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Mysteriöse Umstände

Mysteriöse Todesfälle russischer Oligarchen (FOTO)

FOTO: iStock/ shironosov, Martin Holverda

Der Vorstandsvorsitzende des zweitgrößten russischen Ölproduzenten Lukoil Ravil Maganov starb angeblich nach einem Sturz aus einem Krankenhausfenster in Moskau. Sein Tod ist der achte in einer Reihe reicher russischer Geschäftsleute, die unter mysteriösen Umständen umgekommen sind. 

Die russische Agentur TASS gab unter Berufung auf ihre Quellen bekannt, dass es sich um einen Suizid handle. Dieser vermeintliche Selbstmord hat viel Aufmerksamkeit erregt, weil Maganov einer von acht russischen hochrangigen russischen Managern ist, die seit Januar unter mysteriösen Umständen verstorben sind. Er sei wegen Herzproblemen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er habe Antidepressiva eingenommen, berichtete TASS. Es bleibt abzuwarten, ob es sich um einen verdächtig anmutenden Tod oder eben einen Selbstmord handelt. 

Der 67-jährige Maganov stand seit 1993 an der Spitze von Lukoil. Er ist Träger der Medaille des Alexander-Newski-Ordens, überreicht von Präsident Wladimir Putin. 

Ein weiterer hochrangiger Lukoil Energiemanager Alexander Subbotin, starb ebenfalls unter mysteriösen Umständen starb. Am 9. Mai berichtete TASS, dass die Polizei eine Untersuchung eingeleitet hatte, nachdem seine Leiche einen Tag zuvor im Keller des Hauses von Alexey Pindyurin, einem selbsternannten Schamanen, in der Nähe eines Altars gefunden worden war, welcher üblicherweise für Voodoo-Rituale verwendet wird.

Lukoil ist einer der wenigen Konzerne in Russland, die den Angriff auf die Ukraine offen kritisiert und zum Frieden aufgerufen haben. 

Neben den „Lukoil-Vorfällen“ starben auch mehrere Geschäftsleute von Gazprom oder der mit Gazprom verbundenen Unternehmen; unter mysteriösen Umständen. Bereits am 29. Januar, vor Beginn des Krieges mit der Ukraine, wurde Leonid Shulman, Leiter des Transportdienstes von Gazprom, tot im Badezimmer seiner Blockhütte aufgefunden. Wie Newsweek schreibt wurde bekannt, dass neben der Leiche ein Abschiedsbrief entdeckt wurde. 

Nach Schulmann wurde am 25. Februar Aleksander Tyuljakov, stellvertretender Direktor für Unternehmenssicherheit und Personalwesen bei Gazprom, tot aufgefunden. Seine Leiche wurde in der Garage entdeckt. 

Die Leiche des ehemaligen Präsidenten der Gazprom Bank, Vladislav Avayev, wurde am 18. April in einer Luxuswohnung in Moskau gefunden. Neben ihm lagen die Leichen seiner Frau und seiner 13-jährigen Tochter. Die Ermittler vermuten, dass er zuerst sie getötet hatte, um anschließend über sich zu richten. 

Der russische Oligarch Mikhail Watford, dessen richtiger Nachname Tolstosheya war und der durch diverse Ölgeschäfte reich wurde, wurde am 28. Februar in seinem Haus erhängt aufgefunden. 

Während der Tod einiger Oligarchen als Selbstmorde deklariert wurden, gab es andere, deren Ende jenem von Avayev ähnelten. 

Der Milliardär Vasiliy Melnikov, der mit der Firma Medstom in Verbindung stand, wurde am 24. März tot in seiner Luxuswohnung in Nischni Nowgorod aufgefunden. In der Wohnung wurden auch die Leichen seiner Frau und seiner vier- und zehnjährigen Söhne entdeckt. Die Ermittlungen ergaben, dass er zunächst seine Frau und Kinder ermordet hat, um anschließend Selbstmord zu begehen. Freunde und Familie glauben dieser Version des Todes aber keineswegs. 

Die Leiche von Sergej Protosenj, dem ehemaligen hochrangigen Manager der Firma Novatek, wurde am 21. April in einer Villa in Spanien gefunden. Die katalanische Polizei gab bekannt, dass er erhängt im Garten gefunden wurde, während die Leichen seiner Frau und seiner Tochter erstochen in ihren Zimmern gefunden wurden. Die Schlussfolgerung war, dass entweder der Oligarch sie mit einem Messer und einer Axt getötet und sich dann selbst das Leben genommen hat, oder dass jemand alle drei getötet und dann versucht hat, es als Doppelmord und Selbstmord darzustellen.

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