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Geringe Nachfrage

Regierung kauft Millionen Corona-Impfstoffe – trotz voller Lager

Regierung kauft Millionen Corona-Impfstoffe – trotz voller Lager
(FOTO: iStock/Tomwang112)
2 Min. Lesezeit |

Während die Impfbereitschaft auf ein Rekordtief sinkt, sitzt Österreich auf hunderttausenden ungenutzten Covid-Impfdosen – und muss vertraglich noch mehr abnehmen.

Die österreichische Regierung steht vor erheblichen Herausforderungen bei der Covid-19-Impfstoffbeschaffung. Wie aus einer Antwort von Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) auf eine parlamentarische Anfrage des FPÖ-Abgeordneten Harald Schuh hervorgeht, lagerten Anfang Juli 2025 rund 545.000 ungenutzte Impfdosen von BioNTech/Pfizer in den Beständen des Gesundheitsministeriums.

Die Impfstatistik verdeutlicht den drastischen Rückgang der Nachfrage. Während 2024 noch insgesamt 443.896 Covid-Impfungen im E-Impfpass (elektronisches Impfregister) registriert wurden – mit Spitzenwerten von 172.762 im Oktober und einem Minimum von 379 im Juni – sanken die Zahlen 2025 auf ein historisches Tief. Im August ließen sich österreichweit gerade einmal 22 Personen impfen.

Vertragliche Verpflichtungen

Dennoch bestehen für das laufende Jahr Abnahmeverpflichtungen gegenüber BioNTech/Pfizer über rund 1,8 Millionen Impfstoffdosen. Ein Teil davon konnte zwar in das kommende Jahr verschoben werden, sodass 2025 etwa 1,5 Millionen und 2026 knapp 300.000 Dosen abgenommen werden müssen. BioNTech/Pfizer ist derzeit der einzige Vertragspartner Österreichs. Die konkreten Kosten pro Impfdosis unterliegen laut Schumann vertraglicher Geheimhaltung.

Die aktuellen Lieferverpflichtungen sind Teil des EU-weiten Beschaffungsprogramms, bei dem die ursprünglich für 2023 vorgesehenen Mengen durch Verhandlungen mit der EU-Kommission auf die Jahre 2023 bis 2025 verteilt wurden. Insgesamt hat Österreich bis Ende Februar 2025 rund 62,1 Millionen Impfdosen aus bestehenden Verträgen abgerufen und gleichzeitig knapp 9,8 Millionen Dosen im Rahmen internationaler Solidaritätsprogramme gespendet.

Vertragliche Geheimhaltung

Diese Verschwiegenheitspflicht wurde bereits von Schumanns Amtsvorgängern Rudolf Anschober und Wolfgang Muckstein betont. Die Grundlagen für die Beschaffung wurden 2021 unter Anschober gelegt und später von Muckstein umgesetzt. Die Entscheidung über eine Veröffentlichung der Vertragsdetails liegt bei der Europäischen Kommission und kann nur im Einvernehmen mit den Impfstoffherstellern erfolgen.

Diese Entwicklungen dürften im von der FPÖ angekündigten parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Corona-Pandemie eine zentrale Rolle spielen.

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KO KOSMO-Redaktion
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