Beruf: Sponzoruša – wenn die Frau nur dein Geld will

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Beruf: Sponzoruša – wenn die Frau nur dein Geld will

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(FOTO: iStockphoto)

Sie sehen sexy aus und verdrehen allen Männern den Kopf. Aber wenn du keine dicke Brieftasche hast, sind sie weg. Unser Redakteur Manuel Bahrer hat sich einen bestimmten Frauentypus aus der Balkan-Community angesehen: Die Sponzoruša.

„Bisschen Whiskey, bisschen Coca Cola, schöne Frauen rund um meinen Tisch“ – so oder so ähnlich angelt man sich eine typische „Sponzoruša“, eine hübsche und aufgetakelte Frau, welche in den Nachtklubs und auf Szeneevents auf Männerfang geht. Wenn man sich in den teureren Diskotheken des Balkans, aber auch Wiens, umsieht wimmelt es nur so von hübschen Frauen, welche mit augenscheinlich älteren und reichen Männern schäkern und mit diesen die Nacht in der VIP-Lounge verbringen. Es ist wohl glasklar, dass diese Frauen in den meisten Fällen nicht wirklich an der Person selbst, sondern vielmehr an deren Reichtum interessiert sind.

Von der Sponzoruša zur Starleta
Der Begriff „Sponzoruša“ (salopp übersetzt „die Gesponserte“) entstand in den 1990er Jahren im Belgrader Jargon, und bezeichnete die weibliche Begleitung der neureichen männlichen Elite, die sich oftmals während des Krieges bereichert hat. Dank ihres guten Fangs leben „Sponzoruše“ ohne wirkliche Geldsorgen und oftmals im Saus und Braus. Viele von ihnen stellen dann auch gerne, neben teurer Markenkleidung, ihren gemachten Plastikkörper, also die Silikonbrüste, Botox-Gesichter und dergleichen, öffentlich zur Schau. Der Trend ging sogar so weit, dass es bei serbischen Autohändlern zum BMW einen „gratis“ Mini gab – als Geschenk fürs Luxusweibchen.

Leider jedoch erlangen solche Frauen aufgrund ihrer Partnerwahl in einzelnen Fällen sogar große Popularität und steigen somit in der Hierarchie der „Gesponserten“ von der „Sponzoruša“ zur „Starleta“ auf. Ein populäres Beispiele hierfür ist der Kardashian-Klan, oder aber die Balkanversionen Stanija Dobrojević, Soraja Vučelić und viele mehr.

Fremdwort Emanzipation
Das alles gibt diesem sozialen Phänomen einen üblen Beigeschmack. Niemand kann einer Person verbieten einen guten Fang hinsichtlich ihres Partners zu machen, allerdings wirkt sich die unbegründete Popularität auch auf die jüngere Bevölkerung aus und zeichnet somit ein Frauenbild, welches meines Erachtens nicht wirklich dem 21. Jahrhundert entspricht.

Die Emanzipation ist bei diesen Damen der Schöpfung wohl noch nicht angekommen, denn Intelligenz, Bildung und eine selbstständige Karriere können ebenso sexy und anziehend wie ein tolles makelloses Aussehen sein. Und wer möchte schon eine Frau, die man nur ansehen kann, weil man sich genieren muss wenn sie den Mund aufmacht?