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Teuerungswelle

12 Milliarden Euro Schulden: Jetzt wird alles teurer in Wien

12 Milliarden Euro Schulden: Jetzt wird alles teurer in Wien
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3 Min. Lesezeit |

Wiener Öffi-Nutzer und Autofahrer müssen künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Wiener Linien werden ihre 365-Euro-Jahreskarte verteuern, gleichzeitig steigen auch die Parkgebühren in der Bundeshauptstadt. Diese Pläne bestätigte die neue Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) am Dienstagabend in der ORF-Sendung „Wien heute“. Nach wochenlangen Spekulationen steht nun fest, dass das bisherige Vorzeigeprojekt des Wiener Nahverkehrs – die Jahreskarte zum Euro-pro-Tag-Preis – angehoben wird.

Konkrete Zahlen nannte Novak noch nicht, verwies jedoch auf laufende Verhandlungen. Die Ergebnisse sollen im Laufe des Sommers präsentiert werden. Angestrebt werde eine koordinierte Anpassung der verschiedenen Mobilitätsabgaben.

Ersten Planungen zufolge könnte die Jahreskarte der Wiener Linien um 100 bis 150 Euro teurer werden. Der neue Preis würde damit bei bis zu 510 Euro liegen. Bei monatlicher Zahlung würde dies auf rund 546 Euro pro Jahr hinauslaufen – ein deutlicher Anstieg gegenüber den bisher fälligen 396 Euro. Diese Zahlen kursieren bereits in Rathauskreisen, sind jedoch noch nicht offiziell bestätigt.

Finanzielle Notlage

Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf die angespannte Finanzlage der Stadt, deren Schuldenstand mittlerweile auf nahezu zwölf Milliarden Euro angewachsen ist. Durch Einsparungen und zusätzliche Einnahmen soll das Defizit im Stadthaushalt reduziert werden.

Parallel dazu hebt der Bund ab dem 1. Juli 2025 verschiedene Gebühren und Preise teilweise deutlich an, wie Finanz.at berichtete. In Wien kommen zu diesen Bundesgebühren zahlreiche weitere Kostenerhöhungen hinzu, wodurch sich das Leben für Hauptstadtbewohner und Besucher erneut verteuert.

Tourismus-Abgaben

Die Stadt prüft zudem eine deutliche Anhebung der Ortstaxe (Übernachtungssteuer für Touristen) für Übernachtungsgäste. Diese könnte nach Aussage Novaks „massiv“ ausfallen. Auch für Busreisen mit Tagestouristen werden neue Regelungen diskutiert, etwa in Form zusätzlicher Abgaben.

Eine pauschale Tagesgebühr nach dem Vorbild Venedigs sei jedoch vorerst nicht vorgesehen. Novak machte außerdem deutlich, dass von städtischen Unternehmen wie den Stadtwerken höhere Gewinnausschüttungen erwartet werden. Der laufende U-Bahn-Ausbau bleibe von den Sparmaßnahmen unberührt – zumindest die erste Ausbaustufe werde wie geplant fortgeführt.

In ihrer Rede zum Rechnungsabschluss hatte Novak zuvor den Bund für die rückläufigen Abgabenerträge verantwortlich gemacht. Während Wien 2024 noch 7,9 Milliarden Euro an Bundeszuweisungen erhielt, wird für 2025 ein Rückgang um etwa 500 Millionen Euro prognostiziert.

Die Stadträtin fordert daher eine Gegenfinanzierungspflicht für steuerpolitische Entscheidungen des Bundes, beispielsweise bei der Abschaffung der kalten Progression (automatische steuerliche Mehrbelastung durch Inflation).

Die angekündigten Preisanpassungen bei öffentlichen Verkehrsmitteln und Parkgebühren werden viele Wiener Haushalte finanziell belasten – auch wenn die genauen Beträge noch ausstehen. Experten weisen darauf hin, dass besonders Menschen mit geringem Einkommen von den Teuerungen betroffen sein werden, da sie einen proportional höheren Anteil ihres Budgets für Mobilität aufwenden müssen. Die Stadt betont jedoch, dass das Angebot auch nach der Preiserhöhung im europäischen Vergleich noch immer zu den günstigeren Optionen zählen würde.

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KO KOSMO-Redaktion
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