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Reaktivierung

Sarajevo–Zagreb: Zugverbindung soll wieder eingeführt werden

Sarajevo–Zagreb: Zugverbindung soll wieder eingeführt werden
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Drei Jahrzehnte Stille auf den Gleisen – nun bewegt sich etwas zwischen Sarajevo und Zagreb. Ein Fahrplan steht bereits im Raum.

Jahrzehntelang war die Bahnverbindung zwischen Sarajevo und Zagreb Geschichte – unterbrochen durch den Krieg der Neunzigerjahre, nie vollständig wiederhergestellt. Nun verdichten sich die Zeichen, dass diese einst bedeutende internationale Strecke in absehbarer Zeit wieder in Betrieb gehen könnte.

Vor dem Krieg zählte die Linie Sarajevo–Zagreb zu den wichtigsten Personenverbindungen im damaligen Jugoslawien. Mit dem Ausbruch der Kampfhandlungen wurde der internationale Personenverkehr vollständig eingestellt. Zwar wurde ein Großteil der Infrastruktur später für den Güterverkehr reaktiviert, eine reguläre Personenverbindung zwischen den beiden Städten blieb jedoch aus.

Konkrete Schritte

Wie das Blatt Oslobodjenje berichtet, sind auf institutioneller Ebene bereits konkrete Schritte gesetzt worden. Adnan Kubat, geschäftsführender Direktor der Eisenbahnen der Föderation Bosnien-Herzegowina, bestätigt, dass ein gemeinsames operatives Gremium – besetzt mit Vertretern von Bosnien-Herzegowina, der Föderation BiH, der Republika Srpska sowie den jeweiligen Bahngesellschaften – eine Ausarbeitung zur Wiederherstellung der Linie abgeschlossen hat. „Alle interessierten Seiten haben ihre Bereitschaft zur Teilnahme an einer solchen Verbindung bekundet, einschließlich der Eisenbahnen der Republika Srpska“, so Kubat.

Darüber hinaus gebe es bereits eine grundsätzliche Vereinbarung mit den Kroatischen Eisenbahnen über die künftige Funktionsweise der Strecke. Besonders deutlich fiel das Bekenntnis der Eisenbahnen der Republika Srpska aus. Sprecherin Aleksandra Simic erklärte, man unterstütze die entitätsübergreifende, regionale und internationale Vernetzung im Personenverkehr „absolut“ – sobald alle technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt seien.

Sie verwies zudem darauf, dass das Ministerium für Kommunikation und Verkehr BiH das operative Gremium bereits 2024 per Beschluss eingesetzt habe und die Eisenbahnen der Republika Srpska aktiv an der Ausarbeitung mitgewirkt hätten. Die Bedeutung der Strecke geht weit über die Verbindung der beiden Städte hinaus. Über Zagreb war Sarajevo einst an das gesamteuropäische Schienennetz angebunden – Reisende konnten von dort nach Ljubljana, Wien, München oder Budapest weiterfahren.

Fahrplan 2026/2027

Auch auf kroatischer Seite ist das Interesse greifbar. Gegenüber Oslobodjenje teilen die Kroatischen Eisenbahnen mit, dass Gespräche zwischen den zuständigen Ministerien beider Länder sowie den Bahnbetreibern bereits laufen – und nennen sogar einen konkreten Zeithorizont: „Die Wiederaufnahme des Verkehrs wird für den Fahrplan 2026/2027 besprochen.“ HZ Putnicki prijevoz bekräftigt das eigene Interesse an der Reaktivierung der Verbindung Zagreb–Sarajevo–Zagreb ausdrücklich.

Dennoch bleibt der Weg bis zur tatsächlichen Umsetzung weit. Beide Seiten räumen ein, dass erhebliche Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeugpark notwendig sein werden – die Fahrgäste erwarten schnellere und modernere Züge als jene, die zuletzt auf dieser Strecke verkehrten. Zahlreiche technische und organisatorische Fragen sind noch ungeklärt.

Und da Personenlinien in der Regel auf staatliche Subventionen angewiesen sind, wird letztlich auch der politische Wille auf beiden Seiten darüber entscheiden, ob aus den laufenden Gesprächen tatsächlich ein fahrender Zug wird.

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KO KOSMO-Redaktion
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