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FUSSBALL

Zu Besuch beim SV Donau: Zurück in die „Normalität“

SV_Donau
Foto: Mario Ilić (KOSMO)

Nach der Corona-Pause wird auch in Österreich wieder Fußball gespielt.

Neben der höchsten Spielklasse, der österreichischen Bundesliga, haben auch Vereine in den unteren Ligen mittlerweile zumindest ihren Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. „Endlich sind wir wieder da. Der Fußball ist uns allen extrem abgegangen“, sagt Nermin Jusić, Obmann und Trainer des Vereins SV Donau aus der Wiener Stadtliga.

Fußballschmiede aus Kaisermühlen
Der bosnisch-stämmige Trainer, der einst sogar für Rapid kickte, kann die Freude schwer verstecken, wieder am Fußballplatz zu sein. „Auch wenn jetzt noch mit Abstand gekickt wird: Es wird gekickt“, sagt Nermin und lacht. Wie viele Vereine in den Wiener Stadtligen, hat auch der SV Donau sehr viele Mitglieder und Fußballer aus unserer Community. In seiner Heimat Kaisermühlen hat SV Donau zweifellos eine sehr bedeutende Rolle. Vor allem im Nachwuchsbereich wird hier große und wichtige Arbeit vollbracht.

„Man muss schon sagen: Ein bißchen sind wir ja als ‚Tschuschenverein‘ verschrien. Weil wir gerne Partys, gemeinsame Essen und Unternehmungen machen. Aber gleichzeitig ist es uns sehr wichtig, dass unser Nachwuchs Disziplin, eine gute Umgangsform und auch sportliche Fairness erlernt“, erklärt Jusić.

260 Kinder und Jugendliche kicken wieder
„Der Nachwuchsbetrieb ist das Herz unseres Vereins und es sind sehr viele Kinder mit Wurzeln aus dem ehemaligen Jugoslawien, die bei uns kicken“, sagt Jusić und betont mit Stolz: „Hier bei uns trainieren 260 Kinder und Jugendliche. Die Freude unter ihnen ist groß, dass sie endlich wieder trainieren können“. Vom Rasen des Fußballplatzes des SV Donau zeigt der Bosnier auf die vielen neuen Wohn- und Geschäftsgebäude, die in der Umgebung entstanden sind. „Es sind 20.000 neue Wohnungen in den letzten 10, 15 Jahren hier entstanden. Wir sind in Kaisermühlen mittlerweile oft die erste Adresse für die vielen Kinder, die Fußball spielen wollen“, fügt er hinzu.

„Regionalliga bleibt ein Traum“
Während wir den Vereinsobmann interviewen, kicken gerade verschiedene Nachwuchsmannschaften auf dem Platz. Durch Fußball entsteht ein Community-Gefühl, bei dem Spieler, Jugendliche, Eltern und Fußballtrainer zusammenkommen. „Man muss schon sagen: Ein bißchen sind wir ja als ‚Tschuschenverein‘ verschrien. Weil wir gerne Partys, gemeinsame Essen und Unternehmungen machen. Aber gleichzeitig ist es uns sehr wichtig, dass unser Nachwuchs Disziplin, eine gute Umgangsform und auch sportliche Fairness erlernt“, erklärt Jusić. Die Kampfmannschaft spielt in der Wiener Stadtliga und ist auf dem guten 5. Platz, aber von Regionalliga kann man – realistisch gesehen – weiterhin nur träumen. „Nicht so sehr wegen den Leistungen. Von dem her sind wir ja eh oben, aber von den Finanzen, die für die Regionalliga notwendig sein müssen“, erklärt uns der Bosnier.

 

Untersützung aus der Ex-Yu-Community
Die Corona-Zeit hat auch beim SV Donau Spuren hinterlassen. „Finanziell ist es, wie für jeden kleineren Fußballverein, eine schwierige Zeit und wir sind dankbar für jede Unterstützung. Wir mussten natürlich alle laufenden Kosten decken und hatten dabei keinen Kantinenbetrieb oder die sonstigen Einnahmen, die wir im Laufe der Saison haben“, sagt Jusić. Dankbar zeigt er sich vor allem bei den Hauptsponsoren Molika und RR Komunal, aber ebenso bei der beliebten Ethnofood-Marke „Brajlović Austria“.