Türkei und Ägypten verweigern die Einfahrt – ein Kreuzfahrtschiff mit fast 3.000 Menschen an Bord muss seine Route spontan ändern.
An Bord des Kreuzfahrtschiffs befinden sich nach Angaben des griechischen Rundfunks ERT rund 1.860 Passagiere sowie 1.139 Crewmitglieder. Die „Scarlet Lady“ ist für eine einmonatige Reise des US-amerikanischen Reiseveranstalters Atlantis Events gechartert, der sich auf LGBTQ-Reisen spezialisiert hat. LGBTQ steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer – auf Deutsch also lesbische, schwule, bisexuelle, trans und queere Menschen.
Einreise verweigert
Ursprünglich war vorgesehen, dass das Schiff unter anderem die türkischen Hafenstädte Kuşadası und Istanbul anläuft. Die türkischen Behörden untersagten jedoch die Einfahrt und beriefen sich dabei auf die „moralischen Werte“ des Landes. Das Provinzgouverneursamt von Aydın erklärte öffentlich, dass es „absolut nicht infrage komme“, dass die „Scarlet Lady“ im Hafen von Kuşadası anlege, da das Schiff von Gruppen gechartert sei, deren Verhalten nicht mit der sozialen Struktur und den moralischen Werten der Provinz übereinstimme. Wie griechische Medien weiter berichteten, verweigerte in der Folge auch Ägypten den Zugang, was eine kurzfristige Umplanung der Route erforderlich machte.
Griechenlands Zustimmung
Nachdem das griechische Schifffahrtsministerium grünes Licht gegeben hatte, konnten die Reisenden an Ausflügen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten auf Kreta teilnehmen.
Laut einem Bericht von ERT unter Berufung auf die zuständigen Behörden soll die „Scarlet Lady“ nach ihrem Aufenthalt im Hafen von Souda die Fahrt planmäßig in Richtung Montenegro fortsetzen.