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ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Videogames 2017: Vorurteile und Stereotypen

(FOTO: Pixabay)

Wir alle kennen sie … die Gamer, die Videospieler … diese Teenager oder jungen Erwachsene, die faul und ohne Motivation, ihr Leben sinnvoll zu gestalten, all ihre Zeit mit spielen verplempern. Typischerweise sind sie männlich, unattraktiv, möglicherweise dick und blass, weil sie zu viel Zeit an ihrem Rechner oder vor ihrer Spielekonsole verbringen und ausschließlich Powernapping betreiben. Doch ist dem tatsächlich so?

Nein!

Diese Vorstellungen eines Gamers sind grundlegend falsch und stellen kaum mehr als hartnäckige Vorurteile dar. Unterschiedliche Vorurteile bezogen auf Videogame-Spielende gibt es schon lange und wie viele Stereotypen, die sich in unserer Gesellschaft manifestiert haben, sind auch sie schwer zu überwinden. Einiges mag stimmen, vieles muss aber entschieden abgewiesen werden.
Eines der gängigen Vorurteile gegenüber Gamern ist, dass sie alle sexistisch veranlagt wären. Sicher, es gibt starken Sexismus in gewissen Spielen, aber selbstredend kann man dafür und für das Verhalten einiger Gamer, die ein sexistisches Verhalten an den Tag legen mögen, nicht die gesamte Gaming-Branche verantwortlich machen. Auch ist die Gaming-Branche an sich nicht sexistisch und exklusiv für das männliche Geschlecht angelegt. Im Gegenteil. Laut ESA (The Entertainment Software Association) ist weltweit der Anteil der jungen Videospiel-spielenden Frauen signifikant höher als der der jungen Männer.

Ebenso unhaltbar ist die Theorie, dass Gaming dümmer macht. Sicherlich gibt es einige Spiele, die keinen essentiellen Mehrwert für die kristalline und/oder fluide Intelligenz aufweisen können, aber es gibt eine Bandbreite an Spielen, die genau dies fördern. Super Mario fördert beispielsweise die Reaktionsfähigkeit der Spielenden. Spiele, in denen viel gelesen werden muss, fördern die Lese-Rechtschreib-Fähigkeiten und Spiele wie zum Beispiel Assassin’s Creed fördern durch ihre akkuraten und detaillierten Darstellungen von historischen Schauplätzen das Gefühl für Historizität. 45 % der Gamer, die häufig spielen, geben außerdem an, dass sie Video-Spiele nicht alleine, sondern mit anderen spielen, was eine starke soziale Komponente des Gamings hervorhebt.

„Videospiele sind nur was für Kinder“, ist ebenfalls eines der gängigen Vorurteile, denen man als Gamer entgegentreten muss. Studien der ESA besagen jedoch, dass das Durchschnittalter von Videogame-Spielern bei 35 Jahren liegt. Nichtsdestotrotz spielen auch viele Kinder mit Videospielen, wobei 93% der Eltern die Spiel-Nutzung ihrer Kinder überwachen. 68% der Eltern sagen außerdem, dass das Spielen von Videogames einen positiven Einfluss auf das Leben ihrer Kinder hätte. Zudem spielen 62% der Eltern, deren Kinder Gamer sind, mindestens einmal in der Woche mit ihrem Nachwuchs gemeinsam, entweder weil sie gemeinsam mit ihren Kindern Spaß haben wollen, weil sie das Spielen genau so lieben wie ihre Kinder, weil sie zum Mitspielen gefragt wurden und/oder weil das Mitspielen eine gute Möglichkeit darstellt, das Spielverhalten ihres Kindes zu überwachen.

Spiele auf Facebook und anderen Internetseiten, die durch die Entwicklung neuer Technologien von überall her zugänglich sind, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Online-Spielautomaten öffnen das Feld der Casino-Spiele und steuern durch ihre weltweite Zugänglichkeit gegen die Stereotype des geldgierigen und meist männlichen Casino-Gängers an, da auch hier die Frauen-Quote zunehmend größer wird. Neben den klassischen Spielautomaten wie den Game of Thrones- und den Candy Streams-Slot gibt es auch Video-Automaten, die dank technischer und grafischer Features ein neues Spielerlebnis vermitteln. Online-Spielautomaten wie Pokies, 3D-Spielautomaten und Fruit Machines bieten zudem eine hohe Vielfalt an, wodurch das eGaming immer populärer wird.

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Ein beliebtes Bild, das sich in den Köpfen vieler festgesetzt hat, ist das des männlichen Gamers, der einsam und alleine, mit Chips und Cola, in Schlabberklamotten vor seinem PC oder seiner Konsole sitzt und jedes Zeitgefühl verliert. Letzteres mag vielleicht sogar auf viele Gamer zutreffen, aber all die anderen Punkte können, wenn sie denn jemals tatsächlich auf die Gamer-Szene gepasst haben, getrost als veraltet angesehen werden. Gaming ist heutzutage überall und von jedem (in unserer westlichen Gesellschaft) durchzuführen – sei es auf der Konsole, am PC, am High Definition Plasma Fernsehgerät oder auf dem Smartphone. Es gibt dementsprechend kein typisches Gamer-Bild, das noch zu erfüllen ist.

Es scheint sogar fast so, als gäbe es den EINEN Gamer heutzutage schon gar nicht mehr. Das Medium der Videospiele hat sich dermaßen weiterentwickelt und vergrößert, dass sich sogar verschiedene Kategorien von Gamern herausgebildet haben. Es gibt u. a. die Hardcore-Gamer, die Retro-Gamer und die Casual-Gamer. Ein Casual-Gamer sind diejenigen, die Videogames spielen, die für die breite Masse veröffentlicht worden sind. In diesem Sinne würden viele Hardcore-Gamer jeden, der beispielsweise Spiele für die Wii kauft oder Spiele auf Facebook spielt, als Casual-Gamer bezeichnen.

Die beliebtesten Endgeräte, um an Videospielen teilnehmen zu können, sind laut ESA der PC mit 56 %, die Spielekonsolen mit 53%, das Smartphone mit 36%, Wireless Devices mit 31% und Handheld-Konsolen mit 17%.

Wenn man einmal genauer über das Gaming nachdenkt und ein wenig recherchiert, wird schnell klar, dass viele Stereotype heutzutage nicht mehr aufrechtzuerhalten sind. Und um mit den Worten von Micheal D. Gallhagar, Geschäftsführer und CEO der ESA, abzuschließen: „Videospiele sind die Zukunft. Von Bildung und Business über Kunst und Entertainment, unsere Industrie bringt die größten innovativen und kreativen Köpfe zusammen, um die mitreißendsten und aufregendsten Abenteuer zu erschaffen, die es jemals gab.“ (Übersetzung vom Autor vorgenommen).