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Rentenlücke: Frauen erhalten bis Jahresende keine Pension mehr

Symbolbild. iStock/kasto80
Symbolbild. iStock/kasto80

Im Vergleich zu Männern erhält eine Frau etwa 13.000 Euro weniger Pension im Jahr. Ein Altersvorsorgelücke, die kaum auszumerzen ist. Der Equal Pension Day wurde dieses Jahr allerdings zwei Tage später als im Vorjahr festgelegt.

Die geschlechtsspezifische Rentenlücke hat Ende Juli zugeschlagen. Mit Sonntag, dem 31. Juli, haben die Männer in Österreich schon so viel Pension erhalten, wie den Pensionistinnen bis Ende des Jahres ausgezahlt wird. Dieses wirtschaftliche Phänomen wird auch Gender-Pension-Gap genannt. Er resultiert aus der Lohnlücke (Gender-Pay-Gap) zwischen den Geschlechtern. Die Faktoren für diese Altersvorsorgelücke besteht hauptsächlich aus den üblich geringeren Löhnen, der Frauen ausbezahlt wird, sowie der Kinderbereuungszeit.

Niedrige Beitragsgrundlagen

Laut Pensionsversicherungsanstalt gehen 89 Prozent der Männer mit 40 Versicherungsjahren in den Ruhestand. Bei den Frauen sind es hingegen nur 41 Prozent. Auch dadurch fällt die Durchschnittspension bei Frauen niedriger aus. „Der Grund dafür sind niedrigere Beitragsgrundlagen, die unter anderem aus geringeren Einkommen (Teilzeit) oder Zeiten der Kindererziehung resultieren.„, so die Pensionsversicherungsanstalt.

Kinderbetreuung und Teilzeit

Im Klartext: Frauen in Österreich erhalten 41 Prozent weniger Pension als Männer. Birgit Schön, Leiterin der Abteilung Frauenpolitik bei der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ), führt dabei Niederösterreich als Beispiel an: “ Frauen arbeiten wesentlich häufiger und länger in Teilzeit und, sind Kinder da, unterbrechen wesentlich häufiger und länger ihre Erwerbstätigkeit. All das hat massive negative Auswirkungen auf die Pensionshöhe – nämlich durchschnittlich rund 13.000 Euro weniger Pension im Jahr als ein durchschnittlicher niederösterreichischer Pensionist.“

Gender-Pay-Gap am Balkan

Länder wie Polen, Rumänien, Kroatien, Bulgarien, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien weisen ein geringeres geschlechtsspezifisches Rentengefälle auf, als beispielsweise Länder wie Österreich, Deutschland und England. Denn in diesen Ländern gehen Frauen oft wieder als Vollzeitkraft in ihren alten Job zurück. Teilzeit arbeiten hier nur etwa 12 Prozent der Frauen. Die Arbeitsjahre, die Frauen ansammeln, gleicht fast denen der Männer. Allerdings ist das Lohngefälle in diesen Ländern wiederum etwas höher als üblich.