiten, ihren Gaumen zu verwöhnen. Ein Ausflug in die Haute Cuisine der Wüstenmetropole kann zwar schnell ebenso kostspielig werden wie ein Abend am Pokertisch. Aber wer das nötige Geld auf dem Bankkonto hat, kann hier von einem Sternerestaurant ins nächste ziehen. Im MGM Grand hat der „Koch des Jahrhunderts“ laut Gault Millau gleich zwei Restaurants seinen Namen verliehen: Im Joël Robuchon und im L‘Atelier Robuchon werden erlesen Spezialitäten wie Kaviar und Foie Gras serviert. Auch im Caesar‘s Palace wird Gourmetküche geboten: französische Spezialitäten gibt es im Guy Savoy, japanische Kreationen im Nobu. Im Bellagio genießen etwa Le Cirque, das Picasso oder das Lago einen Ruf, der weit über die Stadtgrenzen hinaus reicht. Bei so vielen Versuchungen kann ein Besuch in Las Vegas sich schnell auf den Bauchumfang niederschlagen.

Shopping für Fortgeschrittene
Die zahlreichen Shopping-Zentren in Las Vegas sind fast ebenso extravagant wie die Casinos und stellen eine weitere Gefahr für den Geldbeutel dar. Die Grand Canal Shoppes des Venetian-Casinos sind schon allein der detailgetreuen Nachempfindung von Venedig, inklusive Kanal und Gondolieri, einen Besuch wert. Im Fashion Show, das ebenfalls am Strip liegt, bieten mehr als 250 Boutiquen Designermode für den gehobenen Geldbeutel an. Auch Outlet-Shopping der besonderen Dimension gibt es in Las Vegas. In den Las Vegas North und Las Vegas South Premium Outlets locken zahlreiche Designermarken mit besonderen Deals. Und auch die Sportartikelhersteller Adidas und Nike betreiben XL-Outlets in der Stadt.

Kunst und Krempel
Auch Museen gibt es in Las Vegas für jeden Geschmack. Den größten Glamour-Faktor dürfte wohl der örtliche Ableger von Madame Tussauds mit mehr als 100 Wachsfiguren bekannter Persönlichkeiten haben. Wer sich kulturell ein wenig weiterbilden möchte, findet im Marjorie Barrick Museum zeitgenössische ebenso wie präkolumbianische Kunstwerke. Und auch die Bellagio Gallery of Fine Art ist für Kunstliebhaber einen Besuch wert. Viele Museen in Las Vegas legen aber mehr Wert auf Unterhaltung als auf intellektuellen Anspruch. In Zak Bagan‘s Haunted Museum finden sich beispielsweise allerlei verfluchte Artefakte. Im Mob Museum wird den berühmten Mafia-Gangstern Tribut gezollt, die Las Vegas mit zum Aufstieg verholfen haben. Und in der Pinball Hall of Fame stehen – wenig überraschend – mehr als 100 alte Pinball-Automaten. Vegas-Nostalgie pur gibt es im Neon Museum and Boneyard, wo ikonische Neon-Schilder der Stadt aus vergangenen Jahrzehnten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Ab in die Wüste
Rund um Las Vegas erstreckt sich die Wüste, so weit das Auge reicht. Und natürlich gibt es für Naturliebhaber hier jede Menge Sehenswürdigkeiten. Nur wenige Kilometer außerhalb der Stadtgrenzen rufen Berge, Täler und zerklüftete Canyons. Bei einem Pferderitt durch den Red Rock Canyon können Wildpferde, Kojoten und Berglöwen erspäht werden. Das legendäre Death Valley, einer der heißesten und trockensten Orte des Kontinents, ist nur zwei Autostunden entfernt. Und wem die Hitze zu viel wird, der findet im Spring Mountain Ranch Park auf mehr als tausend Höhenmetern etwas Abkühlung. Im Frühling erwacht die Wüste hier zum Leben und ein Meer aus Wildblumen überzieht für einige Wochen die Landschaft. An einem solchen Ort könnte das Lichtermeer von Las Vegas nicht weiter weg sein.

Messen und Konferenzen
Auch Geschäftsleute zieht es in Strömen nach Las Vegas. Dafür ist nicht zuletzt das Las Vegas Convention Center, eines der größten Messegelände der Welt, verantwortlich. Auf rund 180.000 Quadratmetern finden hier das ganze Jahr über Handelsmessen und andere Großereignisse wie die Consumer Electronics Show CES statt. Und auch die Hotels der Stadt haben Geschäftskunden als lukrative Zielgruppe ausgemacht und bieten Räumlichkeiten für Konferenzen und Tagungen jeder Größe an. Für die Stadt stellt dieses Geschäftsfeld neben dem Tourismus eine weitere lukrative Einnahmequelle dar. Hinter all dem Glamour hat Las Vegas also auch eine äußerst seriöse Seite.

Bei genauerem Hinsehen ist Las Vegas auch abseits des Strips ein kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region. Die Stadt hat es verstanden, mit der Zeit zu gehen und sich verschiedene Standbeine außerhalb der Glücksspielindustrie aufzubauen. Selbst wenn diese in Zukunft an Bedeutung verlieren sollte, ist Las Vegas also auch weiterhin gut für Tourismus und Geschäftsleben aufgestellt.