Die deutschen Mobilfunkanbieter Vodafone, Deutsche Telekom und O2 Telefónica haben das automatische Notrufsystem für Autos modernisiert – mit entscheidenden Vorteilen für Unfallopfer.
Die drei großen deutschen Mobilfunkanbieter Vodafone, Deutsche Telekom und O2 Telefónica haben den Next Generation eCall (NG eCall) am 23. Jänner 2026 in Betrieb genommen. Wie Auto Motor Sport berichtet, bringt das neue System für automatische Notrufe in Fahrzeugen entscheidende Verbesserungen. Während der grundlegende Mechanismus erhalten bleibt – nach schweren Unfällen wird automatisch die Notrufnummer 112 angewählt und der Standort übermittelt – setzt die Technologie nun auf moderne 4G-LTE-Netze und künftig auch auf 5G. Die technische Basis wurde vollständig erneuert: Statt des veralteten GSM-Standards nutzt NG eCall jetzt paketvermittelte Mobilfunknetze. Dies führt zu deutlich kürzeren Verbindungszeiten, höheren Datenraten und einer stabileren Übertragung lebenswichtiger Informationen an die Rettungsdienste.
Das neue Notrufsystem für Fahrzeuge stellt eine Weiterentwicklung des bisherigen eCall dar. Der ADAC erklärt, dass NG eCall im Gegensatz zum Vorgängermodell, das auf veralteten 2G- und 3G-Netzen basierte, die moderneren 4G- und perspektivisch 5G-Technologien nutzt. Dies ermöglicht schnellere Verbindungsaufbauten und zuverlässigere Datenübertragungen. Um eine lückenlose Erreichbarkeit zu gewährleisten, werden beide Systeme zunächst parallel betrieben.
Das Fachmagazin Connect berichtet, dass bei entsprechender Kompatibilität von Fahrzeug und Leitstelle der Notruf über das neue NG eCall-System abgewickelt wird. Andernfalls greift weiterhin das bisherige 2G-Verfahren. Nach Angaben der Netzbetreiber erfolgt die Umstellung koordiniert und ohne Beeinträchtigung des laufenden Notrufbetriebs.
Verpflichtende Einführung
Seit Anfang 2026 besteht in der EU eine Verpflichtung zur Einführung des neuen Systems. Laut GVW müssen seit dem 1. Jänner 2026 alle neu typgenehmigten Personenkraftwagen (M1) und leichten Nutzfahrzeuge (N1) mit NG eCall ausgestattet sein. Ab dem 1. Jänner 2027 gilt diese Vorschrift für sämtliche Neufahrzeuge dieser Kategorien, die eine Straßenzulassung erhalten.
Das verbesserte System eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, etwa die Übermittlung erweiterter Fahrzeug- oder Gesundheitsdaten. Dennoch bleibt der 2G-Standard noch einige Jahre relevant, da Millionen Fahrzeuge weiterhin darauf angewiesen sind. Während die Telekom ihre 2G-Netze im Juni 2028 und Vodafone im September 2028 abschalten möchte, sollen diese laut Connect für kritische Anwendungen wie eCall noch bis 2030 verfügbar bleiben.
Verbesserte Rettungseffizienz
Die Verwendung moderner Mobilfunktechnologien ermöglicht eine schnellere und umfassendere Übermittlung von Standortdaten und Fahrzeuginformationen an die Notfallleitstellen im Vergleich zum Vorgängersystem.
Die Telekom betont, dass diese Verbesserungen die Effizienz der Rettungskräfte bei Notfällen steigern sollen.