Österreich hat eine neue Plattform für Schulvergleiche – doch kurz nach dem Start sorgen fehlerhafte Daten für Verwirrung.
Seit dem 8. Oktober 2026 steht Eltern in Österreich eine neue digitale Anlaufstelle zur Verfügung, wenn es um die Wahl der richtigen Volksschule geht. Unter der Adresse bildungskompass.gv.at hat das Bildungsministerium eine Plattform ins Leben gerufen, die grundlegende Schulinformationen bündelt und öffentlich zugänglich macht. Allerdings sind bereits in den ersten Tagen nach dem Start Unregelmäßigkeiten bei einzelnen Dateneinträgen aufgetaucht.
Verfügbare Kennzahlen
Die Plattform stellt Eltern konkrete Kennzahlen bereit: Neben der Gesamtschülerzahl sind auch die Klassenanzahl und die durchschnittliche Klassengröße einsehbar. Darüber hinaus werden ausgewählte Ergebnisse der individuellen Kompetenzmessung PLUS (iKMPLUS) in Deutsch-Lesen und Mathematik veröffentlicht. Die Angaben fassen mehrere Erhebungsjahre zusammen.
Absolute Testergebnisse oder Ranglisten werden allerdings nicht angezeigt. Stattdessen erfahren Eltern, ob eine Schule innerhalb einer Gruppe von Standorten mit vergleichbaren sozialen Rahmenbedingungen im unteren, mittleren oder oberen Drittel liegt. Daraus lässt sich keine österreichweite Platzierung einer Schule ableiten.
Bereits kurz nach dem Start wurden Fehler bei einzelnen Einträgen gemeldet. Laut einem Bericht von VIENNA.AT wurden bei der Julius-Meinl-Schule in Wien-Ottakring Daten des zuvor eigenständigen Standorts Odoakergasse angezeigt. Hintergrund sei die Zusammenlegung der beiden Schulen, die in den veröffentlichten Angaben nicht korrekt berücksichtigt worden sei. Das Bildungsministerium bestätigte am 15. Oktober gegenüber VIENNA.AT, mehrere Hinweise auf fehlerhafte Einträge erhalten zu haben. Diesen werde nachgegangen, die Daten sollten rasch richtiggestellt werden.
Geplante Erweiterungen
Der Bildungskompass soll schrittweise erweitert werden. Während grundlegende Angaben bereits zu allen österreichischen Schulen verfügbar sind, sollen nach dem Ausbauplan des Bildungsministeriums ab 2027 zusätzliche Informationen zur Sekundarstufe I und II folgen.
Zusätzlich ist geplant, dass Schulen ab dem Schuljahr 2027/28 ihre eigenen Profile aktiv mitgestalten können, um pädagogische Schwerpunkte und laufende Projekte vorzustellen.