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GESUNDHEIT

Was bringen private Krankenversicherungen?

Es ist ratsam, eine private Zahnzusatzversicherung auch nachträglich abzuschließen! (Foto von Andrea Piacquadio von Pexels)

Auch nach der Gesundheitsreform bestehen in vielen Bereichen Deckungslücken! Wo lohnt es sich, mit privaten Tarifen aufzustocken? Jetzt lesen!

Private Krankenversicherung – Ja oder Nein?
Die Gesundheitsreform und ihre Auswirkungen auf die Leistungen
Das österreichische Gesundheitssystem durchlief eines der größten Reformprojekte seiner Geschichte. Durch den enormen Anstieg der Kosten im Gesundheitsbereich in Verbindung mit einem sich immer weiter verschlechternden Leistungsangebot sahen sich die Verantwortlichen zu diesem Schritt gezwungen. Mit der Zusammenlegung der Gebiets- und Betriebskrankenkassen wurde die Zahl der Leistungsträger im Gesundheitswesen von unübersichtlichen 21 auf nur noch fünf reduziert. Diese sind seit 1. Jänner 2020 in der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zusammengefasst. Es bleibt abzuwarten, ob die Kostenreduzierungen sich wie geplant auf die Verwaltung auswirken oder ob weiterhin bei den medizinischen Leistungen eingespart wird. Ob die Straffung der Verwaltung eine Minimierung der bürokratischen Hürden darstellt und das Antragsdickicht lichtet, sei einmal dahingestellt. Da wird die Gesellschaft auf erste Erfahrungswerte warten müssen.

Was die Qualität und die Kosten für eine ausreichende Behandlung betrifft, sind viele skeptisch. Nicht umsonst haben sich inzwischen gut 40 % der Österreicher für private Krankenversicherungen entschlossen, um eventuelle Deckungslücken zu füllen. In vielen Fällen zahlt die ÖGK nämlich weiterhin nur die Grundversorgung. Für Leistungen mit höherem Qualitätsanspruch oder solche mit ästhetischem Aspekt muss der Bürger oft tief in die eigene Tasche greifen.

Wahlärzte und Anstieg der stationären Aufenthalte
Zwischen 2013 und 2018 erhielten die privaten Zusatzversicherer in Österreich starken Zulauf und verzeichneten einen Zuwachs von 10 % auf 3,3 Millionen Menschen. Dies hat zwei Gründe. Viele junge Ärzte öffnen ihre Praxen nicht mehr als Kassenärzte, sondern behandeln ihre Patienten als Wahlärzte. Diese fallen nicht mehr unter die Pflicht, Leistungen mit der e-card abzurechnen, sondern verhandeln direkt mit dem Patienten. Das Ziel ist einerseits eine Verbesserung der Leistungen. Auf der anderen Seite haben die Wahlärzte eine größere Freiheit bei der Ansetzung der Tarife. Im Endeffekt bedeutet das ein Anstieg der Kosten für Behandlungen, welche die ÖGK gar nicht oder nur mit starken Einschränkungen ausgleicht.

Auch der Anstieg der Zahl der stationären Aufenthalte bewog viele Landsleute, sich zusätzlich mit einer privaten Krankenversicherung zu versorgen. Stiegen diese doch von knapp zwei Millionen (1996) auf drei Millionen 2019 an. Die Folgen waren und sind lange Wartezeiten für wichtige Operationen und dementsprechend mindere Qualität bei den Leistungen.

Private Unternehmen füllen die Lücke
Die private Zusatzversicherung ist als freiwillige Ergänzung der gesetzlichen Pflichtversicherung anzusehen. Sie strukturiert sich in drei Teilbereiche:

Mit dem Krankenhaustarif (stationärer Tarif) wird die Grundversorgung bei Krankenhausaufenthalten erweitert, insbesondere auf dem Gebiet der Nachsorge. In diesem Paket sind allerdings plastische Operationen, Präventivmaßnahmen und vor allem Zahnbehandlungen jeglicher Art ausgeschlossen. Experten raten deshalb auch beim Krankenhaustarif zu einer Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit und Leistungsbegrenzung, welche bequem unter https://www.zahnzusatzversicherungen-vergleich.com/ herauszufiltern sind.

Der Wahlarzttarif oder ambulante Tarif deckt im Kern alle Kosten, welche im Zusammenhang mit Arztbesuchen entstehen, die nicht den kassenärztlichen Vereinigungen unterstehen. Hier werden die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen erweitert. Insbesondere ganzheitliche Methoden, Transportkosten und besondere Heilbehandlungen profitieren davon. Leider werden auch bei diesen Tarifen viele kieferchirurgische Maßnahmen und Zahnbehandlungen außen vor gelassen. Zu beachten ist zudem die Deckelung von schon begonnenen Behandlungen und ein Selbstbehalt im Falle der Ausschöpfung der Jahreshöchstsumme.

Außerdem lassen sich Sonderleistungen als Zusatzpakete buchen, um letzte Deckungslücken zu schließen. Diese sind in der Regel mit einem ambulanten oder stationären Tarif zu koppeln. Auffällig ist die sogenannte Babyoption, die werdende Eltern und deren Kind bei Behinderung vollen Versicherungsumfang garantiert. Des Weiteren werden verschiedene Reisetarife, die Übernahme von Kur- und Rehabilitationskosten, Tagegeldern und Pensionskosten angeboten. Auch eine Zahnzusatzversicherung kann mit einem solchen Paket einbezogen werden.

Vorteile einer privaten Zusatzversicherung
Im Vergleich zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen haben die privaten 2020 einen weitaus breiteren Leistungsstandard, der allerdings immer in jedem Einzelfall auszuloten ist. Insbesondere eine verkürzte Wartezeit für stationäre und ambulante Behandlungen sind hier in Zeiten von Corona zu nennen. Aber auch die freie Arzt- und Spitalwahl bringt signifikante Erleichterungen für die Patienten. Letztendlich sorgt die Inklusion von alternativen medizinischen Behandlungen bei vielen Krankheitsbildern für Erleichterungen.