Unbezahlt im Dienst, während andere schlafen – für Tausende US-Sicherheitskräfte ist der Shutdown längst existenzbedrohend.
Der Regierungsstillstand in den USA trifft mittlerweile jene, die täglich für die Sicherheit von Millionen Reisenden verantwortlich sind. Der aktuelle Shutdown begann am 13. Februar 2026 mit dem Auslaufen der Finanzierung für das US-Heimatschutzministerium. Rund 50.000 Beschäftigte der Flughafensicherheitsbehörde TSA (Transportation Security Administration) sind vom Shutdown betroffen – sie müssen ihren Dienst fortsetzen, obwohl ihre Gehälter ausbleiben, während der politische Streit um den Bundeshaushalt in Washington, D.C. weiter andauert. Um finanziell über die Runden zu kommen, nehmen viele Nebenjobs an oder melden sich krank – mit spürbaren Folgen für den Flugbetrieb.
Akute Notlage
Wie USA Today unter Berufung auf Gewerkschaftsangaben berichtet, befinden sich zahlreiche TSA-Mitarbeiter in einer akuten finanziellen Notlage. Einige hätten ihre Konten bereits überzogen und seien nicht mehr in der Lage, grundlegende Ausgaben wie Lebensmittel oder Kinderbetreuung zu bestreiten. Besonders drastisch ist die Lage jener Sicherheitskräfte, die inzwischen in ihren Fahrzeugen übernachten – entweder um Spritkosten zu sparen oder weil sie ihre Miete schlicht nicht mehr aufbringen können.
An vielen amerikanischen Flughäfen hat sich die Situation an den Sicherheitskontrollen deutlich verschlechtert. Passagiere berichten von Wartezeiten von bis zu drei Stunden, manche verpassen dadurch ihre Flüge. Der Personalmangel ist inzwischen so gravierend, dass einzelne Flughäfen zu ungewöhnlichen Mitteln greifen.
Geschenkkarten als Hilfe
Wie People berichtet, werden Reisende etwa am Denver International Airport im US-Bundesstaat Colorado dazu aufgerufen, den Sicherheitskräften mit Geschenkkarten im Wert von zehn oder zwanzig Dollar zu helfen – einlösbar in Supermärkten oder an Tankstellen. Die entsprechenden Sammelboxen sind in den Terminals aufgestellt und sollen den Beschäftigten helfen, die Shutdown-Periode zu überbrücken, nachdem viele von ihnen bereits ihren ersten vollständigen Gehaltsscheck nicht erhalten haben.
Die Aktion stößt jedoch nicht nur auf Zustimmung. In sozialen Netzwerken kritisieren manche Nutzer den Flughafen dafür, Reisende indirekt zur „Bestechung“ staatlicher Bediensteter aufzufordern. Andere wiederum sehen in der Initiative eine notwendige und solidarische Reaktion auf eine Situation, die den Beschäftigten trotz ihrer unverminderten Verantwortung für die Passagiersicherheit keine Wahl lässt.