Ein internationales Ranking bringt niederösterreichische Kliniken unter Druck – und befeuert einen politischen Streit, der längst schwelt.
Ein internationales Krankenhausranking des US-Magazins „Newsweek“ hat in der niederösterreichischen Gesundheitspolitik für Bewegung gesorgt. Die Ergebnisse für die Kliniken zwischen Enns und Leitha fallen demnach schwach aus – und liefern der SPÖ neues Argumentationsmaterial im anhaltenden Streit um Gastpatienten aus Wien.
Das Ranking „World’s Best Hospitals“ wird im Auftrag von Newsweek in Zusammenarbeit mit Statista erstellt. Die Bewertung basiert auf nationalen medizinischen Qualitätsindikatoren, einer internationalen Online-Befragung medizinischen Fachpersonals sowie Ergebnissen von Patientenbefragungen.
SPÖ kritisiert ÖVP
Die Sozialdemokraten werfen der ÖVP vor, mit ihrer Spitalspolitik weniger an der Versorgungsqualität als an provinzieller Günstlingspolitik orientiert zu sein. David Loretto, SPÖ-Bezirksvorsitzender in Mödling, macht konkrete Mängel geltend: Die Grundversorgung in Niederösterreich sei mit jener in Wien schlicht nicht vergleichbar. Als Beleg verweist er auf die Kliniken Mödling und Baden, die auf engem Raum parallele Strukturen unterhalten, ohne dass klare Zuständigkeiten geregelt wären.
ÖVP zweifelt
Auf Seiten der ÖVP stößt das Ranking auf Skepsis. Im Büro von Landesrat Anton Kasser wird die Aussagekraft der Reihung grundsätzlich in Zweifel gezogen – unter anderem mit dem Argument, dass das Zentralklinikum St. Pölten, das als modernstes Haus des Landes gilt, in der Erhebung gar nicht berücksichtigt worden sei.
Das Ranking zeigt damit ein Bild, das niederösterreichische Kliniken hinter anderen österreichischen Ballungszentren zurücklässt.
Diese wiederum sieht die Grundlage der Bewertung als nicht ausreichend belastbar an.