Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte: Die 4 wichtigsten Änderungen im Überblick

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Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte: Die 4 wichtigsten Änderungen im Überblick

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RWR-Karte Kolumne Gruber
(FOTO: iStockphoto, Kreis: zVg.)

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Vergangenen Mittwoch wurde im Ministerrat eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Card beschlossen. Hier alle Neuerungen im Überblick.

Laut Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) soll mit dieser Reform und der Mangelberufsliste sichergestellt werden, dass Schlüsselfachkräfte nach Österreich kommen. Eingeführt wurde die RWR-Karte Mitte 2011 mit dem Ziel, als Steuerungsinstrument für den Zuzug von Nicht-EU-Bürgern nach Österreich zu fungieren. Mittels Punktesystem werden seither qualifizierte Beschäftigte für den österreichischen Arbeitsmarkt rekrutiert. Seither werden jährlich rund 2.000 RWR-Karten ausgestellt, weitaus weniger als die im Vorfeld erwarteten 8.000.

1. Unterkunftsnachweis
Ein Unterkunftsnachweis bereits bei der Antragsstellung soll laut Ministerratsvortrag künftig wegfallen. Laut Regierung wisse der RWR-Antragssteller im Vorfeld nicht, ob dieser angenommen wird und wann man eine Antwort erwarten kann. In der Praxis hätten heimische Firmen für Betroffene selbst Unterkünfte im Inland organisiert.

2. Gehaltsgrenzen
In der Kategorie der „sonstigen Schlüsselkräfte“, die laut Wirtschaftsressort rund 60 Prozent der RWR-Kartenbezieher ausmachen, sollen die bisher geltenden Gehaltsgrenzen gesenkt werden. Der Mindestlohn sei bei diesen Arbeitskräften zu hoch angesetzt. Bisher belief sich der Brutto-Mindestverdienst für 30-Jährige in dieser Kategorie auf 2.610 Euro brutto monatlich. Künftig soll dieser 2.088 Euro brutto betragen. Für die Altersgruppe ab 30 Jahre galt bisher 3.132 Euro brutto und soll sich in Zukunft auf 2.610 Euro brutto belaufen.

3. Entbürokratisierung
Anstatt des bisherigen postalen Antrags soll es nach der Reform die Möglichkeit geben, die RWR-Karte digital beantragen zu können. Auch die Kommunikation zwischen den in- und ausländischen Ämtern soll beschleunigt werden. Ein Pilotprojekt für die Entbürokratisierung soll noch heuer starten und endgültig ab 2020 eingeführt werden.

4. Lehrausbildung
Drittstaatangehörige, die bereits über einen gültigen Aufenthaltstitel in Österreich verfügen, werden künftig zur Absolvierung einer Lehrausbildung die RWR-Karte beantragen können. Dies ermöglicht Personen mit Schüler-Visum einen weiteren Aufenthalt hierzulande.

Wer hat Zugang zur RWR-Karte?
Laut derzeitiger Regelung können besonders Hochqualifizierte, Fachkräfte in Mangelberufen, sonstige Schlüsselkräfte, Studienabsolventen einer österreichischen Hochschule, selbstständige Schlüsselkräfte und Start-up-Gründer eine Rot-Weiß-Rot-Karte beantragen.

Für die Bewilligung benötigen Schlüsselkräfte und Fachkräfte in Mangelberufen eine fixe Jobzusage und bestimmte Qualifikationen. Diese Job-Regelung gilt nicht für Höchstqualifizierte. Diese haben sechs Monate Zeit, sich mit einem Visum einen adäquaten Arbeitsplatz in Österreich zu finden.

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